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Geigenrochen

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Tierart – Fische > Knorpelfische – Haie & Rochen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Rhinobatidae (Familie); zahlreiche Arten, z. B. Rhinobatos rhinobatos (Gemeiner Geigenrochen)
  • Ordnung: Rhinopristiformes
  • Familie: Rhinobatidae (Geigenrochen), daneben die verwandte Familie Glaucostegidae (Riesige Geigenrochen)
  • Lebensraum: Küstennahe Flachwasserzonen tropischer und subtropischer Meere, teils auch gemäßigte Gewässer; sandige und schlammige Böden
  • Größe: Je nach Art 50 cm bis über 3 m Gesamtlänge
  • Gewicht: Kleinere Arten wenige Kilogramm, große Vertreter wie der Gefleckte Geigenrochen (Glaucostegus typus) bis etwa 135 kg
  • Lebenserwartung: Geschätzt 15–25 Jahre, bei größeren Arten möglicherweise länger

Aussehen & Merkmale

Geigenrochen tragen ihren deutschen Namen aufgrund ihrer auffälligen Körperform: Der vordere Rumpfabschnitt ist abgeflacht und geht ohne scharfe Grenze in einen kräftigen, haiähnlichen Schwanz über. Die Gesamtsilhouette erinnert an den Korpus einer Gitarre oder Geige. Damit stehen sie morphologisch zwischen den typischen Haien und den stark abgeflachten Rochen – ein Umstand, der ihnen im Englischen den Namen „guitarfish" eingebracht hat.

Die Brustflossen sind breit und mit der Kopfregion verwachsen, wie es für Rochen charakteristisch ist. Die Schnauze ist mehr oder weniger spitz zulaufend, je nach Gattung und Art. Anders als bei vielen Rochen besitzen Geigenrochen zwei gut ausgebildete Rückenflossen und eine kräftige Schwanzflosse, die aktiv zum Vortrieb genutzt wird. Die Haut ist mit kleinen Plakoidschuppen (Hautzähnchen) bedeckt, die sich rau anfühlen. Die Oberseite ist meist sandig-braun bis olivgrau gefärbt und dient der Tarnung auf dem Meeresboden. Die Unterseite ist heller, oft weißlich.

Die Augen sitzen auf der Oberseite des Kopfes, direkt dahinter befinden sich die Spritzlöcher (Spirakula), durch die das Tier Atemwasser zu den Kiemen leitet, ohne Sand aufnehmen zu müssen. Das Maul liegt ventral, also auf der Unterseite, und ist mit kleinen, pflasterartigen Zähnen besetzt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Geigenrochen erstreckt sich über weite Teile der tropischen und subtropischen Küstengewässer weltweit. Sie kommen im Atlantik, Indischen Ozean, Pazifik und im Mittelmeer vor. Der Gemeine Geigenrochen (Rhinobatos rhinobatos) ist beispielsweise im östlichen Atlantik von der Biskaya bis nach Südafrika sowie im gesamten Mittelmeer heimisch.

Ihr bevorzugtes Habitat sind flache Küstenzonen mit sandigem oder schlammigem Untergrund – Buchten, Lagunen, Flussmündungen und Riffflachbereiche. Die meisten Arten halten sich in Tiefen von wenigen Metern bis etwa 100 m auf, wobei sie bevorzugt im Bereich unter 30 m anzutreffen sind. Einige Arten tolerieren leicht brackiges Wasser und dringen gelegentlich in Ästuare vor. Das Biotop zeichnet sich durch warme Wassertemperaturen und nährstoffreiche Sedimentböden aus, die gleichzeitig als Nahrungsquelle und Deckung dienen.

Ernährung

Geigenrochen sind benthische Räuber, die ihre Nahrung am oder im Meeresboden suchen. Ihr Nahrungsspektrum umfasst vor allem kleine Krebstiere wie Garnelen, Krabben und Amphipoden, daneben Muscheln, Würmer und kleine bodennah lebende Fische. Mit ihrem unterständigen Maul und den stumpfen Mahlzähnen sind sie darauf spezialisiert, hartschalige Beutetiere zu zerdrücken.

Die Nahrungssuche erfolgt häufig in der Dämmerung oder nachts. Dabei bewegen sich die Tiere langsam über den Grund und orten Beute mithilfe der Lorenzinischen Ampullen – spezialisierte Elektrorezeptoren, die selbst schwache bioelektrische Felder versteckter Organismen im Sediment wahrnehmen können.

Verhalten & Lebensweise

Geigenrochen sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verharren sie häufig regungslos auf dem Grund, teils leicht im Sand eingegraben, was ihre Tarnung zusätzlich verstärkt. Sie gelten als eher einzelgängerisch, werden aber saisonal in lockeren Aggregationen beobachtet, etwa in flachen Küstenbereichen während der Paarungszeit oder an besonders nahrungsreichen Stellen.

Zur Fortbewegung nutzen Geigenrochen weniger die Brustflossen als vielmehr kräftige Seitwärtsbewegungen des Schwanzes – ein Schwimmstil, der stärker an Haie als an typische Rochen erinnert. Die Brustflossen spielen hauptsächlich beim Manövrieren und beim Aufstöbern von Beute im Sediment eine Rolle.

Geigenrochen sind nicht territorial und zeigen kein ausgeprägtes Revierverhalten. Manche Arten unternehmen küstennahe saisonale Wanderungen, die mit Wassertemperaturschwankungen und Fortpflanzungszyklen zusammenhängen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Wie die meisten Rochen sind Geigenrochen ovovivipar (auch: aplazental vivipar) – die Embryonen entwickeln sich in Eiern innerhalb des Uterus der Mutter und werden als voll ausgebildete Jungtiere geboren. Eine Plazentaverbindung besteht nicht; die Embryonen ernähren sich vom Dottervorrat.

Die Paarung findet in der Regel in den wärmeren Monaten statt. Bei der Kopulation beißt sich das Männchen an einer Brustflosse des Weibchens fest und führt einen seiner Klaspern (paarige Begattungsorgane, die aus den umgebildeten Bauchflossen hervorgegangen sind) in die Kloake des Weibchens ein. Die Tragzeit variiert je nach Art und beträgt etwa 4 bis 12 Monate. Pro Wurf bringt ein Weibchen zwischen 4 und 20 Jungtiere