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Großer Madagaskargecko

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Tierart – Reptilien > Echsen – Geckos

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Phelsuma grandis (vormals Phelsuma madagascariensis grandis)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Familie: Geckos (Gekkonidae)
  • Gattung: Taggeckos (Phelsuma)
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Küstenvegetation, Plantagen und Siedlungsgebiete im Norden Madagaskars
  • Größe: 25–30 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: 45–80 g
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre (in Gefangenschaft bis zu 25 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Der Große Madagaskargecko zählt zu den größten Vertretern der Gattung Phelsuma und erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 30 Zentimetern, wobei der Schwanz etwa die Hälfte der Körperlänge ausmacht. Die Grundfärbung der glatten, feinkörnigen Schuppen ist ein leuchtendes, sattes Grün, das je nach Stimmung, Temperatur und Lichteinfall zwischen Hellgrün und dunklem Smaragdgrün variieren kann. Auf dem Rücken und dem Kopf finden sich unregelmäßige rote Flecken oder Punkte, deren Anordnung individuell verschieden ist und zur Identifikation einzelner Tiere herangezogen werden kann. Die Bauchseite ist weißlich bis cremefarben.

Wie alle Taggeckos besitzt Phelsuma grandis runde Pupillen, die auf die tagaktive Lebensweise hinweisen – im Gegensatz zu den schlitzförmigen Pupillen vieler nachtaktiver Geckoarten. Die Augen sind verhältnismäßig groß und werden nicht durch bewegliche Lider geschützt, sondern von einer transparenten Schuppe, der sogenannten Brille, bedeckt. Die Zehen tragen breite Haftlamellen mit Millionen feiner Setae, die durch Van-der-Waals-Kräfte eine Haftung an nahezu jeder Oberfläche ermöglichen – selbst an glattem Glas.

Männchen sind in der Regel etwas größer und kräftiger gebaut als Weibchen und weisen deutlich ausgeprägte Femoralporen an der Innenseite der Oberschenkel auf. Zudem ist die Schwanzwurzel bei Männchen durch die Hemipenistaschen leicht verdickt.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Großen Madagaskargeckos beschränkt sich auf den Norden und Nordosten Madagaskars. Dort bewohnt er vorwiegend tropische Tieflandregenwälder, Sekundärwälder und Küstenvegetation. Sein Habitat erstreckt sich von Meereshöhe bis in Lagen von etwa 1.000 Metern. Als ausgesprochener Kulturfolger besiedelt er auch Kokospalmenplantagen, Bananenstauden, Gärten und die Wände von Gebäuden. Diese Anpassungsfähigkeit hat dazu beigetragen, dass die Art trotz zunehmender Lebensraumzerstörung in ihrem Biotop relativ stabile Bestände aufweist.

Durch menschliche Verschleppung und gezielte Aussetzungen haben sich invasive Populationen auf mehreren Inseln des westlichen Indischen Ozeans etabliert, darunter Réunion, Mauritius und die Seychellen. Auch auf Hawaii und in Teilen Floridas existieren eingeschleppte Bestände, wo die Art mit einheimischen Geckoarten um Nahrung und Lebensraum konkurriert.

Ernährung

Der Große Madagaskargecko ist ein Allesfresser mit omnivoer Ernährungsweise. Den Hauptanteil seiner Nahrung bilden Insekten und andere Wirbellose wie Grillen, Heuschrecken, Käfer, Spinnen und Raupen, die er durch schnelles Zustoßen erbeutet. Ergänzend nimmt er regelmäßig Nektar, Blütenpollen, überreife Früchte und den Saft aufgeplatzter Früchte zu sich. Gelegentlich wurden auch kleine Wirbeltiere wie junge Anolis-Eidechsen und sogar Jungtiere der eigenen Art als Beute beobachtet. In Siedlungsnähe leckt er gern an Honigresten oder süßen Fruchtsäften.

Verhalten & Lebensweise

Anders als die Mehrzahl der Geckoarten ist Phelsuma grandis streng tagaktiv. Die Tiere sind standorttreu und beanspruchen ein Revier, das sie gegenüber Artgenossen gleichen Geschlechts energisch verteidigen. Territorial ausgerichtete Männchen setzen dabei Drohgebärden ein: Sie flachen den Körper seitlich ab, reißen das Maul auf und stoßen Zischlaute aus. Kommt es zum Kampf, können sich die Kontrahenten gegenseitig erhebliche Bisswunden zufügen, die gelegentlich zum Verlust des Schwanzes führen. Der Schwanz kann – wie bei vielen Geckoarten – regeneriert werden, allerdings ohne die ursprüngliche Farbgebung und Musterung.

Tagsüber sonnen sich die Tiere auf exponierten Ästen oder Blattstängeln und regulieren durch gezieltes Aufsuchen sonniger oder schattiger Plätze ihre Körpertemperatur (Thermoregulation). Die bevorzugte Aktivitätstemperatur liegt zwischen 26 und 32 °C. Nachts ziehen sie sich in Blattachseln, Baumhöhlen oder hinter lose Rinde zurück.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung kann ganzjährig stattfinden, wobei in der natürlichen Umgebung eine Häufung der Paarungsaktivität in der feuchtwarmen Regenzeit (November bis März) zu beobachten ist. Die Balz ist vergleichsweise schlicht: Das Männchen nähert sich dem Weibchen mit nickenden Kopfbewegungen und leckt an dessen Flanke, bevor es zur Kopulation kommt. Bei mangelnder Paarungsbereitschaft wehrt das Weibchen das Männchen durch Schwanzschlagen und Beißen ab.

Weibchen legen in Abständen von vier bis sechs Wochen jeweils ein Gelege aus zwei hartschaligen Eiern ab, die an geschützten Stellen wie Blattachseln, Baumhöhlen oder hinter Rindenstücken festgeklebt werden. Pro Jahr sind bis zu sechs Gelege möglich. Die Inkubationszeit beträgt je nach Temperatur 47 bis 80 Tage. Die Schlüpflinge messen etwa 55–65 mm und sind vom ersten Tag an