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Haushuhn

H

Tierart – Vögel > Hühnervögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Gallus gallus domesticus
  • Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
  • Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
  • Gattung: Kammhühner (Gallus)
  • Wildform: Bankivahuhn (Gallus gallus)
  • Lebensraum: Weltweit in menschlicher Obhut; verwilderte Populationen in tropischen und subtropischen Regionen
  • Größe: 35–75 cm (je nach Rasse)
  • Gewicht: Hennen 1,5–4 kg, Hähne 2–6 kg; Zwergrassen ab ca. 500 g
  • Lebenserwartung: 5–10 Jahre, in Einzelfällen bis 15 Jahre

Aussehen & Merkmale

Das Haushuhn zeigt je nach Rasse eine enorme Variationsbreite in Körperbau, Gefiederfärbung und Größe. Gemeinsam ist allen Rassen der gedrungene Rumpf mit relativ kurzen, kräftigen Beinen, die in vier Zehen enden – drei nach vorn und eine nach hinten gerichtet. Die Läufe sind mit Hornschuppen bedeckt, bei manchen Rassen zusätzlich befiedert. Das Gefieder reicht von einfarbig Weiß, Schwarz oder Braun über gestreift, gesperbert und gesäumt bis hin zu metallisch schillernden Grün- und Blautönen. Hennen sind in der Regel schlichter gefärbt als Hähne.

Hähne tragen einen ausgeprägten Kamm auf dem Oberkopf, der je nach Rasse als Einfachkamm, Rosenkamm, Erbsenkamm oder Hörnerkamm ausgebildet sein kann. Dazu kommen zwei fleischige Kehllappen und – je nach Rasse – Ohrscheiben in Weiß, Rot oder Blau. Der Kamm ist stark durchblutet und dient der Thermoregulation. Hähne besitzen zudem verlängerte, gebogene Schwanzfedern (Sicheln) und spitz zulaufende Hals- und Sattelfedern (Behang). An der Innenseite der Läufe tragen sie einen Sporn, der als Waffe bei Rangkämpfen eingesetzt wird.

Der Schnabel ist kurz, leicht nach unten gebogen und kräftig – typisch für einen Allesfresser. Die Flügel sind relativ kurz. Haushühner können zwar flattern und kurze Strecken fliegen, sind aber keine ausdauernden Flieger.

Lebensraum & Verbreitung

Das Haushuhn ist das weltweit am häufigsten gehaltene Nutztier. Schätzungen gehen von über 25 Milliarden lebenden Individuen aus. Die Domestikation begann vor mindestens 8.000 Jahren in Südostasien, ausgehend vom Bankivahuhn, das in den Wäldern und Buschlandschaften Süd- und Südostasiens beheimatet ist. Genetische Studien legen nahe, dass auch andere Wildarten der Gattung Gallus, etwa das Sonnerathuhn (Gallus sonneratii), zu einem geringen Anteil zum Genpool des Haushuhns beigetragen haben.

Heute ist das Haushuhn auf allen Kontinenten außer der Antarktis verbreitet. Es wird in den unterschiedlichsten Haltungsformen gehalten – von der extensiven Freilandhaltung in ländlichen Gebieten Afrikas und Asiens bis zur intensiven Stallhaltung in industrialisierten Ländern. Verwilderte Populationen existieren unter anderem auf Hawaii, in Südflorida und auf zahlreichen pazifischen Inseln. Diese verwilderten Hühner besiedeln als Habitat offene Buschlandschaften, Waldränder und Siedlungsgebiete und nähern sich in ihrem Verhalten wieder der Wildform an.

Ernährung

Haushühner sind Allesfresser (Omnivoren). Ihr natürliches Nahrungsspektrum umfasst Sämereien, Gräser, Kräuter, Beeren und Früchte ebenso wie Insekten, Würmer, Schnecken und kleine Wirbeltiere wie Eidechsen oder Mäuse. Beim Nahrungserwerb scharren Hühner mit den Füßen im Boden und wenden Laub und Erdreich, um Futter freizulegen. Dieses angeborene Scharrverhalten ist ein zentrales Komfortelement, das auch bei reiner Stallhaltung erhalten bleibt.

In der modernen Geflügelhaltung erhalten Hühner Fertigfutter auf Basis von Getreide, Soja und Mineralstoffen. Für die Verdauung nehmen Hühner kleine Steine und Grit auf, die im Muskelmagen (Ventriculus) die Nahrung mechanisch zerkleinern – ein Merkmal, das Hühner mit anderen körnerfressenden Vögeln teilen. Ein Kropf (Ingluvies) dient als Vorspeicher und ermöglicht es, größere Nahrungsmengen aufzunehmen und schrittweise dem Drüsenmagen zuzuführen.

Verhalten & Lebensweise

Haushühner sind tagaktive Vögel, die bei Einbruch der Dämmerung erhöhte Schlafplätze aufsuchen – ein Relikt des Baumschlafs ihrer wilden Vorfahren. Sie leben in sozialen Gruppen mit einer klar definierten Rangordnung, der sogenannten Hackordnung. Diese wird durch Drohgebärden, Schnabelhiebe und gelegentliche Kämpfe etabliert und regelt den Zugang zu Futter, Wasser und bevorzugten Ruheplätzen.

Hähne fungieren als Wächter der Gruppe. Sie warnen mit spezifischen Alarmrufen vor Luft- und Bodenfeinden – die Lautäußerungen unterscheiden sich dabei je nach Bedrohungstyp. Hühner verfügen über ein Repertoire von mehr als 30 verschiedenen Lautäußerungen. Das morgendliche Krähen des Hahnes dient vor allem der Reviermarkierung und der Signalisierung seines Status gegenüber konkurrierenden Hähnen.

Zum Komfortverhalten gehören ausgiebige Staubbäder, bei denen sich die Tiere in trockener Erde oder Sand wälzen, um Federparasiten zu bekämpfen und das Gefieder zu pflegen. Auch Sonnenbaden mit ausgebreiteten Flügeln ist häufig zu beobachten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Hähne umwerben Hennen durch eine ritualisierte Balz: Sie führen einen seitlichen Flügeltanz auf