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Geweihschnauzen-Schmerle

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Acantopsis dialuzona (van Hasselt, 1823)
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Schmerlen (Cobitidae)
  • Gattung: Acantopsis
  • Lebensraum: Fließgewässer und sandige Flussabschnitte in Südostasien
  • Größe: 15–22 cm (Gesamtlänge)
  • Gewicht: ca. 30–60 g
  • Lebenserwartung: 8–12 Jahre bei guter Haltung

Aussehen & Merkmale

Die Geweihschnauzen-Schmerle verdankt ihren deutschen Trivialnamen den auffälligen, geweihartigen Dornen unterhalb der Augen, die bei Bedrohung aufgestellt werden können. Diese suborbitalen Stacheln sind ein typisches Merkmal der Gattung Acantopsis und dienen der Verteidigung. Der Körper ist langgestreckt, seitlich leicht abgeflacht und stromlinienförmig – eine Anpassung an die bodennahe Lebensweise in fließenden Gewässern.

Die Grundfärbung variiert je nach Herkunftspopulation von blassem Sandgelb über helles Grau bis hin zu einem warmen Ocker. Auf dem Rücken und den Flanken verlaufen unregelmäßige dunkle Sattelflecken oder Querbänder, die der Tarnung auf sandigem Substrat dienen. Der Bauch ist heller, meist weißlich. Die Schuppen sind sehr klein und in die Haut eingebettet, was der Körperoberfläche ein glattes, fast schuppenloses Erscheinungsbild verleiht.

Das Maul ist unterständig und wird von drei Paar kurzen Barteln umgeben, die als Tastorgane beim Durchsuchen des Substrats nach Nahrung dienen. Die Augen sitzen relativ hoch am Kopf – eine typische Anpassung bodenbewohnender Fische. Die Flossen sind weitgehend transparent mit gelegentlichen dunklen Punktreihen. Männchen und Weibchen lassen sich äußerlich nur schwer unterscheiden; geschlechtsreife Weibchen erscheinen in der Regel fülliger im Bauchbereich.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Geweihschnauzen-Schmerle erstreckt sich über weite Teile Südostasiens. Die Art kommt in Indonesien (Sumatra, Borneo, Java), Malaysia, Thailand, Vietnam und Myanmar vor. Sie besiedelt langsam bis mäßig fließende Flüsse und Bäche mit sandigem oder feinkiesigem Grund. Ihr bevorzugtes Habitat sind flache, klare Gewässerabschnitte mit lockerem Bodensubstrat, in das sich die Tiere eingraben können.

In ihrem Biotop teilt sich Acantopsis dialuzona den Lebensraum häufig mit anderen bodenorientierten Arten wie Prachtschmerlen (Chromobotia macracanthus) oder verschiedenen Vertretern der Flossensaugerfamilie (Balitoridae). Die Wassertemperatur im natürlichen Habitat liegt zwischen 24 und 28 °C, der pH-Wert bewegt sich im leicht sauren bis neutralen Bereich (6,0–7,5).

In der Aquaristik wird die Art gelegentlich auch unter den Bezeichnungen Pferdekopf-Schmerle oder Horseface Loach (englisch) geführt. Taxonomisch ist die Gattung Acantopsis noch nicht vollständig revidiert; einige Populationen aus unterschiedlichen Regionen könnten sich bei näherer Untersuchung als eigenständige Arten herausstellen.

Ernährung

Die Geweihschnauzen-Schmerle ernährt sich in der Natur überwiegend von kleinen wirbellosen Tieren, die sie im Bodengrund aufspürt. Dazu gehören Insektenlarven (besonders Zuckmücken- und Eintagsfliegenlarven), kleine Würmer, Kleinkrebse und Mikroorganismen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt, indem der Fisch Sand durch das Maul aufnimmt, verwertbare Partikel herausfiltert und das Substrat durch die Kiemen wieder ausstößt – ein Verhalten, das an manche Buntbarsch-Arten erinnert.

Im Aquarium nimmt die Art Lebend- und Frostfutter bereitwillig an. Rote Mückenlarven, Tubifex, Artemia und feines Granulatfutter, das zu Boden sinkt, eignen sich gut. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit überwiegend proteinreicher Kost entspricht den natürlichen Ernährungsgewohnheiten. Pflanzliche Kost wird gelegentlich aufgenommen, spielt aber eine untergeordnete Rolle.

Verhalten & Lebensweise

Die Geweihschnauzen-Schmerle ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verharrt sie häufig eingegraben im Sandboden, wobei nur die Augen und die Nasenöffnungen herausragen. Dieses Eingraben dient gleichermaßen der Tarnung, dem Schutz vor Fressfeinden und der Reduzierung von Stress. Ein feiner Sandgrund im Aquarium ist daher keine optionale Dekoration, sondern eine artgerechte Notwendigkeit.

Gegenüber Artgenossen und anderen Fischen verhält sich Acantopsis dialuzona ausgesprochen friedlich. Territoriales Verhalten ist kaum ausgeprägt. Die Art kann einzeln gehalten werden, zeigt sich in einer kleinen Gruppe von drei bis fünf Tieren jedoch aktiver und weniger scheu. Im Gesellschaftsaquarium verträgt sie sich gut mit ruhigen Beifischen mittlerer Wasserschichten wie Bärblingen, kleinen Fadenfischen oder friedlichen Welsen.

Bei Bedrohung oder ruckartigem Handling können die suborbitalen Stacheln ausgefahren werden. Dies ist beim Fang mit dem Netz zu beachten, da sich die Tiere leicht darin verfangen und verletzen können. Ein Fang mit einem Becher oder Gefäß ist schonender.

Fortpflanzung & Aufzucht

Über die Fortpflanzung der Geweihschnauzen-Schmerle im natürlichen Habitat ist wenig dokumentiert. Gezielte Nachzuchten im Aquarium gelingen selten und sind eher als Zufallserfolge zu werten. Es wird vermutet, dass saisonale Veränderungen der Wasserparameter – insbesondere ein Absinken der