T Tierlexikon.net
← Lexikon

Hausgecko

H

Tierart – Reptilien > Echsen – Geckos

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Hemidactylus frenatus
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Gekkota
  • Familie: Geckos (Gekkonidae)
  • Gattung: Hemidactylus (Halbfingergeckos)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Regionen weltweit; bevorzugt menschliche Siedlungen, Gebäude, Mauern
  • Größe: 10–15 cm Gesamtlänge (inkl. Schwanz)
  • Gewicht: 2–5 g
  • Lebenserwartung: Etwa 5–10 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Hausgecko ist eine kleine, schlanke Echse mit abgeflachtem Körper und verhältnismäßig großem Kopf. Die Grundfärbung der Schuppen variiert je nach Umgebung und Tageszeit zwischen blassgrau, beige und hellbraun. Hausgeckos besitzen die Fähigkeit, ihre Körperfarbe in gewissem Maß zu verändern – ein Mechanismus, der weniger der Tarnung als der Thermoregulation dient. Die Haut ist mit feinen, körnigen Schuppen bedeckt, die dem Tier eine leicht raue Textur verleihen. Entlang des Rückens finden sich gelegentlich dunklere Flecken oder schwache Bänderungen.

Die Augen sind groß, pupillenstarr mit vertikaler Schlitzpupille – ein typisches Merkmal nachtaktiver Geckoarten. Die Augenlider fehlen; stattdessen schützt eine transparente Schuppe, die sogenannte Brille, das Auge. Mit der Zunge reinigt der Gecko diese Abdeckung regelmäßig. Besonders auffällig sind die Haftlamellen an den Zehen: Jede Zehe trägt auf der Unterseite Tausende mikroskopisch feiner Härchen (Setae), die über Van-der-Waals-Kräfte an nahezu jeder Oberfläche haften. Dadurch kann der Hausgecko mühelos an glatten Wänden, Decken und Glasscheiben laufen. Der Schwanz ist zylindrisch und relativ dick; er dient als Fettspeicher und kann bei Gefahr abgeworfen werden (Autotomie). Der regenerierte Schwanz unterscheidet sich in Farbe und Beschuppung deutlich vom Original.

Lebensraum & Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Hemidactylus frenatus liegt in Süd- und Südostasien. Durch unbeabsichtigte Verschleppung mit Handelsgütern und Schiffen hat sich die Art jedoch über weite Teile der Tropen und Subtropen ausgebreitet. Heute kommt der Hausgecko in Australien, Ozeanien, Teilen Afrikas, Mittel- und Südamerikas sowie auf zahlreichen Pazifik- und Indischen-Ozean-Inseln vor. Er zählt damit zu den erfolgreichsten invasiven Reptilienarten weltweit.

Sein bevorzugtes Habitat sind menschliche Siedlungen. Der Hausgecko ist ein ausgesprochener Kulturfolger, der Gebäude, Lagerhallen, Hotels und Wohnhäuser besiedelt. Er hält sich tagsüber in Spalten, hinter Bilderrahmen, unter Dachziegeln oder in Mauerritzen verborgen. Nachts jagt er in der Nähe künstlicher Lichtquellen, die Insekten anlocken. In natürlichen Biotopen besiedelt die Art Felsvorsprünge, Baumrinde und Höhleneingänge, doch ist sie in solchen Habitaten deutlich seltener als in menschlicher Nähe.

Ernährung

Der Hausgecko ist ein opportunistischer Insektenfresser (Insektivore). Sein Nahrungsspektrum umfasst Motten, Fliegen, Mücken, kleine Käfer, Ameisen, Spinnen und andere Gliederfüßer. Die Jagd findet fast ausschließlich nachts statt: Der Gecko positioniert sich in der Nähe von Lampen und Leuchtreklamen und lauert dort auf angelockte Insekten. Dabei zeigt er ein typisches Sit-and-wait-Jagdverhalten, bei dem er sich langsam anpirscht und dann mit einem schnellen Vorstoß zuschnappt. Gelegentlich nimmt er auch kleine Mengen pflanzlicher Nahrung wie überreife Früchte oder Nektar auf. In menschlichen Haushalten wird er häufig als nützlich angesehen, da er die Anzahl lästiger Insekten reduziert.

Verhalten & Lebensweise

Hausgeckos sind streng nachtaktiv. Tagsüber ziehen sie sich in enge Verstecke zurück und verfallen dort in eine Art Ruhephase. Mit Einbruch der Dämmerung beginnen sie, ihre Reviere aufzusuchen und nach Nahrung zu suchen. Die Art ist territorial: Männchen verteidigen ihre Jagdgebiete – häufig eine einzelne Hauswand oder Deckenabschnitt – gegenüber Artgenossen mit Drohgebärden und Lautäußerungen. Diese Rufe, ein charakteristisches „Tschik-tschik-tschik" oder „Gecko"-ähnliches Klicken, sind für eine Echse ungewöhnlich und geben der gesamten Familie Gekkonidae ihren Namen. Die Lautäußerungen dienen sowohl der Reviermarkierung als auch der Kommunikation zwischen den Geschlechtern.

Männchen zeigen gegenüber Rivalen aggressive Verhaltensweisen: Sie richten sich auf, spreizen den Kehlbereich und stoßen Rufreihen aus. Kommt es zum Kampf, können Schwanzverluste und Bisswunden auftreten. Weibchen sind weniger territorial und werden von Männchen in der Regel geduldet. Im Gegensatz zu vielen anderen Geckoarten lebt Hemidactylus frenatus nicht in Gruppen, sondern solitär, wobei sich die Reviere mehrerer Individuen überlappen können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung findet ganzjährig statt, sofern die Temperaturen dauerhaft über 20 °C liegen. Vor der Paarung nähert sich das Männchen dem Weibchen mit ruckartigen Kopfbewegungen und leisen Ruflauten – ein Verhalten, das als Balz gedeutet wird. Nach erfolgreicher Kopulation legt das Weibchen in der Regel zwei hartschalige Eier, die es in geschützten Spalten, hinter losen Putzstücken oder unter Rindenstücken ablegt. Die Eier sind rundlich-oval, etwa 8–10 mm gro