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Gebärmutter

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Anatomie & Körperbau > Innere Organe & Systeme

Definition & Überblick

Die Gebärmutter (lat. Uterus) ist ein muskulöses Hohlorgan des weiblichen Genitaltrakts, das bei allen Säugetieren (Mammalia) der Einnistung (Nidation) befruchteter Eizellen, der Ernährung und dem Schutz der Embryonen bzw. Feten sowie deren Austreibung während der Geburt dient. Zusammen mit den Eileitern (Tubae uterinae, Ovidukte), den Eierstöcken (Ovaria), der Scheide (Vagina) und dem Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae) bildet der Uterus den inneren weiblichen Geschlechtsapparat. Die Gebärmutter liegt intraperitoneal bzw. retroperitoneal im Becken- und je nach Tierart auch im kaudalen Bauchraum und wird über das breite Mutterband (Ligamentum latum uteri, Mesometrium) am Körper befestigt.

Aufbau & Struktur

Der Uterus gliedert sich grundsätzlich in drei Abschnitte:

  • Gebärmutterhörner (Cornua uteri) – paarige, tubuläre Anteile, die kranial an die Eileiter anschließen. In ihnen findet bei den meisten Haussäugetieren die Trächtigkeit statt.
  • Gebärmutterkörper (Corpus uteri) – der unpaare, kaudal der Hörner gelegene Abschnitt, der durch Verschmelzung der beiden Müller-Gänge (Ductus paramesonephrici) während der Embryonalentwicklung entsteht.
  • Gebärmutterhals (Cervix uteri) – der dickwandige, kaudal in die Vagina ragende Abschnitt mit engem Lumen (Canalis cervicis), der durch Schleimhautfalten, Muskelverschluss und zähen Zervikalschleim eine funktionelle Barriere zwischen Uteruslumen und Außenwelt bildet.

Die Wand des Uterus besteht aus drei Schichten:

  • Endometrium (Tunica mucosa) – die Schleimhaut mit Oberflächenepithel und Uterindrüsen (Glandulae uterinae), die Nährsekrete (Uterusmilch, Histiotrophe) produzieren. Beim Wiederkäuer trägt das Endometrium Karunkeln, knopfartige Schleimhauterhebungen, die als maternale Anteile der Plazenta dienen.
  • Myometrium (Tunica muscularis) – die kräftige Muskelschicht aus innerer Ring- und äußerer Längsmuskulatur mit einer dazwischenliegenden Gefäßschicht (Stratum vasculare). Das Myometrium erzeugt die Wehentätigkeit unter der Geburt und unterliegt der Steuerung durch Oxytocin und Prostaglandine.
  • Perimetrium (Tunica serosa) – der peritoneale Überzug, der in das Mesometrium übergeht.

Die arterielle Versorgung erfolgt über die Arteria uterina (aus der A. iliaca interna oder A. vaginalis, je nach Spezies) sowie die Arteria ovarica. Der venöse Abfluss läuft über die gleichnamigen Venen. Die Innervation geschieht über sympathische und parasympathische Fasern des Plexus hypogastricus.

Funktion

Die zentrale Aufgabe des Uterus liegt in der Reproduktion. Nach der Ovulation und Befruchtung im Eileiter gelangen die Embryonen in das Uteruslumen, wo sie sich in das vorbereitete Endometrium einnisten. Die Uterindrüsen sezernieren Histiotrophe, die den Embryo in der Frühträchtigkeit ernährt, bis die Plazenta funktionsfähig ist. Im weiteren Verlauf der Gravidität wächst der Uterus erheblich; bei der tragenden Stute kann er mehrere Kilogramm wiegen, beim tragenden Rind mit Fruchtwasser und Kalb über 50 kg.

Neben der Fruchthaltefunktion spielt der Uterus eine endokrinologische Rolle: Das Endometrium produziert Prostaglandin F2α (PGF2α), das gegen Ende des Sexualzyklus die Rückbildung (Luteolyse) des Gelbkörpers (Corpus luteum) am Eierstock auslöst und damit den Zyklus steuert. Während der Trächtigkeit wird diese Luteolyse unterdrückt, um den Gelbkörper und damit die Progesteronproduktion aufrechtzuerhalten.

Unterschiede zwischen Tierarten

Die vergleichende Anatomie unterscheidet vier Grundtypen des Säugetieruterus nach dem Grad der Verschmelzung der beiden Müller-Gänge:

  • Uterus duplex – zwei vollständig getrennte Uteri mit jeweils eigener Zervix. Typisch für Kaninchen, Hasen und viele Nagetiere.
  • Uterus bicornis – zwei lange Gebärmutterhörner und ein relativ kurzer gemeinsamer Körper mit einer Zervix. Dieser Typ liegt bei den meisten Haussäugetieren vor: Schwein, Rind, Schaf, Ziege, Pferd, Hund und Katze. Die Proportionen variieren allerdings erheblich: Beim Schwein können die Hörner über einen Meter lang sein, der Körper ist kurz. Beim Pferd ist der Körper relativ lang, die Hörner kürzer und breit ausladend.
  • Uterus simplex – ein vollständig verschmolzener, birnenförmiger Uteruskörper ohne Hörner. Dieser Typ kommt bei Primaten einschließlich des Menschen vor.
  • Uterus bipartitus – als Sonderform des Uterus bicornis: Die Hörner reichen weit in den Körper hinein und sind durch ein inneres Septum getrennt (z. B. Wiederkäuer, bei denen ein Velum uteri die Hörner im Bereich des Corpus teilweise separiert).

Besonderheiten

Beim Rind und anderen Wiederkäuern finden sich im Endometrium 80 bis 120 Karunkeln (Carunculae), die während der Trächtigkeit mit den fetalen Kotyledonen eine Plazenta cotyledonaria