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Großer Feuerfalter

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lycaena dispar
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Bläulinge (Lycaenidae)
  • Gattung: Lycaena
  • Lebensraum: Feuchtwiesen, Niedermoore, Flussauen, extensiv genutzte Grünlandflächen
  • Flügelspannweite: 30–40 mm
  • Gewicht: ca. 0,1–0,3 g
  • Lebenserwartung (Imago): ca. 2–3 Wochen
  • Generationen pro Jahr: 1–2, je nach Region und Klima

Aussehen & Merkmale

Der Große Feuerfalter gehört zu den auffälligsten Vertretern der Familie der Bläulinge (Lycaenidae), obwohl seine Flügelfärbung kaum an die typisch blauen Töne dieser Verwandtschaftsgruppe erinnert. Der Geschlechtsdimorphismus ist bei dieser Art deutlich ausgeprägt. Die Männchen tragen auf der Flügeloberseite ein intensives, kupfrig-orangerotes Schuppenkleid mit einem schmalen schwarzen Rand und einem feinen schwarzen Mittelpunkt auf jedem Vorderflügel. Die Hinterflügel zeigen oberseits ebenfalls Orange mit dunklem Saum. Bei den Weibchen ist die Grundfärbung der Vorderflügeloberseite stärker mit schwarzen Flecken durchsetzt, während die Hinterflügel oberseits überwiegend dunkelbraun gefärbt sind und nur einen orangefarbenen Randstreifen aufweisen.

Die Flügelunterseite beider Geschlechter ist heller gestaltet: Die Vorderflügel zeigen ein blasses Orange mit schwarzen Punkten, die Hinterflügel ein zartes Blaugrau mit orangefarbenem Randband und zahlreichen kleinen schwarzen, weiß umrandeten Augenflecken. Körper und Fühler sind dunkel gefärbt, die Fühlerkolben an der Spitze leicht orange getönt. Mit seiner Flügelspannweite von bis zu 40 mm zählt Lycaena dispar zu den größten Vertretern der Gattung Lycaena in Europa.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Großen Feuerfalters erstreckt sich von Westeuropa bis nach Zentralasien. In Europa kommt die Art von Frankreich und den Benelux-Staaten über Deutschland, Polen und das Baltikum bis nach Russland vor. In Mitteleuropa ist sie jedoch stark fragmentiert verbreitet und vielerorts selten geworden.

Als Habitat bevorzugt der Große Feuerfalter offene, feuchte bis nasse Lebensräume. Typische Biotope sind extensiv bewirtschaftete Feuchtwiesen, Niedermoore, Flussauen, Grabenränder und Überschwemmungsflächen. Entscheidend für das Vorkommen ist die Verfügbarkeit der Raupennahrungspflanzen – vor allem verschiedener Ampfer-Arten – sowie ein ausreichendes Nektarangebot für die adulten Falter. Die Art besiedelt bevorzugt Tieflagen und ist in höheren Mittelgebirgsregionen kaum anzutreffen.

Die britische Unterart Lycaena dispar dispar, einst in den Feuchtgebieten Ostenglands heimisch, gilt seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgestorben. Die in Mitteleuropa verbreitete Unterart wird als Lycaena dispar batava beziehungsweise Lycaena dispar rutilus klassifiziert, wobei die taxonomische Gliederung regional unterschiedlich gehandhabt wird.

Ernährung

Die Raupen des Großen Feuerfalters ernähren sich oligophag, also von einer begrenzten Auswahl an Nahrungspflanzen. Hauptwirtspflanzen sind Ampfer-Arten der Gattung Rumex, insbesondere der Stumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius), der Krauser Ampfer (Rumex crispus) und der Wasser-Ampfer (Rumex hydrolapathum). Die Raupen fressen an den Blättern dieser Pflanzen und hinterlassen dabei charakteristische Fraßspuren in Form von Fenstern und Löchern.

Die adulten Falter saugen Nektar an einer Vielzahl von Blütenpflanzen. Bevorzugt werden dabei Arten feuchter Standorte wie Blutweiderich (Lythrum salicaria), Baldrian (Valeriana officinalis) und Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea). Die Männchen nehmen gelegentlich auch Feuchtigkeit und Mineralien von feuchten Bodenstellen auf – ein Verhalten, das als „Mud-Puddling" bezeichnet wird.

Verhalten & Lebensweise

Der Große Feuerfalter ist ein tagaktiver Schmetterling mit einer Flugzeit, die je nach Region und Witterung von Mai bis September reicht. In wärmeren Gebieten Mitteleuropas bildet die Art zwei Generationen pro Jahr aus, während in kühleren Lagen nur eine Generation auftritt. Die Männchen zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten. Sie besetzen erhöhte Sitzwarten an Pflanzenstängeln oder Blütenständen und verteidigen ihr Revier energisch gegen Artgenossen und andere Schmetterlinge durch schnelle Verfolgungsflüge. Die Balz findet in der Nähe der Raupennahrungspflanzen statt, wo die Männchen aktiv nach Weibchen suchen.

An kühleren Tagen und bei bedecktem Himmel können die Falter ruhend an Grashalmen oder Blütenständen beobachtet werden, wobei sie ihre Flügel seitlich zusammenklappen und die unauffällige Unterseite nach außen zeigen. Dieser Mechanismus dient sowohl der Tarnung als auch der Thermoregulation.

Fortpflanzung & Aufzucht

Nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an die Blattunterseiten der Wirtspflanzen ab. Die weißlichen, scheibenförmig abgeflachten Eier sind mit einer netzartigen Oberflächenstruktur versehen. Die Raupenentwicklung durchläuft mehrere Larvenstadien (Instare). Die Raupen sind zunächst gelbgrün und später kräftiger grün gefärbt, mit feinen, hellen Längsstreifen und einer abgeflachten, asselähnlichen Körperform, die für viele Bläulingsraupen typisch ist.

Die Überwinterung findet als Raupe statt, in der Regel im dritten oder vierten Larvenstadium, in der Bod