Grundel
GTierart – Fische > Meerwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Gobiidae (Familie)
- Ordnung: Grundelartige (Gobiiformes)
- Familie: Gobiidae
- Gattungen (Auswahl): Gobius, Valenciennea, Stonogobiops, Amblyeleotris, Cryptocentrus
- Lebensraum: Korallenriffe, Sandböden, Gezeitenzonen, Mangroven; überwiegend marin, einige Arten auch im Brack- und Süßwasser
- Größe: 1–30 cm je nach Art, die meisten Aquarienarten 4–12 cm
- Gewicht: wenige Gramm bis etwa 50 g
- Lebenserwartung: 2–8 Jahre, artabhängig; in Aquarienhaltung bei guter Pflege bis 6 Jahre
Aussehen & Merkmale
Grundeln zählen zu den artenreichsten Fischfamilien überhaupt. Weltweit sind über 2.000 Arten in rund 270 Gattungen beschrieben. Trotz dieser Vielfalt teilen sie eine Reihe typischer Körpermerkmale. Der Körperbau ist meist langgestreckt und leicht abgeflacht, der Kopf verhältnismäßig groß und breit. Die Augen sitzen hoch am Kopf – eine Anpassung an das bodennahe Leben, die den Fischen ein weites Sichtfeld nach oben und zur Seite verschafft.
Das auffälligste anatomische Merkmal ist die Saugscheibe am Bauch, die aus den zu einer Struktur verwachsenen Bauchflossen entstanden ist. Mit ihr können sich Grundeln auf Steinen, Korallen oder Glasscheiben festhalten, selbst bei starker Strömung. Die Schuppen sind meist klein und ktenoid (kammförmig), bei einigen Arten teils reduziert oder fehlend. Grundeln besitzen zwei getrennte Rückenflossen: Die erste besteht aus Hartstrahlen, die zweite aus Weichstrahlen. Die Färbung variiert enorm – von unscheinbarem Sandbraun über leuchtend gelbe, blaue und rote Muster bis hin zu kontrastreichen Streifenzeichnungen.
Zu den im Meerwasseraquarium besonders verbreiteten Arten gehören die Gelbe Korallengrundel (Gobiodon okinawae), die Wächtergrundel (Cryptocentrus cinctus) und verschiedene Baggergrundeln der Gattung Valenciennea. Die kleinste bekannte Grundelart, Trimmatom nanus, erreicht kaum einen Zentimeter Länge und gehört damit zu den kleinsten Wirbeltieren der Erde.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Grundeln umspannt nahezu alle tropischen und subtropischen Meeresregionen. Besonders artenreich sind die Korallenriffe des Indopazifiks, das Rote Meer und die Karibik. Einzelne Gattungen kommen auch im Mittelmeer und im östlichen Atlantik vor.
Grundeln besiedeln eine große Bandbreite an Habitaten. Sandbewohnende Arten wie die Baggergrundeln leben auf offenen Sandflächen und in Lagunen. Korallengrundeln der Gattung Gobiodon verbringen ihr gesamtes Leben zwischen den Ästen verzweigter Steinkorallen wie Acropora. Symbiontische Wächtergrundeln graben Höhlen im Substrat, die sie gemeinsam mit Knallkrebsen (Alpheidae) bewohnen. Das Biotop reicht von flachen Gezeitentümpeln bis in Tiefen von über 200 Metern, wobei die meisten aquaristisch relevanten Arten in 1–30 Metern Tiefe vorkommen.
Ernährung
Die Ernährung ist artabhängig und eng mit der jeweiligen ökologischen Nische verknüpft. Viele Grundeln sind Allesfresser, die kleine wirbellose Tiere, Algenaufwuchs und Detritus aufnehmen. Baggergrundeln der Gattung Valenciennea nehmen Mundvoll für Mundvoll Sand auf, sieben darin enthaltene Kleinstlebewesen wie Copepoden, Amphipoden und Würmer heraus und stoßen das Substrat durch die Kiemen wieder aus. Diese Methode hat ihnen den englischen Trivialnamen „Sleeper Gobies" oder „Sand Sifting Gobies" eingebracht.
Korallengrundeln ernähren sich teils vom Schleim der Korallen, auf denen sie sitzen, ergänzt durch Plankton. Andere Arten wie die Neongrundel (Elacatinus oceanops) betreiben Putzsymbiose: Sie entfernen Parasiten und abgestorbene Haut von größeren Fischen und nehmen diese als Nahrung auf.
Im Aquarium nehmen die meisten Arten nach kurzer Eingewöhnung Frost- und Lebendfutter an – Artemia, Mysis, fein gehacktes Muschelfleisch und hochwertiges Granulat. Baggergrundeln benötigen ein ausreichend tiefes Sandbett mit belebtem Substrat, um ihrem natürlichen Fressverhalten nachgehen zu können.
Verhalten & Lebensweise
Grundeln sind überwiegend tagaktiv und bodenbewohnend (benthisch). Viele Arten zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten und verteidigen ihr Territorium gegenüber Artgenossen, teils mit geöffnetem Maul und abgespreizten Flossen. Paarweise gehaltene Wächtergrundeln besetzen eine gemeinsame Höhle und dulden in der Regel keine weiteren Grundeln gleicher Art im näheren Umfeld.
Besonders hervorzuheben ist die Symbiose zwischen Wächtergrundeln der Gattungen Amblyeleotris, Cryptocentrus und Stonogobiops mit grabenden Knallkrebsen. Der nahezu blinde Krebs baut und pflegt die Wohnhöhle, während die Grundel am Eingang Wache hält und bei Gefahr durch schnelle Schwanzbewegungen warnt. Der Krebs hält dabei stets eine Antenne an den Körper der Grundel, um das Warnsignal sofort wahrzunehmen. Diese Partnerschaft gehört zu den am besten untersuchten Beispielen für Mutualismus im marinen Lebensraum.
Korallengrundeln sind eher standorttreu und verlassen ihre Wirtskoralle selten. Sie scheiden über die Haut ein bitteres Toxin ab, das sie für die meisten Fressfeinde ungenießbar macht.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung der Grundeln folgt einem bei vielen bodenlebenden Fischen verbreiteten Muster. Das Männchen bereitet eine Laichhöhle vor – je nach Art