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Okapi

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Flusspferde & Giraffen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Okapia johnstoni
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Giraffenartigen (Giraffidae)
  • Gattung: Okapia
  • Lebensraum: Tropischer Regenwald Zentralafrikas
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge ca. 200–210 cm, Schulterhöhe 150–170 cm
  • Gewicht: 200–350 kg
  • Lebenserwartung: 20–30 Jahre (in Gefangenschaft bis 33 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Das Okapi wirkt auf den ersten Blick wie eine Kreuzung aus Pferd und Zebra, ist jedoch der einzige lebende Verwandte der Giraffe (Giraffa camelopardalis). Beide Arten bilden zusammen die Familie der Giraffenartigen (Giraffidae). Der Körperbau des Okapis ist kompakt und kräftig, der Rücken fällt von der Kruppe leicht nach vorn ab, sodass die Hinterhand höher steht als die Schulter – ein Merkmal, das an die Giraffe erinnert.

Das kurze, samtige Fell ist am Rumpf dunkel rotbraun bis schokoladenbraun gefärbt. Die auffälligsten Kennzeichen sind die horizontal verlaufenden, weiß-schwarzen Streifen an den Oberseiten der Hinterläufe und am Ansatz der Vorderläufe. Diese Streifenzeichnung dient vermutlich der Tarnung im lichtdurchfluteten Unterholz des Regenwaldes, wo durch das Blätterdach ein Mosaik aus Licht und Schatten entsteht. Zusätzlich helfen die Streifen Jungtieren, ihrer Mutter im dichten Wald zu folgen.

Der Kopf ist schmal und erinnert an den der Giraffe. Männchen tragen zwei kurze, fellige Knochenzapfen (Ossikone), die nach hinten gerichtet sind und eine Länge von etwa 15 cm erreichen. Weibchen besitzen statt der Ossikone lediglich leichte Erhebungen am Schädel. Die Zunge des Okapis ist blaugrau bis violett gefärbt und mit bis zu 35 cm Länge außergewöhnlich lang und beweglich. Mit ihr kann das Tier Blätter von Zweigen streifen und sich selbst die Augenlider und Ohren putzen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Okapis beschränkt sich auf die dichten tropischen Regenwälder der Demokratischen Republik Kongo in Zentralafrika. Es ist damit eines der wenigen großen Säugetiere, deren Habitat ausschließlich in einem einzigen Land liegt. Der Großteil der Population lebt im Ituri-Regenwald im Nordosten des Landes, wo 1992 das Okapi-Wildtierreservat eingerichtet wurde – ein rund 13.700 km² großes Schutzgebiet, das zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt.

Okapis bevorzugen als Biotop dichte, immergrüne Tieflandregenwälder in Höhenlagen zwischen 500 und 1.500 Metern. Sie halten sich bevorzugt in der Nähe von Gewässern auf und nutzen Lichtungen sowie sekundäre Waldgebiete, in denen das Unterholz dichter und das Nahrungsangebot reichhaltiger ist.

Ernährung

Das Okapi ist ein reiner Pflanzenfresser (Herbivor) und ernährt sich überwiegend von Blättern, Knospen, jungen Trieben, Früchten und Farnen. Insgesamt wurden über 100 verschiedene Pflanzenarten im Nahrungsspektrum dokumentiert. Viele dieser Pflanzen sind für andere Tierarten giftig, was die ökologische Nische des Okapis unterstreicht.

Mit seiner langen, greiffähigen Zunge streift das Okapi gezielt Blätter von Ästen ab. Es leckt zudem an mineralhaltigem Ton und Flusssedimenten, um seinen Bedarf an Salzen und Spurenelementen zu decken – ein Verhalten, das als Geophagie bekannt ist. Der Verdauungstrakt entspricht dem eines Wiederkäuers: Wie die Giraffe besitzt das Okapi einen vierkammerigen Magen und käut wieder.

Verhalten & Lebensweise

Okapis sind überwiegend tagaktiv, wobei sie in den Morgen- und Nachmittagsstunden am aktivsten sind. Sie leben einzelgängerisch und streng territorial. Erwachsene Tiere beanspruchen feste Streifgebiete, die sie durch Urinmarkierungen und durch ein teerartiges Sekret aus Drüsen an den Füßen kennzeichnen. Die Reviergröße variiert, liegt bei Weibchen aber typischerweise bei mehreren Quadratkilometern.

Soziale Kontakte zwischen erwachsenen Okapis beschränken sich weitgehend auf die Paarungszeit. Männchen suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen und folgen deren Duftspuren. Außerhalb der Fortpflanzung meiden sich die Tiere gegenseitig. Die Kommunikation erfolgt vorwiegend über Infraschall-Rufe im Frequenzbereich unter 20 Hz, die für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar sind. Diese niederfrequenten Laute können im dichten Wald über weite Distanzen übertragen werden und dienen insbesondere der Kontaktaufnahme zwischen Mutter und Kalb.

Dank ihres ausgeprägten Gehörs und ihres Geruchssinns nehmen Okapis Fressfeinde wie den Leoparden (Panthera pardus) frühzeitig wahr. Bei Gefahr flüchten sie in dichtes Unterholz, wo ihnen ihre Streifenzeichnung zusätzliche Tarnung bietet.

Fortpflanzung & Aufzucht

Okapis haben keine feste Paarungszeit; die Fortpflanzung kann ganzjährig stattfinden. Die Tragzeit beträgt 14 bis 15 Monate und damit deutlich länger als bei den meisten anderen Paarhufern vergleichbarer Größe. In der Regel wird ein einzelnes Kalb geboren, Zwillingsgeburten sind extrem selten.

Neugeborene Kälber wiegen zwischen 14 und 30 kg. Unmittelbar nach der Geburt sucht das Jungtier ein geschütztes Versteck im Unterholz auf, wo es in den ersten Lebenswochen den Großteil der Zeit reglos verharrt – eine Überlebensstrategie, die als „Abliegerverhalten" bezeichnet wird. Die Mutter kehrt regelmäßig zum Säugen zurück, h