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Eileiter

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Anatomie & Körperbau > Innere Organe & Systeme

Definition & Überblick

Der Eileiter (lat. Tuba uterina, auch Oviductus oder Salpinx) ist ein paariges, schlauchförmiges Organ des weiblichen Genitaltraktes, das die Verbindung zwischen Eierstock (Ovarium) und Gebärmutter (Uterus) herstellt. Seine zentrale Aufgabe besteht darin, die aus dem Eierstock freigesetzte Eizelle aufzufangen, den Ort der Befruchtung bereitzustellen und die befruchtete Eizelle (Zygote) in Richtung Uterus zu transportieren. Bei allen Haussäugetieren und Vögeln ist der Eileiter ein funktionell unverzichtbarer Abschnitt des Reproduktionssystems, wobei sich Länge, Windungsgrad und histologischer Aufbau je nach Tierart erheblich unterscheiden.

Aufbau & Struktur

Der Eileiter wird anatomisch in vier Abschnitte gegliedert, die von ovariell nach uterin aufeinanderfolgen:

  • Infundibulum tubae uterinae (Eileitertrichter): Der trichterförmig erweiterte, dem Eierstock zugewandte Anfangsteil. Er trägt fingerförmige Fortsätze, die Fimbriae tubae, die den Eierstock teilweise umgreifen und bei der Ovulation die Eizelle auffangen. Die Öffnung des Infundibulums in die Bauchhöhle wird als Ostium abdominale bezeichnet.
  • Ampulla tubae uterinae (Eileiterampulle): Der längste und weitlumigste Abschnitt. Hier findet bei den meisten Säugetierarten die Befruchtung (Fertilisation) statt. Die Schleimhaut ist stark gefaltet und mit einem hochprismatischen Flimmerepithel ausgekleidet.
  • Isthmus tubae uterinae (Eileiterenge): Ein schmaler, dickwandiger Abschnitt mit ausgeprägter glatter Muskulatur. Er reguliert durch peristaltische Kontraktionen den Transport der Zygote und fungiert als funktionelle Schranke, die das Timing der Einnistung im Uterus steuert.
  • Pars uterina (Junctio tubo-uterina): Der kurze, in die Gebärmutterwand eingebettete Endabschnitt, der über das Ostium uterinum in das Uteruslumen mündet.

Die Eileiterwand besteht histologisch aus drei Schichten: der Tunica mucosa mit sekretorischen und zilientragenden Epithelzellen, der Tunica muscularis aus zirkulärer und longitudinaler glatter Muskulatur sowie der Tunica serosa, die vom Mesosalpinx – einer Duplikatur des breiten Mutterbandes (Ligamentum latum uteri) – gebildet wird und den Eileiter in der Bauchhöhle befestigt.

Funktion

Der Eileiter erfüllt mehrere eng aufeinander abgestimmte Aufgaben im Reproduktionsgeschehen:

  • Eizellauffangmechanismus: Zum Zeitpunkt der Ovulation nähern sich die Fimbrien durch Hyperämie und muskuläre Aktivität dem Eierstock und fangen den freigesetzten Cumulus-Oozyten-Komplex auf.
  • Spermienreservoir und Kapazitation: Im Bereich des Isthmus werden Spermien vorübergehend gespeichert. Dort durchlaufen sie die Kapazitation, eine physiologische Reifung, die sie zur Befruchtung befähigt.
  • Fertilisation: Im ampullären Abschnitt treffen Eizelle und kapazitierte Spermien aufeinander. Das Eileitersekret – produziert von den sekretorischen Zellen der Mukosa – liefert das nötige Milieu für die Befruchtung und die frühe Embryonalentwicklung.
  • Embryotransport: Durch das Zusammenspiel von Zilienschlag, peristaltischen Muskelkontraktionen und Flüssigkeitsströmungen wird die Zygote über mehrere Tage hinweg kontrolliert zum Uterus transportiert. Die Transportdauer variiert speziesabhängig und ist hormonell reguliert, vor allem durch Progesteron und Östrogen.

Unterschiede zwischen Tierarten

Beim Rind ist der Eileiter etwa 25 cm lang und stark gewunden. Die Befruchtung erfolgt typischerweise im ampullären Bereich, und der Embryo verbleibt rund 3–4 Tage im Eileiter, bevor er in den Uterus eintritt. Der Eileitertrichter bildet zusammen mit dem Eierstock eine teilweise von der Bursa ovarica umschlossene funktionelle Einheit.

Beim Pferd misst der Eileiter 20–30 cm. Die Bursa ovarica ist vergleichsweise gering ausgebildet, und die Ovulation erfolgt ausschließlich aus der Fossa ovarii (Ovulationsgrube), was die Eizellauffangfunktion des Infundibulums besonders bedeutsam macht.

Bei Hund und Katze ist der Eileiter kürzer (4–7 cm beim Hund, 4–6 cm bei der Katze) und stärker gewunden. Die Bursa ovarica umschließt den Eierstock bei der Hündin nahezu vollständig, was die Eizellaufnahme effizient gestaltet. Bei der Katze als induziertem Ovulator erfolgt die Ovulation erst durch den Deckakt, was die zeitliche Koordination mit dem Eitransport beeinflusst.

Beim Haushuhn ist nur der linke Eileiter funktionell ausgebildet, während der rechte embryonal zurückgebildet wird. Der aviäre Ovidukt ist mit etwa 60–70 cm Länge extrem lang und in funktionelle Regionen unterteilt: Infundibulum, Magnum (Eiweißdrüsenteil), Isthmus (Schalenmembranbildung), Uterus (Schalendrüse) und Vagina. Die Eizelle erhält erst beim Durchtritt durch den Ovidukt ihre vollständige Ausstattung mit Eiweiß, Schalenmembranen und Kalkschale.

Besonderheiten