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Goldfisch

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Carassius auratus
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
  • Gattung: Carassius
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer, Teiche, Aquarien
  • Größe: 10–35 cm (Zuchtformen im Aquarium oft 10–15 cm, in Teichen bis über 40 cm)
  • Gewicht: 30 g bis über 2 kg je nach Haltung und Form
  • Lebenserwartung: 10–25 Jahre, in Ausnahmefällen über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Wildform des Goldfisches ähnelt in Körperbau und Proportionen stark dem Giebel (Carassius gibelio), von dem er abstammt. Der Körper ist gedrungen, seitlich leicht abgeflacht und mit großen, überlappenden Rundschuppen (Cycloidschuppen) bedeckt. Die Grundfärbung der Wildform ist olivgrün bis bräunlich mit einem messingfarbenen Schimmer an den Flanken. Die namensgebende goldorange bis rote Färbung entstand durch gezielte Selektion über Jahrhunderte hinweg und beruht auf dem Fehlen dunkler Melanophoren bei gleichzeitiger Anreicherung von Carotinoiden in der Haut.

Durch über tausend Jahre Zuchtgeschichte existieren heute mehr als 100 anerkannte Zuchtformen. Diese unterscheiden sich teils erheblich in Körperform, Flossengestalt, Augenbildung und Beschuppung. Zu den bekanntesten Varianten zählen der Schleierschwanz mit seinen stark verlängerten, schleierartigen Flossen, der Löwenkopf (Ranchu) mit seiner kopfbedeckenden Wucherung aus Bindegewebe, der Teleskopaugengoldfisch mit stark hervorstehenden Augen sowie der Kometenschweif mit einer extrem verlängerten Schwanzflosse. Allen Zuchtformen gemeinsam ist das Fehlen einer Fettflosse und das Vorhandensein eines kräftigen, leicht gegabelten Schwanzstiels – wobei bei einigen Rassen die Schwanzflosse doppelt angelegt ist.

Lebensraum & Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Goldfisches liegt in Ostasien, vor allem im heutigen China. Dort besiedelt die Wildform stehende und langsam fließende Gewässer, Altarme, Weiher und bewachsene Teiche. Als Habitat bevorzugt er dicht bewachsene Uferzonen mit schlammigem Grund, wo er ausreichend Deckung und Nahrung findet.

Durch den Menschen wurde der Goldfisch weltweit verbreitet. In Europa tauchte er erstmals im 17. Jahrhundert auf, zunächst in Portugal, später in England, Frankreich und den Niederlanden. Heute existieren verwilderte Populationen auf allen Kontinenten außer der Antarktis. In vielen Regionen – etwa in Teilen Australiens, Nordamerikas und Europas – gilt der Goldfisch als invasive Art. Ausgesetzte Tiere können sich in geeigneten Biotopen rasch vermehren, trüben durch ihre Gründeltätigkeit das Wasser und verdrängen heimische Fischarten. In natürlichen Gewässern nehmen freilebende Goldfische häufig wieder eine unauffällige olivbraune Färbung an, was auf epigenetische Steuerung der Pigmentierung hindeutet.

Ernährung

Der Goldfisch ist ein Allesfresser (Omnivore) mit Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. In freier Natur durchsucht er den Gewässerboden nach Algen, Detritus, Insektenlarven, kleinen Krebstieren (Daphnien, Cyclops), Würmern und Weichtieren. Wasserpflanzen, insbesondere Fadenalgen und weiche Triebe von Laichkräutern, machen einen erheblichen Teil seiner Nahrung aus.

In der Aquarien- und Teichhaltung wird die Fütterung üblicherweise mit handelsüblichem Flockenfutter oder Granulatfutter auf pflanzlicher Basis ergänzt durch Lebend- oder Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia und Tubifex. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert die Farbintensität und beugt Mangelerscheinungen vor. Goldfische besitzen keinen Magen im eigentlichen Sinne; die Verdauung findet über einen langen Darm statt, weshalb eine gleichmäßige, nicht zu reichliche Fütterung in kleinen Portionen empfehlenswert ist. Überfütterung zählt zu den häufigsten Haltungsfehlern und belastet die Wasserqualität erheblich.

Verhalten & Lebensweise

Goldfische sind gesellige Schwarmfische, die in kleinen Gruppen leben sollten. Einzelhaltung führt auf Dauer zu Stress und Verhaltensauffälligkeiten. Die Tiere sind überwiegend tagaktiv und zeigen in den Dämmerungsphasen besonders ausgeprägte Aktivität bei der Nahrungssuche. Ein klassisches Revierverhalten fehlt weitgehend; Auseinandersetzungen um Futterplätze sind zwar möglich, bleiben aber in der Regel harmlos.

Goldfische verfügen über ein gutes Lernvermögen. In Versuchen konnten sie einfache Aufgaben wie das Betätigen von Hebeln zur Futterausgabe erlernen und sich über Monate daran erinnern. Die weit verbreitete Behauptung, Goldfische hätten ein Gedächtnis von nur drei Sekunden, ist nachweislich falsch. Studien der Universität Plymouth zeigten, dass die Tiere Assoziationen über mindestens fünf Monate behalten können.

In der kalten Jahreszeit – bei Teichhaltung in gemäßigten Breiten – reduzieren Goldfische ihren Stoffwechsel drastisch und verbringen die Wintermonate nahezu bewegungslos in Bodennähe. Diese Winterruhe ist keine echte Winterstarre, sondern eine metabolische Anpassung an niedrige Wassertemperaturen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Geschlechtsreife tritt bei Goldfischen je nach Haltungsbedingungen im Alter von ein bis zwei Jahren ein. Die Laichzeit fällt in den Frühling, ausgelöst durch steigende Wassertemperaturen (ab etwa 18 °C) und verlängerte Tageslichtphasen. Die Balz ist auffällig: Männchen entwickeln an den Kiemendeckeln und den Brustflossen kleine weiße Erh