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Fischermarder

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Marder

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pekania pennanti
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Marder (Mustelidae)
  • Gattung: Pekania
  • Lebensraum: Boreale und gemäßigte Nadel- und Mischwälder Nordamerikas
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 47–75 cm, Schwanz 30–42 cm
  • Gewicht: Weibchen 2–3 kg, Männchen 3,5–6 kg
  • Lebenserwartung: 7–10 Jahre in freier Wildbahn, bis 14 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der Fischermarder ist ein kräftig gebauter Vertreter der Familie der Marder mit einem langgestreckten, muskulösen Körper und relativ kurzen Beinen. Sein dichtes Fell ist überwiegend dunkelbraun bis nahezu schwarz gefärbt, wobei die Kopf- und Schulterpartie häufig einen gräulichen bis goldbraunen Schimmer aufweist. Die Unterseite ist in der Regel etwas heller, und viele Individuen tragen einen unregelmäßig geformten, hellen Brustfleck. Das Fell besteht aus einer dichten, weichen Unterwolle und längeren, groben Grannenhaaren, die dem Tier einen seidigen Glanz verleihen.

Der Kopf ist breit und flach mit einer spitz zulaufenden Schnauze, kleinen, abgerundeten Ohren und dunklen Augen. Die Pfoten sind groß und im Winter teilweise behaart, was dem Fischermarder auf Schnee eine gewisse Trittfläche verschafft. Die halbeinziehbaren Krallen sind scharf und gebogen – eine Anpassung an das Klettern in Bäumen. Der buschige Schwanz dient als Balancierhilfe. Der ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus zeigt sich vor allem im Gewicht: Männchen sind oft doppelt so schwer wie Weibchen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Fischermarders erstreckt sich über weite Teile des nördlichen und östlichen Nordamerikas. Es reicht von den borealen Wäldern Kanadas – von British Columbia bis zu den Atlantikprovinzen – südwärts bis in die Gebirgszüge der nördlichen USA, darunter die Appalachen, die Sierra Nevada und die Cascade Range. Historisch war die Art auch in weiten Teilen Neuenglands und der Region der Großen Seen verbreitet, wurde dort jedoch durch intensive Bejagung und Habitatverlust im 19. und frühen 20. Jahrhundert stark zurückgedrängt.

Als bevorzugtes Habitat dienen dem Fischermarder alte, geschlossene Nadel- und Mischwälder mit hohem Kronenschlussgrad. Er benötigt strukturreiche Bestände mit ausreichend Totholz, umgestürzten Stämmen und Baumhöhlen, die als Unterschlupf und Wurfplatz dienen. Offene Landschaften, junge Aufforstungen und stark fragmentierte Waldgebiete meidet er. Diese enge Bindung an reife Waldbestände macht ihn zu einer Indikatorart für intakte boreale und gemäßigte Waldökosysteme.

Ernährung

Der Fischermarder ist ein opportunistischer Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf tierischer Nahrung. Zu seinem Beutespektrum zählen Schneeschuhhasen, Eichhörnchen, Mäuse, Spitzmäuse, Vögel und deren Eier sowie Aas. Saisonal ergänzt er seinen Speiseplan durch Früchte, Beeren und Nüsse, insbesondere im Herbst. Auch Insekten und andere Wirbellose werden gelegentlich gefressen.

Besondere Bekanntheit hat der Fischermarder als einer der wenigen natürlichen Fressfeinde des Urson (Nordamerikanischer Baumstachler) erlangt. Er greift den Stachelschweinverwandten gezielt von vorn an, wo das Gesicht ungeschützt ist, und vermeidet so die mit Widerhaken besetzten Stacheln an Rücken und Schwanz. Trotz seines Namens spielt Fisch in der natürlichen Ernährung des Fischermarders keine wesentliche Rolle. Der irreführende Name geht vermutlich auf eine Verwechslung mit dem europäischen Iltis (französisch „fichet") oder auf das Pelzhandels-Vokabular der frühen Kolonialzeit zurück.

Verhalten & Lebensweise

Fischermarder sind Einzelgänger, die weite Reviere durchstreifen. Die Streifgebiete der Männchen umfassen je nach Nahrungsangebot und Lebensraum zwischen 15 und 80 Quadratkilometer und überlappen häufig mit den kleineren Revieren mehrerer Weibchen (8–30 km²). Die Markierung des Territoriums erfolgt über Duftmarken aus paarigen Analdrüsen sowie über Urin und Kot an markanten Stellen.

Die Art ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, kann aber insbesondere im Winter auch tagsüber auf Nahrungssuche gehen. Fischermarder bewegen sich sowohl am Boden als auch geschickt in den Bäumen fort, wobei sie am Boden einen typischen, für Marder charakteristischen, gebundenen Lauf zeigen. Zum Ruhen nutzen sie Baumhöhlen, Felsspalten, hohle Stämme oder verlassene Baue anderer Tiere. Im Winter graben sie sich gelegentlich in den Schnee ein.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit des Fischermarders fällt in die Monate März und April, kurz nach der Geburt des vorherigen Wurfes. Nach der Befruchtung kommt es zu einer verzögerten Einnistung (Keimruhe oder Diapause): Die befruchtete Eizelle verbleibt mehrere Monate im Ruhezustand, bevor sie sich in der Gebärmutterwand einnistet. Die eigentliche Embryonalentwicklung dauert nur etwa 30–50 Tage, die Gesamttragezeit beträgt durch die Keimruhe jedoch rund 10–11 Monate.

Das Weibchen bringt im Frühjahr in einer geschützten Baumhöhle, oft in beträchtlicher Höhe, einen bis vier Jungtiere zur Welt, in der Regel zwei oder drei. Die Neugeborenen sind blind, nahezu nackt und wiegen bei der Geburt nur etwa 40 Gramm. Sie öffnen nach rund 50 Tagen die Augen und werden etwa zehn Wochen gesäugt. Mit etwa fünf Monaten begin