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Guppy

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Poecilia reticulata
  • Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
  • Familie: Lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae)
  • Gattung: Poecilia
  • Lebensraum: Süßgewässer und leicht brackige Gewässer in tropischen und subtropischen Regionen
  • Größe: Männchen 2–4 cm, Weibchen 3–6 cm
  • Gewicht: ca. 0,5–1,5 g
  • Lebenserwartung: 2–3 Jahre, in Ausnahmefällen bis 5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Guppy gehört zu den farbenprächtigsten Süßwasserfischen überhaupt. Es besteht ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus: Männchen sind deutlich kleiner als Weibchen, zeigen aber eine erheblich intensivere Färbung und besitzen verlängerte, oft fächerförmig verbreiterte Schwanzflossen. Die Farbpalette reicht von Rot, Orange und Gelb über Blau und Grün bis hin zu metallisch schimmernden Tönen. Weibchen sind dagegen überwiegend grau bis silbrig gefärbt und wirken insgesamt unscheinbarer, dafür kräftiger gebaut.

Der Körper ist langgestreckt und seitlich leicht abgeflacht. Die Schuppen sind relativ klein und sitzen in gleichmäßigen Reihen. Typisch für die Familie der Lebendgebärenden Zahnkarpfen ist das Gonopodium der Männchen – eine zu einem Begattungsorgan umgewandelte Afterflosse, die als stabförmige Struktur deutlich sichtbar ist. Die Maulstellung ist oberständig, was auf eine bevorzugte Nahrungsaufnahme an der Wasseroberfläche hindeutet.

Durch jahrzehntelange Zucht existieren heute zahlreiche Zuchtformen, die sich in Flossenform und Farbschlag erheblich von der Wildform unterscheiden. Bekannte Varianten sind unter anderem Fächerschwanz, Doppelschwert, Lyraschwanz und Flaggenschwanz.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Guppys umfasst den Nordosten Südamerikas sowie Teile der Karibik. Die Art stammt ursprünglich aus Gewässern in Venezuela, Guyana, Suriname, Trinidad und Tobago sowie einigen weiteren karibischen Inseln. In ihrem natürlichen Habitat besiedeln Guppys flache, langsam fließende Bäche, Gräben, Tümpel und Randgebiete größerer Flüsse. Sie tolerieren ein breites Spektrum an Wasserbedingungen, darunter auch leicht brackiges Wasser.

Durch gezielte Aussetzungen zur biologischen Mückenbekämpfung und durch entwichene Aquarienpopulationen hat sich der Guppy inzwischen auf allen Kontinenten außer der Antarktis als Neozoon etabliert. Verwilderte Populationen finden sich unter anderem in Teilen Afrikas, Südostasiens, Australiens sowie in warmen Quellgebieten Europas. Diese invasive Ausbreitung kann in manchen Biotopen einheimische Fischarten verdrängen und lokale Ökosysteme beeinflussen.

Im Aquarium werden Guppys bei Wassertemperaturen zwischen 22 und 28 °C gehalten. Sie bevorzugen leicht hartes bis mittelhartes Wasser mit einem pH-Wert zwischen 6,5 und 8,5.

Ernährung

Guppys sind Allesfresser (Omnivoren) mit einer Tendenz zur insektivoren Ernährung. In der Natur fressen sie Mückenlarven, Kleinkrebse, Algen, Zooplankton und andere Kleinstorganismen. Ihre Rolle als Larvenvertilger war der historische Anlass für ihre weltweite Verbreitung: Robert John Lechmere Guppy, ein britischer Naturforscher, entdeckte die Art 1866 auf Trinidad, und die Fische wurden daraufhin gezielt in tropischen Gebieten zur Bekämpfung von Stechmücken eingesetzt.

Im Aquarium nehmen Guppys handelsübliches Flockenfutter, Granulatfutter, Frost- und Lebendfutter wie Artemia, Daphnien und Tubifex bereitwillig an. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit pflanzlichen Anteilen, etwa Spirulina oder blanchiertem Gemüse, fördert die Gesundheit und Farbintensität der Tiere. Guppys fressen nahezu ununterbrochen in kleinen Mengen, weshalb eine mehrmals tägliche Fütterung in kleinen Portionen der einmaligen Gabe einer großen Menge vorzuziehen ist.

Verhalten & Lebensweise

Guppys sind tagaktive Schwarmfische, die sich bevorzugt in den mittleren und oberen Wasserschichten aufhalten. Sie bilden keine festen Reviere, sondern bewegen sich in lockeren Gruppen durch das Gewässer. Innerhalb dieser Gruppen zeigen die Männchen ein ausgeprägtes Balzverhalten: Sie umkreisen die Weibchen, spreizen ihre Flossen und präsentieren dabei ihre Färbung.

Unter den Männchen herrscht eine deutliche Konkurrenz um die Weibchen. Aggressionen beschränken sich jedoch meist auf Imponiergehabe und kurze Verfolgungsjagden. In der Aquarienhaltung hat sich ein Geschlechterverhältnis von einem Männchen zu zwei bis drei Weibchen bewährt, um übermäßigen Stress für einzelne Weibchen durch dauerhafte Nachstellungen zu vermeiden.

Guppys sind neugierige und aktive Schwimmer, die nahezu den gesamten Aquarienraum nutzen. Im Freiland stellen sie eine wichtige Beute für größere Fische, Vögel und wirbellose Prädatoren dar. Studien aus Trinidad haben gezeigt, dass sich Guppy-Populationen in Gewässern mit hohem Räuberdruck morphologisch und verhaltensbiologisch von solchen in räuberarmen Gewässern unterscheiden – ein viel zitiertes Beispiel für schnelle adaptive Evolution.

Fortpflanzung & Aufzucht

Als Vertreter der Lebendgebärenden Zahnkarpfen praktizieren Guppys eine innere Befruchtung. Das Männchen überträgt Spermienpakete mithilfe seines Gonopodiums in die Geschlechtsöffnung des Weibchens. Ein einziger Paarungsakt kann ausreichen, um mehrere aufeinanderfolgende Würfe zu ermöglichen, da das Weibchen Spermien über Monate hinweg