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Großer Perlmuttfalter

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Argynnis aglaja (Linnaeus, 1758)
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
  • Unterfamilie: Heliconiinae (Passionsblumenfalter)
  • Gattung: Argynnis
  • Lebensraum: Blütenreiche Wiesen, Magerrasen, Waldlichtungen, Heideflächen
  • Flügelspannweite: 50–60 mm
  • Gewicht: ca. 0,3–0,5 g
  • Lebenserwartung: Etwa 12 Monate (gesamter Lebenszyklus); Falter leben als Imago ca. 4–6 Wochen

Aussehen & Merkmale

Der Große Perlmuttfalter gehört zu den mittelgroßen Vertretern der Perlmuttfalter innerhalb der Familie der Edelfalter. Die Flügeloberseite zeigt eine kräftig orangebraune Grundfärbung mit einem charakteristischen Muster aus schwarzen Flecken, Punkten und Bogenlinien. Diese Zeichnung ist für die Gattung Argynnis typisch und ähnelt der anderer Perlmuttfalter-Arten, etwa dem Kaisermantel (Argynnis paphia) oder dem Kleinen Perlmuttfalter (Issoria lathonia).

Das namensgebende Merkmal zeigt sich auf der Flügelunterseite der Hinterflügel: Dort befinden sich silbrig-weiß schimmernde Flecken, die an Perlmutt erinnern. Im Unterschied zum Kleinen Perlmuttfalter fehlen dem Großen Perlmuttfalter jedoch die großen, auffälligen Silberflecken auf der Hinterflügel-Unterseite. Stattdessen weist er grünlich überlaufene Bereiche mit kleineren, weniger kontrastreich abgesetzten Perlmuttflecken auf. Die Vorderflügel-Unterseite ist blasser orange mit schwarzen Flecken und zeigt im Apikalbereich eine grünliche Tönung.

Der Körper ist dicht behaart und oberseits dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Die Fühler sind keulenförmig verdickt – ein typisches Merkmal der Tagfalter. Männchen und Weibchen ähneln sich stark, wobei die Weibchen tendenziell etwas größer sind und eine geringfügig blassere Grundfärbung aufweisen können. Die Beine sind wie bei allen Edelfaltern vorn zu sogenannten Putzpfoten zurückgebildet, sodass nur vier funktionsfähige Beinpaare zum Laufen genutzt werden.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Argynnis aglaja erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Der Falter kommt von Westeuropa über Mitteleuropa und Skandinavien bis nach Ostasien und Japan vor. In Südeuropa beschränkt sich das Vorkommen auf höhere Lagen der Gebirge, da die Art kühlere Klimabedingungen bevorzugt. In Mitteleuropa ist der Große Perlmuttfalter von der Ebene bis in Höhenlagen von etwa 2.000 Metern anzutreffen.

Sein bevorzugtes Habitat umfasst extensiv genutzte, blütenreiche Wiesen und Magerrasen, Waldränder, Heideflächen sowie offene Lichtungen in lichten Wäldern. Entscheidend für das Vorkommen ist eine ausreichende Verfügbarkeit von Veilchenarten (Viola spp.) als Raupennahrungspflanze sowie ein reiches Nektarangebot für die adulten Falter. In stark intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften fehlt die Art zunehmend, da dort geeignete Biotope verloren gehen.

Ernährung

Die Raupen des Großen Perlmuttfalters ernähren sich ausschließlich von verschiedenen Veilchenarten. Zu den bevorzugten Futterpflanzen zählen das Hunds-Veilchen (Viola canina), das Raue Veilchen (Viola hirta) und das Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis). Die Raupen fressen vorwiegend nachts und ruhen tagsüber verborgen in der Bodenstreu nahe der Wirtspflanze.

Die adulten Falter sind dagegen unspezialisierte Blütenbesucher. Sie saugen Nektar an einer Vielzahl von Pflanzenarten, darunter Disteln, Flockenblumen, Skabiosen, Thymian und Rotklee. Gelegentlich werden die Falter auch an feuchten Bodenstellen beobachtet, wo sie Mineralien und Salze aufnehmen – ein Verhalten, das als „Puddling" bezeichnet wird und vor allem bei Männchen vorkommt.

Verhalten & Lebensweise

Der Große Perlmuttfalter ist ein tagaktiver Schmetterling, dessen Flugzeit sich in Mitteleuropa von Mitte Juni bis Anfang September erstreckt. Er fliegt in einer Generation pro Jahr (univoltin). An warmen, sonnigen Tagen zeigt er ein ausgeprägtes Flugverhalten und patrouilliert in schnellem, gleitendem Flug über offene Wiesenflächen.

Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten und verteidigen Bereiche mit hohem Nektarangebot gegen Rivalen. Zur Partnersuche patrouillieren sie bevorzugt über blütenreiche Flächen. Bei kühlem oder bedecktem Wetter ruhen die Falter mit zusammengeklappten Flügeln an Grashalmen oder niedrigen Pflanzen und sind dann durch die grünlich-braune Unterseite der Hinterflügel gut getarnt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet im Hochsommer statt. Nach einer kurzen Balz, bei der das Männchen das Weibchen im Flug verfolgt und durch Pheromone aus speziellen Duftschuppen auf den Vorderflügeln anlockt, erfolgt die Kopulation. Das Weibchen legt die Eier einzeln an vertrockneten Pflanzenteilen oder Grashalmen in der Nähe von Veilchen ab – nicht direkt auf der Futterpflanze selbst.

Die Raupen schlüpfen nach etwa zwei bis drei Wochen und fressen zunächst ihre Eihülle. Danach begeben sie sich ohne weitere Nahrungsaufnahme in eine Überwinterungsruhe (Diapause) an der Basis der Vegetation. Erst im folgenden Frühjahr beginnen die Raupen aktiv zu fressen und durchlaufen mehrere Häut