Glaswels
GTierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Kryptopterus vitreolus (früher häufig als Kryptopterus bicirrhis fehlbestimmt)
- Ordnung: Welsartige (Siluriformes)
- Familie: Echte Glaswelse (Siluridae)
- Gattung: Kryptopterus
- Lebensraum: Fließende und stehende Süßgewässer Südostasiens
- Größe: 6–8 cm, selten bis 10 cm
- Gewicht: ca. 3–5 g
- Lebenserwartung: 5–8 Jahre bei guter Haltung
Aussehen & Merkmale
Der Glaswels verdankt seinen deutschen Trivialnamen der nahezu vollständigen Transparenz seines Körpers. Die Muskulatur und die Haut enthalten so wenig Pigment, dass Wirbelsäule, Schwimmblase und innere Organe mit bloßem Auge sichtbar sind. Das Skelett schimmert silbrig durch die glasklare Körpersubstanz, was dem Fisch ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleiht. Der Körper ist seitlich stark abgeflacht und langgestreckt. Die Schuppen fehlen vollständig – ein Merkmal, das bei vielen Vertretern der Welsartigen vorkommt.
Die Rückenflosse ist auf einen winzigen, oft kaum sichtbaren Strahl reduziert. Die Afterflosse hingegen erstreckt sich als langer, durchgehender Flossensaum über fast die gesamte Bauchseite und dient als Hauptantrieb beim Schwimmen. Am Oberkiefer sitzen zwei lange, fadenförmige Barteln, die als Tastorgane fungieren und für die Gattung Kryptopterus typisch sind. Die Augen sind verhältnismäßig groß und seitlich am Kopf positioniert.
Nach dem Tod verliert der Glaswels seine Transparenz und nimmt eine milchig-weiße Färbung an. Auch bei Stress oder Krankheit kann die Durchsichtigkeit abnehmen und einer trüben Tönung weichen.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Glaswelses umfasst Teile Südostasiens, insbesondere Thailand und angrenzende Regionen des Mekong-Einzugsgebiets. Die Tiere besiedeln langsam fließende Flüsse, Bäche und überschwemmte Waldgebiete. Ihr bevorzugtes Habitat sind schattige Gewässerabschnitte mit dichter Ufervegetation und moderater Strömung. In solchen Biotopen finden sie sowohl Schutz vor Fressfeinden als auch ein ausreichendes Nahrungsangebot.
Die Wasserparameter im natürlichen Lebensraum bewegen sich in einem leicht sauren bis neutralen Bereich (pH 6,5–7,5) bei Temperaturen zwischen 24 und 28 °C. Das Wasser ist in der Regel weich bis mittelhart. Im Aquarium sollten diese Bedingungen möglichst nachgebildet werden, um Stress und Krankheitsanfälligkeit zu minimieren.
Ernährung
Der Glaswels ernährt sich in der Natur vorwiegend von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven, Zooplankton und feinem organischem Material, das die Strömung heranträgt. Er ist ein opportunistischer Fresser, der seine Nahrung überwiegend aus der Wassersäule aufnimmt und selten aktiv am Boden sucht.
Im Aquarium akzeptiert er Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven (rote und weiße), Daphnien und Cyclops. An hochwertiges Flockenfutter und feines Granulat lässt er sich gewöhnen, doch sollte der Speiseplan regelmäßig durch tierische Kost ergänzt werden. Glaswelse fressen bevorzugt in der mittleren Wasserzone und nehmen Futter, das zu Boden sinkt, häufig nicht mehr auf.
Verhalten & Lebensweise
Glaswelse sind ausgeprägte Schwarmfische. In der Natur bilden sie Gruppen von mehreren Dutzend bis hundert Individuen. Im Aquarium sollten sie in Gruppen von mindestens sechs, besser acht bis zehn Tieren gehalten werden. Einzeln oder in zu kleinen Gruppen gehaltene Glaswelse zeigen deutliche Stressreaktionen: Sie verharren reglos in Ecken, verweigern Futter und sind anfällig für Krankheiten.
Der Glaswels ist überwiegend tagaktiv, anders als viele seiner Verwandten innerhalb der Ordnung der Siluriformes. Er steht bevorzugt in leichter Strömung und hält sich im mittleren Wasserbereich auf, oft in der Nähe von Pflanzen oder Wurzeln. Der Schwarm orientiert sich dabei gemeinsam gegen die Strömungsrichtung. Bei Dunkelheit zieht sich die Gruppe in geschützte Bereiche zurück.
Gegenüber anderen friedlichen Arten verhält sich der Glaswels verträglich. Er eignet sich gut für Gesellschaftsaquarien mit ruhigen Beifischen wie Bärblingen, kleinen Labyrinthfischen oder Panzerwelsen. Gegenüber Artgenossen ist kein Revierverhalten zu beobachten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Nachzucht des Glaswelses im Aquarium gilt als schwierig und gelingt nur selten. In der Natur steht die Fortpflanzung vermutlich im Zusammenhang mit der Regenzeit, wenn steigende Wasserstände und veränderte Wasserchemie als Auslöser für das Laichverhalten dienen. Die Weibchen setzen kleine, klebrige Eier ab, die an Pflanzen oder Substrat haften.
Im Aquarium wurden vereinzelte Zuchterfolge durch Simulation von Regenzeit-Bedingungen erzielt: Absenkung der Wassertemperatur um wenige Grad, anschließende langsame Erwärmung sowie Frischwasserzugabe mit weicherem Wasser. Eine gezielte Balz im klassischen Sinne ist bei dieser Art nicht dokumentiert. Die Larven sind nach dem Schlupf extrem klein und benötigen Infusorien oder feinste Staubfutterpräparate als Erstnahrung.
Der Großteil der im Handel erhältlichen Glaswelse stammt nach wie vor aus Wildfängen in Thailand und Kambodscha.
Bedrohung & Schutzstatus
Die Art Kryptopterus vitreolus wird von der IUCN derzeit als