Kronengecko
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Correlophus ciliatus (früher: Rhacodactylus ciliatus)
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Geckoartige (Gekkota)
- Familie: Diplodactylidae
- Gattung: Correlophus
- Lebensraum: Tropische Regenwälder Neukaledoniens
- Größe: 20–25 cm Gesamtlänge (inkl. Schwanz)
- Gewicht: 35–55 g (adulte Tiere)
- Lebenserwartung: 15–20 Jahre, in Gefangenschaft teils über 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Kronengecko verdankt seinen deutschen Namen den stachelartigen Hautfortsätzen, die sich von den Augen über den Kopf bis zum Nacken ziehen und an eine Krone erinnern. Diese Strukturen setzen sich als laterale Reihe kleiner Dornen entlang der Körperflanken fort. Die Grundfärbung variiert erheblich – von gelblich-braun über olivgrün und rötlich bis hin zu nahezu schwarz. Viele Individuen zeigen eine Musterung aus helleren oder dunkleren Flecken, Streifen oder sattelförmigen Zeichnungen auf dem Rücken. In der Terraristik wurden durch selektive Zucht zahlreiche Farbmorphen etabliert, darunter sogenannte „Dalmatiner", „Harlequin" und „Flame"-Varianten.
Der Körperbau ist gedrungen, mit einem verhältnismäßig großen, dreieckigen Kopf und großen Augen ohne bewegliche Lider. Wie bei vielen Geckoarten übernimmt eine transparente Schuppe, das sogenannte Brille oder Spektakel, den Schutz des Auges. Die Zehen tragen Haftlamellen (Setae), die dem Tier das Klettern auf glatten Oberflächen ermöglichen. Im Gegensatz zu vielen anderen Geckoarten besitzt der Kronengecko zusätzlich eine Greifschwanzfunktion – der Schwanz dient als fünfte Extremität beim Klettern. Wird der Schwanz abgeworfen (Autotomie), regeneriert er nicht, was den Kronengecko von zahlreichen anderen Geckoarten unterscheidet.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Kronengeckos beschränkt sich auf die Hauptinsel Grande Terre sowie die vorgelagerte Île des Pins im französischen Überseegebiet Neukaledonien im südwestlichen Pazifik. Dort besiedelt er tropische und subtropische Feuchtwälder in Höhenlagen von Meeresniveau bis etwa 1.000 Metern. Sein bevorzugtes Habitat sind dichte Baumkronen und Strauchschichten, in denen er sich tagsüber in Blattachseln, unter loser Rinde oder zwischen Epiphyten verbirgt.
Die Art galt nach ihrer Erstbeschreibung im Jahr 1866 durch den französischen Zoologen Alphone Guichenot lange als ausgestorben. Erst 1994 wurde sie bei einer Expedition nach dem Tropensturm Lottie auf Grande Terre wiederentdeckt. Diese Wiederentdeckung sorgte international für Aufsehen und begründete den raschen Aufstieg des Kronengeckos zu einer der beliebtesten Geckoarten in der Terraristik.
Ernährung
Kronengeckos sind Omnivoren mit einer ausgeprägten Vorliebe für überreifes Obst. In freier Wildbahn fressen sie weiche Früchte, Nektar, Pollen und Blütensäfte sowie Insekten und andere kleine Wirbellose. Gelegentlich werden auch kleine Wirbeltiere wie junge Geckos anderer Arten erbeutet. In Terrarien hat sich eine Kombination aus speziell entwickeltem Fruchtbrei (sogenannter Crested Gecko Diet) und lebenden Futterinsekten wie Heimchen, Grillen und Wachsmottenlarven bewährt. Die Futterinsekten werden in der Regel mit Kalzium- und Vitaminpräparaten bestäubt, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Verhalten & Lebensweise
Der Kronengecko ist strikt nachtaktiv. Tagsüber ruht er gut getarnt in Verstecken innerhalb der Vegetation. Mit Einbruch der Dämmerung beginnt die Aktivitätsphase, in der das Tier auf Nahrungssuche geht und sein Streifgebiet durchklettert. Die Fortbewegung erfolgt überwiegend kletternd und springend – Kronengeckos können das Mehrfache ihrer Körperlänge springen, wobei der Schwanz als Steuer und Stabilisator dient.
Die Art ist einzelgängerisch. Männchen verteidigen Reviere gegenüber Artgenossen gleichen Geschlechts und zeigen bei Konfrontationen Drohverhalten in Form von Maulaufreißen, Lautäußerungen (Klick- und Quietschlaute) und Schwanzwedeln. Bei direktem Kontakt kann es zu Beißereien kommen. In Gefangenschaft sollten Männchen daher stets getrennt gehalten werden.
Ein charakteristisches Verhalten ist das regelmäßige Belecken der Augen mit der langen, fleischigen Zunge. Da Kronengeckos keine beweglichen Augenlider besitzen, dient dieses Verhalten der Reinigung und Befeuchtung der schützenden Augenschuppe.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Geschlechtsreife tritt bei Kronengeckos mit etwa 12 bis 18 Monaten ein, wobei Weibchen für die Zucht ein Mindestgewicht von rund 35 g erreichen sollten. Die Paarungszeit erstreckt sich in Gefangenschaft häufig über das gesamte Jahr, in der Natur ist sie stärker an saisonale Zyklen gebunden. Die Balz besteht aus Kopfnicken und vorsichtigen Annäherungen des Männchens an das Weibchen. Bei Paarungsbereitschaft duldet das Weibchen den Nackenbiss des Männchens, der der Fixierung während der Kopulation dient.
Weibchen legen nach einer Tragezeit von vier bis sechs Wochen jeweils zwei weichschalige Eier ab, die sie in feuchtem Substrat vergraben. Pro Saison sind bis zu acht Gelege möglich. Die Inkubationszeit beträgt bei Temperaturen zwischen 22 und 26 °C etwa 60 bis 90 Tage. Die Schlüpflinge messen rund 7 cm und sind von Beginn an selbstständig. Eine Brutpflege findet nicht statt.