Großer Schillerfalter
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Apatura iris
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
- Unterfamilie: Schillerfalter (Apaturinae)
- Gattung: Apatura
- Flügelspannweite: 55–75 mm
- Gewicht: ca. 0,3–0,5 g
- Lebenserwartung (Imago): ca. 2–4 Wochen
- Lebensraum: Laubmischwälder, Auenwälder, Waldlichtungen
- Verbreitung: Europa und gemäßigtes Asien bis Japan
Aussehen & Merkmale
Der Große Schillerfalter gehört zu den stattlichsten Tagfaltern Mitteleuropas. Die Flügeloberseiten sind dunkelbraun mit einer Reihe weißer Flecken und Binden, die auf Vorder- und Hinterflügeln ein charakteristisches Bandmuster bilden. Auf jedem Hinterflügel befindet sich zudem ein kleiner, orange gerandeter Augenfleck. Die Flügelunterseiten zeigen ein kontrastreiches Muster aus Rotbraun, Grau und Weiß mit einem deutlichen violetten Augenfleck auf dem Hinterflügel.
Das namensgebende Merkmal der Art ist der intensive blau-violette Schillerglanz auf den Flügeloberseiten der Männchen. Dieser Strukturfarbeneffekt entsteht nicht durch Pigmente, sondern durch die Brechung des Lichts an den mikroskopisch feinen Lamellen der Flügelschuppen. Je nach Blickwinkel erscheinen die Flügel daher entweder tiefbraun oder leuchtend blau-violett. Weibchen sind insgesamt größer als Männchen, besitzen jedoch keinen Schillerglanz – ihre Flügeloberseiten bleiben einheitlich dunkelbraun mit den weißen Fleckenbinden.
Der Körper ist kräftig gebaut und dicht behaart. Die Fühler sind keulenförmig, die Facettenaugen groß. Wie bei allen Edelfaltern ist das vordere Beinpaar zu sogenannten Putzpfoten reduziert und wird nicht zum Laufen genutzt, sodass der Falter funktionell nur vier Laufbeine besitzt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Apatura iris erstreckt sich von Westeuropa über Mittel- und Osteuropa bis nach Zentralasien, Korea und Japan. In Skandinavien erreicht die Art etwa den 62. Breitengrad, auf der Iberischen Halbinsel und in Süditalien fehlt sie weitgehend. In den Alpen kommt der Große Schillerfalter bis auf etwa 1.200 Meter Höhe vor.
Sein bevorzugtes Habitat sind ausgedehnte, strukturreiche Laubmischwälder und Auenwälder mit hohem Eichenanteil und einem Unterwuchs aus Weiden (Salix). Besonders wichtig sind lichte Waldpartien, breite Waldwege, Schneisen und Waldränder. Der Falter benötigt sowohl hohe Baumkronen als Aufenthaltsort der Imagines als auch niedrig wachsende Salweiden als Eiablage- und Raupennahrungspflanze. Stark durchforstete oder monotone Nadelwälder werden gemieden.
Ernährung
Die Nahrungsökologie des Großen Schillerfalters unterscheidet sich deutlich von der vieler anderer Tagfalter. Blütenbesuche sind bei dieser Art die Ausnahme. Stattdessen nehmen die Imagines Nährstoffe und Mineralien bevorzugt über tierische Exkremente, Aas, feuchte Erde, Baumsäfte und überreifes Obst auf. Männchen lassen sich häufig auf Waldwegen nieder, um an Pfützen, Schweiß oder Urin zu saugen – ein Verhalten, das als „Puddling" bezeichnet wird und der Aufnahme von Natrium und Aminosäuren dient.
Die Raupen ernähren sich ausschließlich von Blättern verschiedener Weidenarten. Die Salweide (Salix caprea) ist die wichtigste Futterpflanze, daneben werden auch Grauweide (Salix cinerea) und gelegentlich andere Salix-Arten angenommen. Die Raupen fressen vorwiegend nachts und ruhen tagsüber reglos auf der Blattoberseite, wo ihre grüne Färbung eine hervorragende Tarnung bietet.
Verhalten & Lebensweise
Der Große Schillerfalter ist ein ausgesprochener Kronenfalter. Die Männchen verbringen den Großteil des Tages in den Wipfeln hoher Eichen, von wo aus sie ihr Revier überwachen. In den Vormittagsstunden und am frühen Nachmittag patrouillieren sie mit schnellem, gleitendem Flug entlang von Waldwegen und Lichtungen. Dabei verteidigen sie ihr Revier aggressiv gegen Artgenossen und andere große Insekten, selbst gegen Vögel werden gelegentlich Scheinangriffe geflogen.
Die Flugzeit der Imagines liegt in Mitteleuropa zwischen Ende Juni und Mitte August, wobei die Männchen etwa eine Woche vor den Weibchen schlüpfen (Protandrie). An warmen, windstillen Tagen fliegen die Falter am aktivsten. Bei Regen und kühlen Temperaturen ziehen sie sich in die Baumkronen zurück.
Anders als viele Tagfalter ist der Große Schillerfalter relativ standorttreu. Größere Wanderbewegungen sind nicht dokumentiert, allerdings können Einzeltiere auf der Suche nach Nahrungsquellen durchaus einige Kilometer zurücklegen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz findet im Kronenbereich der Bäume statt. Das Männchen nähert sich dem Weibchen im Flug; nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier einzeln auf die Blattoberseite von Salweiden ab, bevorzugt an halbschattigen Standorten in Waldinnenrändern. Die Eier sind kegelförmig, zunächst grün und verfärben sich später bräunlich.
Die Raupe schlüpft nach etwa zwei Wochen und durchläuft fünf Larvenstadien. Sie ist grün gefärbt mit hellen Seitenstreifen und trägt am Kopf zwei charakteristische, nach vorn gerichtete „Hörnchen", die ihr ein schneckenartiges Aussehen verleihen. Im Herbst stellt die Raupe im dritten Larvenstadium die Nahrungsauf