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Zwergflusspferd

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Flusspferde & Giraffen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Choeropsis liberiensis (Morton, 1849)
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Flusspferde (Hippopotamidae)
  • Gattung: Choeropsis
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder und Sumpfgebiete Westafrikas
  • Größe: Schulterhöhe 75–100 cm, Körperlänge 150–175 cm
  • Gewicht: 180–275 kg
  • Lebenserwartung: 30–55 Jahre (in Gefangenschaft bis 55 Jahre, in freier Wildbahn deutlich kürzer)

Aussehen & Merkmale

Das Zwergflusspferd ähnelt in seiner Grundgestalt dem Großflusspferd (Hippopotamus amphibius), ist jedoch erheblich kleiner und leichter gebaut. Mit einem Gewicht von maximal 275 kg bringt es nur etwa ein Zehntel der Masse seines größeren Verwandten auf die Waage. Der Körper ist tonnenförmig, die Beine verhältnismäßig lang und schlank – eine Anpassung an das Leben im dichten Unterholz tropischer Wälder.

Die Haut ist glatt, nahezu unbehaart und von dunkelbrauner bis schwarzgrüner Färbung, an der Bauchseite heller, teils mit einem graurosa Schimmer. Wie beim Großflusspferd scheidet die Haut ein rötliches Sekret aus, das umgangssprachlich als „Blutschweiß" bezeichnet wird. Dieses Sekret wirkt als natürlicher Sonnenschutz und besitzt antibakterielle Eigenschaften.

Im Unterschied zum Großflusspferd sind die Augen beim Zwergflusspferd seitlich am Kopf positioniert und ragen nicht nach oben hervor. Die Nasenlöcher sind ebenfalls nicht auf der Schädeloberseite angeordnet. Beides deutet darauf hin, dass diese Art weniger stark an ein dauerhaft aquatisches Leben angepasst ist. Die Zehen sind weniger stark mit Schwimmhäuten verbunden und stehen etwas weiter gespreizt, was die Fortbewegung auf weichem Waldboden erleichtert.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Zwergflusspferds beschränkt sich auf einen schmalen Streifen in Westafrika. Die verbliebenen Populationen leben in Liberia, Sierra Leone, Guinea und der Elfenbeinküste. Liberia beherbergt den größten Anteil des Gesamtbestands.

Als bevorzugtes Habitat dienen dichte tropische Tieflandregenwälder, Galeriewälder entlang von Flussläufen sowie Sumpfgebiete und feuchte Savannenränder. Die Nähe zu Gewässern – Bäche, Flüsse, Sümpfe – ist für die Art essenziell, da sie regelmäßig ins Wasser geht, um ihre Haut feucht zu halten und ihre Körpertemperatur zu regulieren. Das Biotop muss dichten Unterwuchs bieten, der als Deckung und Nahrungsquelle dient.

Durch großflächige Abholzung und die Umwandlung von Waldgebieten in Agrarflächen ist das einstige Verbreitungsgebiet stark geschrumpft und fragmentiert. Viele Teilpopulationen sind heute voneinander isoliert.

Ernährung

Das Zwergflusspferd ist ein reiner Pflanzenfresser (Herbivor). Sein Nahrungsspektrum umfasst Blätter, Farne, Kräuter, Früchte und Gräser. Im Unterschied zum grasenden Großflusspferd nimmt das Zwergflusspferd einen erheblichen Anteil seiner Nahrung aus dem Unterwuchs und von niedrigen Sträuchern auf. Es frisst auch heruntergefallene Früchte vom Waldboden und nagt gelegentlich an Rinde und Wurzeln.

Der Magen ist mehrkammerig aufgebaut, allerdings handelt es sich beim Zwergflusspferd nicht um einen echten Wiederkäuer. Die Gärung der pflanzlichen Nahrung findet in einem modifizierten Vormagen statt – ein sogenannter Pseudowiederkäuer-Typ, der eine effiziente Verwertung zellulosereicher Kost ermöglicht.

Verhalten & Lebensweise

Im Gegensatz zum geselligen Großflusspferd lebt das Zwergflusspferd überwiegend einzelgängerisch. Paare finden sich nur zur Paarungszeit zusammen, und selbst Mutter-Kalb-Verbände lösen sich nach der Entwöhnung auf. Die Tiere sind vorwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Tagsüber ruhen sie in Erdmulden, hohlen Baumstämmen oder im Wasser, oft in sumpfigen Senken oder an geschützten Flussufern.

Jedes Tier nutzt ein eigenes Revier, das es durch Kotmarkierungen und das Verteilen von Dung mit wedelnden Schwanzbewegungen kennzeichnet. Die Reviere der Männchen sind größer als die der Weibchen und können sich mit den Territorien mehrerer Weibchen überschneiden. Direkte Konfrontationen zwischen Männchen kommen vor, führen aber selten zu schweren Verletzungen.

Im Wald legt das Zwergflusspferd regelmäßig genutzte Wechselpfade an, die tunnelförmig durch dichtes Unterholz führen. Diese Pfade werden konsequent beibehalten und dienen der schnellen Flucht bei Gefahr.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung ist nicht streng saisongebunden, wobei Geburten in freier Wildbahn am häufigsten in der Regenzeit beobachtet werden. Nach einer Tragzeit von etwa 190 bis 210 Tagen bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes Kalb zur Welt, Zwillingsgeburten sind äußerst selten.

Das Neugeborene wiegt zwischen 4,5 und 6 kg und ist zunächst auf den Schutz dichter Vegetation oder sumpfiger Verstecke angewiesen. Anders als beim Großflusspferd, das im Wasser gebiert, findet die Geburt beim Zwergflusspferd an Land statt. Das Kalb kann bereits kurz nach der Geburt stehen und laufen, bleibt jedoch in den ersten Lebenswochen weitgehend im Versteck, während die Mutter in der Umgebung nach Nahrung sucht und zum Säugen zurückkehrt.

Die Stillzeit dauert sechs bis acht Monate. Mit etwa fünf Jahren erreichen