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Highland-rind

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Rassen > Sonstiges Geflügel & Nutztierrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Schottische Highlands und Hebriden-Inseln, Großbritannien
  • Rassestandard: Highland Cattle Society (gegründet 1884), ältestes Herdbuch der Welt für diese Rasse
  • Zuchtverband (D): Bundesverband Deutscher Highland Cattle Züchter und Halter e.V. (BDHC)
  • Widerristhöhe: Kühe 110–120 cm, Bullen 120–135 cm
  • Gewicht: Kühe 400–550 kg, Bullen 650–900 kg
  • Lebenserwartung: 18–20 Jahre, einzelne Tiere bis 25 Jahre
  • Fell/Farben: Langes, doppelschichtiges Fell in den Farben Rot, Schwarz, Gelb (Dun), Weiß, Brindle (gestromt) und Silber
  • Nutzung: Extensives Fleischrind, Landschaftspflege, Mutterkuhhaltung

Herkunft & Geschichte

Das Highland-Rind, im englischen Sprachraum als Highland Cattle oder auch liebevoll als „Coo" bezeichnet, zählt zu den ältesten registrierten Rinderrassen überhaupt. Seine Abstammung lässt sich bis in das 6. Jahrhundert zurückverfolgen, als keltische Siedler ihre Rinder in die unwirtlichen Hochlandregionen Schottlands brachten. Über Jahrhunderte hinweg formte die raue Umgebung – mit eisigen Winden, kargen Böden und hohen Niederschlagsmengen – eine Rasse von außergewöhnlicher Robustheit und Widerstandsfähigkeit.

Ursprünglich unterschied man zwei Schläge: das etwas kleinere, meist schwarze Rind der westschottischen Inseln (Kyloe) und den größeren, rötlichen Festlandtyp aus den Highlands. Durch systematische Kreuzung im 19. Jahrhundert verschmolzen beide Typen zur heutigen einheitlichen Rasse. Die 1884 gegründete Highland Cattle Society führt das älteste Herdbuch dieser Rasse und definiert bis heute den Rassestandard. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitete sich das Highland-Rind in ganz Europa, Nordamerika, Skandinavien und sogar Australien. In Deutschland etablierte sich die Rasse ab den 1970er-Jahren, wobei der BDHC als zentraler Zuchtverband die Zuchtbuchführung und Qualitätssicherung übernimmt.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Highland-Rind ist auf den ersten Blick unverwechselbar. Sein langes, zotteliges Fell, das bis über die Augen fällt, verleiht ihm ein markantes, beinahe archaisches Erscheinungsbild. Das Haarkleid besteht aus zwei Schichten: einem feinen, dichten Unterfell, das hervorragend isoliert, und einem langen, leicht öligen Deckhaar, das Regen und Schnee abperlen lässt. Dieser natürliche Witterungsschutz macht eine schützende Fettschicht unter der Haut weitgehend überflüssig – ein Umstand, der sich direkt in der Fleischqualität widerspiegelt.

Die Hörner sind weit ausladend, bei Kühen lyraförmig geschwungen und leicht nach oben gerichtet, bei Bullen massiver und eher waagerecht mit aufwärts gebogenen Spitzen. Der Körperbau ist kompakt und rechteckig, mit kräftigen Beinen und harten Klauen, die auch auf steinigem und feuchtem Untergrund trittsicher sind. Die Stirn ist breit, der Rücken gerade und die Brust tief. Trotz der relativ geringen Größe strahlen Highland-Rinder eine beeindruckende Präsenz aus.

Charakter & Wesen

Highland-Rinder gelten als ausgesprochen gutmütig, ruhig und umgänglich. Im täglichen Umgang zeigen sie sich dem Menschen gegenüber zutraulich und gelassen, sofern sie regelmäßig Kontakt haben. Ihr Wesen wird häufig als sanftmütig, aber durchaus selbstbewusst beschrieben. Mutterkühe sind ihrem Nachwuchs gegenüber fürsorglich und wachsam, ohne dabei aggressiv zu werden. Bullen verhalten sich in der Regel friedfertig, verlangen aber den nötigen Respekt und Erfahrung im Umgang.

Innerhalb der Herde herrscht eine stabile soziale Rangordnung, die selten durch heftige Auseinandersetzungen gestört wird. Highland-Rinder sind intelligent und neugierig; sie gewöhnen sich schnell an Routinen und lassen sich bei artgerechter Haltung problemlos handhaben. Eine gute Mensch-Tier-Beziehung, aufgebaut von Kalb an, erleichtert spätere Klauenpflege, tierärztliche Untersuchungen und den allgemeinen Umgang erheblich.

Haltung & Pflege

Die Haltung von Highland-Rindern ist vergleichsweise unkompliziert, stellt aber dennoch gewisse Anforderungen. Als robuste Freilandrasse sind sie prädestiniert für die ganzjährige Weidehaltung. Ein Unterstand oder eine einfache Schutzhütte als Rückzugsmöglichkeit bei extremer Hitze genügt in der Regel. Ein beheizter Stall ist nicht notwendig und sogar kontraproduktiv, da das dichte Fell in warmer, stickiger Stallluft zu Hautproblemen führen kann.

Für die Weidehaltung sollte ausreichend Fläche eingeplant werden – als Richtwert gelten etwa 0,5 bis 1 Hektar pro Tier bei extensiver Beweidung. Highland-Rinder eignen sich hervorragend für die Landschaftspflege, da sie auch Hanglagen, Feuchtwiesen und verbuschte Flächen beweiden und dabei Naturschutzzielen dienen. Der Auslauf sollte sichere Zäune aufweisen, wobei stabile Knotengeflechtzäune oder Elektrozäune bewährt sind.

Die Fellpflege übernehmen die Tiere weitgehend selbst. Gelegentliches Bürsten während der Umgangsarbeit stärkt die Bindung. Wichtig ist die regelmäßige Klauenpflege, mindestens einmal jährlich, da auf weichem Boden gehaltene Tiere ihre Klauen nicht ausreichend abnutzen. Die Hörner erfordern bei der Stallgestaltung und im Umgang Aufmerksamkeit, sollten aber aus Tierschutzgründen nicht entfernt werden.

Ernährung

Highland-Rinder sind genügsame und effiziente Futterverwerter. Ihre Ernährung basiert auf Weidegras, Heu und bei Bedarf Grassilage