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Fiederbartwels

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Synodontis spp. (zahlreiche Arten, z. B. Synodontis eupterus, Synodontis nigriventris, Synodontis multipunctatus)
  • Ordnung: Welsartige (Siluriformes)
  • Familie: Mochokidae (Fiederbartwelse, auch Kreuzwelse genannt)
  • Gattung: Synodontis
  • Lebensraum: Süßgewässer Afrikas – Flüsse, Seen, Überflutungszonen
  • Größe: je nach Art 6–50 cm, in Ausnahmefällen bis 70 cm
  • Gewicht: artabhängig, von wenigen Gramm bis über 1 kg
  • Lebenserwartung: 10–25 Jahre, in Aquarienhaltung bei guter Pflege bis über 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Bezeichnung „Fiederbartwels" leitet sich vom auffälligsten Merkmal dieser Fische ab: Ihre Barteln – insbesondere die mandibulären (am Unterkiefer ansetzenden) Barteln – sind seitlich mit feinen, federartigen Verzweigungen besetzt, die an Fiedern erinnern. Dieses Merkmal unterscheidet die Gattung Synodontis deutlich von anderen Welsfamilien. Die meisten Arten besitzen drei Paare solcher Barteln: ein Paar maxilläre Barteln am Oberkiefer und zwei Paare mandibuläre Barteln am Unterkiefer.

Der Körper ist gedrungen bis leicht langgestreckt und seitlich mäßig abgeflacht. Die Haut ist nackt und schuppenlos, wie bei den meisten Welsartigen. Stattdessen tragen viele Arten eine raue, körnige Hautoberfläche aus winzigen Knochenplättchen (Osteodermen). Die Grundfärbung variiert stark zwischen den Arten: Synodontis eupterus (Schmuckfiederbartwels) zeigt ein graubraunes Muster mit dunklen Punkten, während Synodontis nigriventris (Rückenschwimmender Kongowels) eine dunklere Bauchseite als Rückenseite aufweist – eine Umkehrung der bei Fischen üblichen Gegenschattierung.

Allen Arten gemeinsam ist ein kräftiger, mit einem gezähnten Stachel versehener erster Strahl der Rücken- und Brustflossen. Diese Stacheln dienen der Verteidigung und können bei unvorsichtigem Hantieren schmerzhafte Verletzungen verursachen. Die Fettflosse ist bei den meisten Arten gut ausgebildet.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Fiederbartwelse erstreckt sich über weite Teile des afrikanischen Kontinents. Die Gattung Synodontis umfasst über 130 beschriebene Arten und ist damit eine der artenreichsten Welsgattungen überhaupt. Ihr Habitat reicht von den großen Flusssystemen Westafrikas (Niger, Kongo, Volta) über die ostafrikanischen Grabenseen (Tanganjikasee, Malawisee, Viktoriasee) bis zu den Zuflüssen des Nils.

Die meisten Arten besiedeln fließende oder stehende Süßgewässer mit strukturreichem Grund. Sie bevorzugen Biotope mit Felsformationen, Wurzelwerk, Totholz oder dichter Ufervegetation, die ihnen tagsüber Versteckmöglichkeiten bieten. Einige Arten wie Synodontis schall tolerieren auch leicht brackiges Wasser. Die Wasserparameter im natürlichen Habitat sind artabhängig und reichen von weichem, saurem Wasser in Regenwaldflüssen bis zu hartem, alkalischem Wasser in den Grabenseen.

Ernährung

Fiederbartwelse sind überwiegend Allesfresser (Omnivoren) mit einer Tendenz zur tierischen Kost. Die gefiederten Barteln dienen als hochempfindliche Tastorgane, mit denen die Tiere den Bodengrund nach Nahrung absuchen. Zum natürlichen Nahrungsspektrum gehören Insektenlarven, kleine Krebstiere, Würmer, Schnecken, Algenaufwuchs und pflanzliches Material wie Detritus und Samen.

Einige Arten haben spezialisierte Ernährungsstrategien entwickelt. Synodontis nigriventris nimmt häufig Nahrung von der Wasseroberfläche auf, wobei die Rückenschwimmlage hierbei von Vorteil ist. Synodontis multipunctatus frisst neben üblicher Kost auch die Eier und Larven von Buntbarschen – ein Verhalten, das eng mit seiner Brutparasitenbiologie zusammenhängt.

Im Aquarium nehmen die Tiere handelsübliches Frostfutter, Lebend- und Trockenfutter bereitwillig an. Tabletten- und Granulatfutter, das auf den Boden sinkt, eignet sich besonders gut. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit pflanzlichen Anteilen fördert Gesundheit und Farbintensität.

Verhalten & Lebensweise

Die meisten Fiederbartwelse sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Höhlen, Spalten oder unter Wurzeln und werden erst bei nachlassendem Licht aktiv. In der Aquarienhaltung gewöhnen sich viele Exemplare allerdings daran, auch bei gedämpftem Tageslicht Nahrung aufzunehmen.

Innerhalb der Gattung gibt es deutliche Unterschiede im Sozialverhalten. Kleinere Arten wie Synodontis petricola oder S. lucipinnis leben in losen Gruppen und sollten im Aquarium zu mindestens vier bis sechs Tieren gehalten werden. Größere Arten wie Synodontis eupterus sind als Einzelgänger oder in kleinen Gruppen anzutreffen und können bei beengtem Raum territorial gegenüber Artgenossen reagieren. Revierkonflikte äußern sich meist in Drohgebärden und kurzem Verfolgen, selten in ernsthaften Verletzungen.

Gegenüber anderen Fischarten verhalten sich Fiederbartwelse in der Regel friedlich, solange die Beckengenossen nicht deutlich kleiner sind als das Maul des Welses. Die Vergesellschaftung mit mittelgroßen afrikanischen Buntbarschen oder robusten Salmlern gilt als unproblemat