Hechtling
HTierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Aplocheilus spp. / Epiplatys spp. (im weiteren Sinne zahlreiche Gattungen der Eierlegenden Zahnkarpfen)
- Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
- Familie: Aplocheilidae (Asiatische Hechtlinge), Nothobranchiidae (Afrikanische Hechtlinge) u. a.
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer in den Tropen und Subtropen Afrikas, Asiens und Südamerikas
- Größe: Je nach Art 3–10 cm, einige Arten bis 15 cm
- Gewicht: Wenige Gramm, artabhängig
- Lebenserwartung: 1–5 Jahre, bei saisonalen Arten teils nur wenige Monate
Aussehen & Merkmale
Hechtlinge verdanken ihren deutschen Namen der entfernt an den europäischen Hecht (Esox lucius) erinnernden Kopfform. Der Körper ist langgestreckt, leicht abgeflacht und endet in einem oberständigen Maul, das für die Nahrungsaufnahme an der Wasseroberfläche optimiert ist. Die Rückenflosse sitzt weit hinten am Körper – häufig auf Höhe der Afterflosse – was den Fischen ein stromlinienförmiges Profil verleiht und schnelle Vorstöße beim Beutefang ermöglicht.
Die Schuppen sind je nach Art unterschiedlich gefärbt. Viele Hechtlinge zeigen einen ausgeprägten Sexualdimorphismus: Männchen tragen oft leuchtend bunte Farben – von Blau, Grün und Rot bis zu metallischen Gold- und Kupfertönen – während Weibchen schlichter gezeichnet sind. Bei Arten der Gattung Aplocheilus fallen die intensiv gefärbten Flossen der Männchen auf, bei Epiplatys-Arten durchziehen markante Querstreifen oder Punktreihen den Körperstamm. Die Schwanzflosse ist je nach Art gerundet, lanzettförmig oder leierförmig ausgezogen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Hechtlinge erstreckt sich über drei Kontinente. Asiatische Hechtlinge der Gattung Aplocheilus besiedeln Süßgewässer in Indien, Sri Lanka und Südostasien. Afrikanische Vertreter, darunter die Gattungen Epiplatys, Aphyosemion und Nothobranchius, kommen in West-, Zentral- und Ostafrika vor. Südamerikanische Verwandte wie Rivulus (heute teils Anablepsoides) bewohnen Gewässer zwischen Mittelamerika und Südostbrasilien.
Das typische Habitat sind flache, oft schattige Gewässer mit dichter Ufervegetation: Waldbäche, Tümpel, Reisfelder, überschwemmte Wiesen und temporäre Wasseransammlungen. Viele Arten bevorzugen Biotope mit weichem, leicht saurem Wasser und einer Schicht aus Falllaub am Grund. Einige saisonale Arten – besonders in der Gattung Nothobranchius – besiedeln Gewässer, die während der Trockenzeit vollständig austrocknen.
Ernährung
Hechtlinge sind überwiegend karnivor. In der Natur ernähren sie sich von Insektenlarven, Mückenlarven, kleinen Krebstieren, Wasserflöhen und anderen Wirbellosen, die sie vorwiegend an der Wasseroberfläche oder knapp darunter erbeuten. Größere Arten wie Aplocheilus lineatus (Streifenhechtling) fressen gelegentlich auch Jungfische anderer Arten.
Im Aquarium nehmen sie bereitwillig Lebend- und Frostfutter an, etwa Artemia, Daphnia, Tubifex und weiße Mückenlarven. Hochwertiges Flockenfutter oder Granulatfutter wird von den meisten Arten ebenfalls akzeptiert, sollte aber nicht die alleinige Nahrungsgrundlage bilden. Eine abwechslungsreiche Fütterung fördert die Farbintensität und Vitalität der Tiere.
Verhalten & Lebensweise
Die meisten Hechtlinge halten sich bevorzugt in den oberen Wasserschichten auf. Sie stehen dort oft regungslos knapp unter der Oberfläche und lauern auf Beute – ein Verhalten, das an den Jagdstil des namensgebenden Hechts erinnert. Bei Bedrohung können sie blitzschnell in die Deckung von Schwimmpflanzen oder Ufervegetation flüchten.
Hechtlinge sind in der Regel nicht streng gesellig, zeigen aber auch kein ausgeprägtes Territorialverhalten gegenüber artfremden Fischen. Innerhalb der eigenen Art kommt es jedoch – besonders zwischen Männchen – zu Rivalitäten. Dominante Männchen zeigen Imponiergesten mit gespreizten Flossen und intensivierter Färbung. Ernsthafte Verletzungen sind selten, doch sollte das Aquarium ausreichend Sichtbarrieren und Versteckmöglichkeiten bieten.
Einige Arten zeigen eine dämmerungsaktive bis nachtaktive Lebensweise, während andere auch tagsüber rege umherschwimmen. In der Aquarienhaltung empfiehlt sich eine gedämpfte Beleuchtung oder eine teilweise Abdeckung der Wasseroberfläche mit Schwimmpflanzen wie Wasserlinsen oder Muschelblumen, um das natürliche Biotop nachzuahmen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Bei der Fortpflanzung unterscheidet man zwei grundlegende Strategien: Haftlaicher und Bodenlaicher. Haftlaicher – etwa Aplocheilus und Epiplatys – heften ihre Eier an feinfiedrige Pflanzen, Wurzeln oder künstliche Laichsubstrate (Wollmopps). Die Eier entwickeln sich über einen Zeitraum von etwa 10–21 Tagen, abhängig von Art und Wassertemperatur.
Bodenlaicher wie Nothobranchius und Fundulopanchax graben ihre Eier in weiches Substrat am Gewässergrund ein. Diese Eier durchlaufen eine obligatorische Diapause – eine Ruh