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Gelbling

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge & Motten – weitere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Colias spp. (diverse Arten, z. B. Colias hyale – Goldene Acht, Colias croceus – Wandergelbling / Postillon)
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Weißlinge (Pieridae)
  • Unterfamilie: Gelblinge (Coliadinae)
  • Gattung: Colias
  • Lebensraum: Offenlandschaften, Magerrasen, Wiesen, Ruderalflächen, Kulturlandschaften
  • Flügelspannweite: 35–55 mm (artabhängig)
  • Gewicht: ca. 0,1–0,3 g
  • Lebenserwartung: Imagines etwa 2–4 Wochen; Gesamtentwicklung (Ei bis Falter) mehrere Monate bis über ein Jahr bei überwinternden Stadien

Aussehen & Merkmale

Gelblinge sind mittelgroße Tagfalter, deren Name auf die auffällige gelbe bis orangegelbe Grundfärbung der Flügeloberseiten zurückgeht. Die Flügelränder tragen bei den meisten Arten einen durchgehenden dunklen Saum, der aus schwärzlichen Schuppen gebildet wird. Im Zentrum der Vorderflügel befindet sich häufig ein dunkler, scharf abgegrenzter Diskalfleck; auf den Hinterflügeln zeigt sich ein heller, oft orange oder rötlich umrandeter Fleck. Die Flügelunterseiten sind deutlich blasser – grünlich-gelb bis gelblich-weiß – und mit feinen, teils verwaschenen Punkten oder Linien gezeichnet. Diese kryptische Unterseite dient in Ruhestellung als Tarnung.

Ein für die Gattung Colias typisches Merkmal ist der ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus. Weibchen treten bei mehreren Arten in einer blassen, fast weißlichen Farbvariante auf (sogenannte forma helice bei Colias croceus oder forma pallida bei Colias hyale). Männchen sind stets kräftiger gefärbt und besitzen auf den Vorderflügeln Androkonien – spezialisierte Duftschuppen, die bei der Partnerfindung eine Rolle spielen. Der Körper ist dicht behaart, was den Tieren in kühlen Habitaten beim Thermoregulieren hilft. Fühler und Beine sind rosafarben bis gelblich.

Lebensraum & Verbreitung

Die Gattung Colias ist nahezu holarktisch verbreitet und umfasst weltweit rund 80 bis 90 beschriebene Arten. In Mitteleuropa kommen vor allem drei Arten regelmäßig vor: die Goldene Acht (Colias hyale), der Hufeisenklee-Gelbling (Colias alfacariensis) und der Wandergelbling oder Postillon (Colias croceus). Während C. hyale und C. alfacariensis als Standfalter in Mitteleuropa bodenständig sind, erreicht der Postillon seine nördlichen Verbreitungsgrenzen nur durch saisonale Wanderflüge aus dem Mittelmeerraum.

Das bevorzugte Habitat sind nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Offenlandschaften: Kalkmagerrasen, extensiv genutzte Wiesen, Luzernefelder, Kleeäcker, Wegränder und Brachen. In höheren Lagen Europas finden sich spezialisierte Arten wie der Alpen-Gelbling (Colias phicomone), der alpine Matten und subalpine Wiesen oberhalb von 1.500 m besiedelt. Die Bindung an bestimmte Biotope ergibt sich vor allem aus dem Vorkommen der jeweiligen Raupen-Futterpflanzen.

Ernährung

Adulte Gelblinge ernähren sich ausschließlich von Nektar. Sie bevorzugen blütenreiche Bestände und saugen an Klee (Trifolium), Luzerne (Medicago), Flockenblumen (Centaurea), Skabiosen und anderen Wiesenblüten. Der Saugrüssel (Proboscis) ist gut entwickelt und ermöglicht den Zugang auch zu tieferen Blütenkelchen.

Die Raupen sind auf Schmetterlingsblütler (Fabaceae) spezialisiert. Colias hyale frisst bevorzugt an Luzerne und verschiedenen Kleearten, C. alfacariensis an Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) und Kronwicke (Coronilla varia), C. croceus an Luzerne, Klee und Hornklee (Lotus corniculatus). Die Raupen fressen vor allem nachts und ruhen tagsüber eng an den Blattrippen anliegend, was sie durch ihre grüne Grundfärbung mit hellen Seitenstreifen schwer erkennbar macht.

Verhalten & Lebensweise

Gelblinge sind ausschließlich tagaktiv. Ihre Flugzeit erstreckt sich in Mitteleuropa je nach Art von Mai bis Oktober, wobei der Wandergelbling in günstigen Jahren bereits ab April auftreten kann. An sonnigen Tagen patrouillieren die Männchen in raschem, geradlinigem Flug über geeignete Habitate und suchen nach paarungsbereiten Weibchen. Die Falter sind ausgesprochen sonnenliebend und stellen ihre Flugtätigkeit bei Bewölkung rasch ein. In Ruhephasen klappen sie die Flügel stets zusammen, sodass nur die getarnte Unterseite sichtbar ist.

Ein typisches Thermoregulationsverhalten zeigt sich am Morgen: Die Tiere setzen sich seitlich zur Sonne und spreizen die Flügel leicht, um die Flugmuskulatur auf Betriebstemperatur zu bringen. Der Postillon ist als Wanderfalter bekannt und legt bei seinen Nordwanderungen aus dem Mittelmeergebiet Distanzen von mehreren hundert Kilometern zurück – vergleichbar mit dem Admiral (Vanessa atalanta).

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz besteht aus einem Verfolgungsflug des Männchens, bei dem visuelle Reize (Flügelfarbe) und olfaktorische Signale der Androkonien