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Großer Fuchs

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge – Tagfalter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Nymphalis polychloros
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
  • Gattung: Nymphalis
  • Flügelspannweite: 50–62 mm
  • Gewicht: ca. 0,3–0,5 g
  • Lebenserwartung: etwa 10–11 Monate (eine Generation pro Jahr)
  • Lebensraum: Lichte Laubwälder, Waldränder, Streuobstwiesen, Alleen
  • Verbreitung: Europa, Nordafrika, westliches Asien bis zum Himalaya

Aussehen & Merkmale

Der Große Fuchs ähnelt auf den ersten Blick seinem wesentlich häufigeren Verwandten, dem Kleinen Fuchs (Aglais urticae), ist jedoch deutlich größer und unterscheidet sich in mehreren Details. Die Flügeloberseiten zeigen eine warme, orange- bis rotbraune Grundfärbung mit einer unregelmäßigen Musterung aus schwarzen, gelben und braunen Flecken. Anders als beim Kleinen Fuchs fehlen dem Großen Fuchs die auffälligen blauen Randflecken auf den Hinterflügeln nahezu vollständig – sie sind allenfalls schwach angedeutet. Der Vorderflügel trägt mehrere schwarze Flecken im Diskoidalbereich sowie einen hellen, gelblichen Costalfleck nahe der Flügelspitze.

Die Flügelunterseiten sind dunkelbraun bis graubraun marmoriert und erinnern an trockenes Laub oder Baumrinde. Diese kryptische Färbung dient als Tarnung, wenn der Falter mit zusammengeklappten Flügeln an Baumstämmen oder in der Laubstreu ruht. Der Körper ist dicht mit bräunlichen Haaren (Schuppen) bedeckt, die Fühler sind keulenförmig verdickt – ein typisches Merkmal der Tagfalter (Rhopalocera). Die Beine des ersten Paares sind wie bei allen Edelfaltern zu sogenannten Putzpfoten reduziert und werden nicht zum Laufen benutzt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Großen Fuchses erstreckt sich über weite Teile der westlichen Paläarktis. Es reicht von Nordafrika über die Iberische Halbinsel und ganz Mitteleuropa bis nach Zentralasien und zum westlichen Himalaya. In Skandinavien kommt die Art nur im südlichen Teil vor; auf den Britischen Inseln gilt sie seit den 1960er-Jahren als ausgestorben.

Als Habitat bevorzugt der Große Fuchs lichte, warme Laubwälder und deren Ränder, insbesondere Eichen-Hainbuchenwälder und Auwälder. Streuobstwiesen, Alleen, Feldgehölze und sonnige Hanglagen mit altem Baumbestand bieten ebenfalls geeignete Biotope. Entscheidend für das Vorkommen ist die Verfügbarkeit der Raupennahrungspflanzen sowie ein ausreichendes Angebot an Überwinterungsplätzen. In reinen Nadelwäldern oder intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften fehlt die Art weitgehend.

Ernährung

Die erwachsenen Falter (Imagines) saugen an verschiedenen Nahrungsquellen. Im zeitigen Frühjahr, wenn Blütenpflanzen noch selten sind, nutzen sie bevorzugt austretenden Baumsaft, vor allem an verletzten Eichen und Weiden. Auch gärendes Fallobst wird gerne angenommen. Später im Jahr besuchen sie Blüten von Weidenkätzchen, Schlehen, Thymian und anderen nektarführenden Pflanzen. Gelegentlich saugen Große Füchse an feuchten Bodenstellen oder an Tierkot, um Mineralsalze aufzunehmen – ein Verhalten, das als „Puddling" bezeichnet wird.

Die Raupen ernähren sich von den Blättern verschiedener Laubbaumarten. Zu den bevorzugten Futterpflanzen zählen Salweide (Salix caprea), Ulme (Ulmus), Kirsche (Prunus), Birne (Pyrus) und Pappel (Populus). Seltener werden auch Obstbäume wie Apfel genutzt, weshalb die Art in Streuobstwiesen ein wichtiges Habitat findet.

Verhalten & Lebensweise

Der Große Fuchs ist ein tagaktiver Falter, der eine Generation pro Jahr (univoltin) hervorbringt. Die Flugzeit der Imagines beginnt bereits im zeitigen Frühjahr, oft schon im März, wenn die ersten warmen Sonnentage die überwinterten Falter aus ihren Verstecken locken. Die Tiere überwintern als Imago in Baumhöhlen, Holzstapeln, Dachstühlen oder anderen geschützten Nischen – eine Eigenschaft, die sie mit dem Kleinen Fuchs und dem Tagpfauenauge (Aglais io) teilen.

Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Sie besetzen sonnige, exponierte Sitzwarten an Waldrändern oder auf Baumkronen und verteidigen diese gegen Artgenossen und andere Falter durch schnelle, wendige Patrouillenflüge. Die Falter sind kräftige Flieger und können weite Strecken zurücklegen, was gelegentlich zu Beobachtungen weit außerhalb des typischen Verbreitungsgebiets führt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet im Frühjahr nach der Überwinterung statt. Die Weibchen legen ihre Eier in charakteristischen Ringen oder Manschetten um dünne Zweige der Nahrungspflanzen. Ein Gelege umfasst in der Regel 100 bis 200 Eier, die dicht aneinandergereiht den Zweig umschließen. Die Eier sind tonnenförmig und zunächst hellgrün, dunkeln aber vor dem Schlupf nach.

Die Raupen leben gesellig in Gespinstnestern, die sie gemeinsam an den Futterpflanzen anlegen. In den ersten Larvenstadien (Instaren) verlassen sie dieses Gespinst nur zur Nahrungsaufnahme. Ältere Raupen werden zunehmend einzelgängerisch. Die ausgewachsenen Raupen sind schwarz mit feinen, weißen Punkten und tragen verzweigte, gelblich-braune Dornen auf dem Rücken. Die Verpuppung erfolgt als Stürzpuppe, die an Zweigen oder anderen festen Unterlagen kopfüber hängt. Nach etwa zwei bis drei Wochen Puppenruhe schlüp