Flusspferd
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Hippopotamus amphibius
- Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
- Familie: Flusspferde (Hippopotamidae)
- Gattung: Hippopotamus
- Lebensraum: Flüsse, Seen und Sümpfe in Subsahara-Afrika
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 3,0–5,0 m; Schulterhöhe 1,30–1,65 m
- Gewicht: Bullen 1.500–3.200 kg, Kühe 1.000–1.700 kg
- Lebenserwartung: 40–50 Jahre in freier Wildbahn, bis 60 Jahre in menschlicher Obhut
Aussehen & Merkmale
Das Flusspferd – auch Großflusspferd oder Nilpferd genannt – gehört zu den schwersten an Land lebenden Säugetieren. Der massige, tonnenförmige Körper sitzt auf vergleichsweise kurzen, stämmigen Beinen. Jeder Fuß trägt vier Zehen, die durch kleine Schwimmhäute verbunden sind und das Gewicht auf weichem Untergrund gleichmäßig verteilen.
Die Haut ist nahezu haarlos, zwischen 4 und 6 cm dick und von graubrauner bis schiefergrauer Färbung. An Bauch, Ohren und Hautfalten schimmert sie oft rosafarben. Eine Besonderheit ist die Absonderung eines ölhaltigen, rötlichen Sekrets aus speziellen Hautdrüsen. Dieses sogenannte „Blutschwitzen" dient als natürlicher Sonnenschutz und hemmt das Wachstum von Bakterien auf der feuchten Hautoberfläche.
Der breite, flache Kopf mit den hochstehenden Augen, Ohren und Nasenlöchern ist eine Anpassung an das Leben im Wasser: Das Tier kann fast vollständig untergetaucht bleiben, während es gleichzeitig sieht, hört und atmet. Das Maul lässt sich bis zu 150 Grad weit öffnen. Die unteren Eckzähne (Hauer) wachsen zeitlebens und können bei Bullen über 50 cm lang werden. Sie bestehen aus extrem hartem Elfenbein und dienen vor allem als Waffen bei Rivalenkämpfen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Flusspferds erstreckt sich über weite Teile Subsahara-Afrikas. Historisch besiedelte die Art auch das Niltal bis zum Mittelmeerraum, doch dort ist sie seit dem 19. Jahrhundert ausgestorben. Heute finden sich die größten Populationen in Ostafrika – vor allem in Tansania, Uganda, Kenia und Sambia – sowie in einigen westafrikanischen Ländern.
Das bevorzugte Habitat sind langsam fließende Flüsse, Seen, Stauseen und saisonale Überschwemmungsgebiete mit ausreichend tiefem Wasser und angrenzendem Grasland. Die Tiere benötigen Wasserstellen, die tief genug sind, um den Körper vollständig zu bedecken, da die Haut bei längerer Trockenheit schnell austrocknet und Risse bildet. Zugleich müssen im Umkreis von wenigen Kilometern offene Grasflächen als Nahrungshabitat vorhanden sein.
Die einzige andere rezente Art der Familie Hippopotamidae ist das Zwergflusspferd (Choeropsis liberiensis), das in den Regenwäldern Westafrikas lebt und sich ökologisch wie morphologisch deutlich vom Großflusspferd unterscheidet.
Ernährung
Flusspferde sind überwiegend Pflanzenfresser mit einer ausgeprägten Spezialisierung auf Gräser. Nach Einbruch der Dämmerung verlassen sie das Wasser und wandern auf festen Wechseln – sogenannten Flusspferdpfaden – zu ihren Weidegründen. Dort grasen sie vier bis sechs Stunden lang und nehmen dabei pro Nacht etwa 40 bis 60 kg Pflanzenmaterial auf. Gemessen an ihrem Körpergewicht ist das eine relativ geringe Futtermenge, was mit dem niedrigen Energiebedarf durch die überwiegend ruhende Lebensweise tagsüber zusammenhängt.
Die breiten Lippen reißen Gräser büschelweise ab; die Backenzähne sind als flache Mahlzähne ausgebildet und eignen sich gut zum Zerkleinern faserreicher Pflanzenkost. Gelegentlich wurden Flusspferde beim Verzehr von Aas oder bei aasfressendem Verhalten beobachtet, was jedoch als Ausnahme gilt und möglicherweise auf Nährstoffmangel zurückzuführen ist.
Verhalten & Lebensweise
Flusspferde leben in Gruppen von 10 bis 30, manchmal bis zu 100 Tieren, die als Schulen oder Herden bezeichnet werden. Eine solche Gruppe besteht typischerweise aus Kühen mit ihren Jungtieren sowie einem dominanten Bullen, der ein Wasserrevier beansprucht und gegen Rivalen verteidigt. Unterlegene Männchen halten sich am Rand der Gruppe oder als Einzelgänger in der Nähe auf.
Tagsüber ruhen die Tiere dicht gedrängt im Wasser oder auf Sandbänken. Sie sind überwiegend nachtaktiv: Die Nahrungsaufnahme findet fast ausschließlich in den Dunkelstunden statt. Unter Wasser können Flusspferde bis zu fünf Minuten den Atem anhalten; dabei verschließen sich Nasenlöcher und Ohren automatisch.
Die Kommunikation erfolgt über ein breites Repertoire an Lauten – tiefes Grunzen, Brüllen und nasale Schnaublaute –, die sowohl über als auch unter Wasser übertragen werden. Zur Reviermarkierung schleudern Bullen ihren Kot mit schnellen Schwanzbewegungen in weitem Umkreis. Obwohl Flusspferde im Wasser träge wirken, können sie an Land Geschwindigkeiten von über 30 km/h erreichen. Sie gelten als eines der gefährlichsten Großtiere Afrikas: Territoriale Bullen und Kühe mit Jungtieren reagieren auf Störungen äußerst aggressiv.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarung findet im Wasser statt. Dominante Bullen beanspruchen ein Wasserrevier und verteidigen den Zugang zu den paarungsbereiten Kühen in zum Teil blutigen Kämpfen, bei denen die mächtigen Hauer schwere Verletzungen verursachen können. Eine feste Paarungszeit gibt es nicht, doch häufen sich die Geburten in vielen Reg