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Fadenfisch

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Trichogaster (Syn. Trichopodus) – je nach Art, z. B. Trichopodus trichopterus (Blauer Fadenfisch), Trichopodus leerii (Mosaikfadenfisch), Trichopodus microlepis (Mondscheinfadenfisch)
  • Ordnung: Anabantiformes (Kletterfischartige)
  • Unterordnung: Anabantoidei (Labyrinthfische)
  • Familie: Osphronemidae (Guramis)
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer in Südostasien
  • Größe: 5–15 cm je nach Art (Zwergfadenfisch ca. 5 cm, Blauer Fadenfisch bis 15 cm)
  • Gewicht: 5–30 g
  • Lebenserwartung: 4–8 Jahre, in guter Aquarienhaltung gelegentlich länger

Aussehen & Merkmale

Fadenfische besitzen einen seitlich stark abgeflachten, hochrückigen Körper mit relativ kleinem Kopf. Die Schuppen sind je nach Art unterschiedlich groß – beim Mondscheinfadenfisch etwa auffallend klein und silbrig, beim Mosaikfadenfisch mit einem netzartigen Muster aus dunklen Linien auf hellem Grund überzogen. Die Grundfärbung variiert erheblich: Der Blaue Fadenfisch zeigt eine blaugraue Körperfarbe mit zwei dunklen Flecken an der Flanke, während der Zwergfadenfisch (Trichogaster lalius, früher Colisa lalia) mit leuchtend roten und blauen Querstreifen zu den farbenprächtigsten Vertretern der Gattung zählt.

Das namensgebende Merkmal sind die zu langen, fadenförmigen Tastorganen umgebildeten Bauchflossen. Diese „Fäden" können nahezu Körperlänge erreichen und dienen der Orientierung sowie der sozialen Kommunikation. Die Rückenflosse ist vergleichsweise kurz, die Afterflosse dagegen lang ausgezogen und reicht bis zur Schwanzwurzel. Männchen sind in der Regel intensiver gefärbt als Weibchen und weisen häufig eine spitzer zulaufende Rückenflosse auf.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Fadenfische erstreckt sich über weite Teile Südostasiens – von der Malaiischen Halbinsel über Thailand, Vietnam, Kambodscha und Laos bis zu den Inseln Sumatra, Borneo und Java. Einzelne Arten wie der Blaue Fadenfisch wurden darüber hinaus in verschiedene tropische Regionen eingeführt, darunter Teile Mittelamerikas und der Karibik, wo sie als Neozoen etablierte Populationen bilden.

Ihr bevorzugtes Habitat sind flache, dicht bewachsene Gewässer mit geringer Strömung: Reisfelder, sumpfige Überschwemmungszonen, Gräben, Altarme und Teiche. Die Vegetation besteht dort häufig aus Schwimmpflanzen, Wasserlinsen und dichten Unterwasserpflanzen. In diesen Biotopen ist der Sauerstoffgehalt des Wassers oft gering – eine Bedingung, an die Fadenfische durch ihr Labyrinthorgan hervorragend angepasst sind.

Ernährung

Fadenfische sind Allesfresser (Omnivoren). In der Natur nehmen sie Insektenlarven, Kleinkrebse, Zooplankton, Algen und weiches Pflanzenmaterial auf. Sie können kleine Beutetiere gezielt von der Wasseroberfläche aufnehmen und nutzen dabei ihre fadenförmigen Bauchflossen, um Objekte abzutasten.

Im Aquarium werden sie mit handelsüblichem Flockenfutter, Granulatfutter sowie regelmäßigen Gaben von Lebend- oder Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven und Daphnien ernährt. Eine abwechslungsreiche Kost fördert die Farbintensität und die allgemeine Vitalität. Pflanzliche Bestandteile – etwa Spirulina-Flocken oder überbrühter Spinat – sollten Teil des Futterplans sein.

Verhalten & Lebensweise

Fadenfische sind überwiegend tagaktiv und halten sich bevorzugt in den mittleren und oberen Wasserschichten auf. Sie schwimmen ruhig und bedächtig, können aber bei Auseinandersetzungen überraschend schnell reagieren. Die fadenförmigen Bauchflossen werden ständig in Bewegung gehalten und dienen als Tastsinnesorgan, vergleichbar mit den Antennen von Insekten. Damit erkunden die Fische ihre Umgebung, berühren Artgenossen und prüfen potenzielle Nahrung.

Männchen zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten, besonders während der Fortpflanzungszeit. Sie beanspruchen Abschnitte der Wasseroberfläche, die sie gegenüber anderen Männchen mit Drohgebärden verteidigen – dazu gehören Flossenaufspreizen, intensivierte Färbung und gelegentlich direkte Angriffe. Gegenüber Weibchen und artfremden Fischen verhalten sich Fadenfische in ausreichend großen, gut strukturierten Becken meist friedlich.

Eine Besonderheit der Gattung ist das Labyrinthorgan, ein zusätzliches Atemorgan im Kopfbereich oberhalb der Kiemen. Es ermöglicht den Fischen, atmosphärische Luft direkt von der Wasseroberfläche aufzunehmen und Sauerstoff daraus zu verwerten. Diese Anpassung erlaubt ihnen das Überleben in sauerstoffarmen Gewässern, in denen viele andere Fischarten nicht bestehen können. Fadenfische müssen regelmäßig an die Oberfläche steigen, um Luft zu holen – wird ihnen der Zugang verwehrt, können sie ertrinken.

Fortpflanzung & Aufzucht

Fadenfische sind Schaumnestbauer. Das Männchen errichtet an der Wasseroberfläche ein Nest aus Luftblasen, die mit Speichel umhüllt und dadurch stabilisiert werden. Häufig werden Pflanzenteile und Schwimmpflanzen in das Nest eingearbeitet. Der Bau kann mehrere Stunden bis Tage in Anspruch nehmen.

Nach Fertigstellung des Nests beginnt die Balz: Das Männchen lockt das Weibchen mit intensiver Färbung, Flossenspreizen und kreisenden Schwimmbewegungen unter das