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Hochmoor-Perlmuttfalter

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Boloria aquilonaris
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
  • Unterfamilie: Heliconiinae
  • Gattung: Boloria
  • Lebensraum: Hochmoore, Übergangsmoore, nasse Moorheiden
  • Flügelspannweite: 28–38 mm
  • Gewicht: ca. 0,1–0,3 g
  • Lebenserwartung: ca. 10–12 Monate (gesamter Lebenszyklus); Falter leben etwa 2–3 Wochen

Aussehen & Merkmale

Der Hochmoor-Perlmuttfalter ist ein mittelkleiner Tagfalter, dessen Flügeloberseiten das für Perlmuttfalter typische orange-braune Grundmuster zeigen. Die Oberseite beider Flügelpaare trägt ein Netz aus schwarzen Flecken, Strichen und Bogenlinien auf warmem Orange. Entlang des Flügelrandes verläuft eine Reihe dunkler Randmonde. Die eigentlich artbestimmenden Merkmale befinden sich auf der Unterseite der Hinterflügel: Hier wechseln sich rotbraune, gelbliche und silbrig-weiße Felder ab. Die namensgebenden Perlmuttflecken – schimmernde, leicht metallic glänzende Bereiche – sind weniger stark ausgeprägt als bei manchen verwandten Arten wie dem Braunfleckigen Perlmuttfalter (Boloria selene). Eine mediane Binde aus gelblich-weißen Flecken auf der Hinterflügelunterseite hilft bei der Unterscheidung von ähnlichen Arten.

Der Körper ist dicht mit bräunlichen Schuppen bedeckt, die Fühler enden in deutlich abgesetzten Kolben. Die Augen sind wie bei allen Edelfaltern nackt, also ohne Behaarung zwischen den Facetten. Das erste Beinpaar ist zu sogenannten Putzpfoten reduziert und wird nicht zum Laufen genutzt – ein Merkmal der gesamten Familie Nymphalidae.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Hochmoor-Perlmuttfalters erstreckt sich als disjunktes Band über die boreale und gemäßigte Zone der Paläarktis – von Westeuropa über Skandinavien und das Baltikum bis nach Sibirien und in die Mongolei. In Mitteleuropa liegen die Vorkommen zerstreut und gelten vielerorts als Reliktpopulationen aus kühleren Klimaphasen.

Das bevorzugte Habitat sind intakte oder zumindest naturnahe Hochmoore und Übergangsmoore mit offenen, nassen Torfmoosflächen. Die Art ist eng an das Biotop Hochmoor gebunden, weil dort ihre einzige Raupennahrungspflanze wächst. In Deutschland finden sich Restvorkommen vor allem in den Mittelgebirgen (Eifel, Schwarzwald, Bayerischer Wald, Harz) sowie im Alpenvorland. In den norddeutschen Tieflandmooren ist die Art weitgehend erloschen. In Österreich beschränken sich die Fundorte auf montane bis subalpine Moorgebiete, in der Schweiz auf höher gelegene Jura- und Voralpenmoore.

Die starke Bindung an hydrologisch intakte Moore macht den Hochmoor-Perlmuttfalter zu einer ausgezeichneten Indikatorart für den ökologischen Zustand von Moorlandschaften. Wo er nachgewiesen wird, ist das Moor in der Regel noch funktionsfähig.

Ernährung

Die Raupen des Hochmoor-Perlmuttfalters ernähren sich ausschließlich von der Moosbeere (Vaccinium oxycoccos), einer niedrigen, kriechenden Pflanze der Torfmoospolster. Diese monophage Ernährungsweise stellt einen wesentlichen Grund für die enge Habitatbindung der Art dar. Gelegentlich wird auch die Großfrüchtige Moosbeere (Vaccinium macrocarpon) als Nahrungspflanze akzeptiert, sofern sie im Lebensraum vorkommt.

Die adulten Falter saugen Nektar an verschiedenen Moorpflanzen, darunter Rosmarinheide (Andromeda polifolia), Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre), Wollgras-Arten (Eriophorum spp.) und Moosbeere selbst. Sie bevorzugen dabei violette und rosafarbene Blüten.

Verhalten & Lebensweise

Der Hochmoor-Perlmuttfalter ist tagaktiv und fliegt in einer Generation pro Jahr (univoltin). Die Flugzeit erstreckt sich je nach Höhenlage und Witterung von Mitte Juni bis Anfang August, mit einem Schwerpunkt im Juli. Die Falter halten sich eng im Bereich der offenen Moorflächen auf und entfernen sich selten weit von den Torfmoospolstern. Ihr Flug ist relativ langsam und bodennah, häufig unterbrochen von kurzen Ruhephasen, in denen sie mit geöffneten Flügeln auf Vegetation oder Torfmoos sitzen und Sonnenwärme aufnehmen.

Die Männchen patrouillieren bei Sonnenschein über die Moorfläche und suchen aktiv nach Weibchen. Ein ausgeprägtes Revierverhalten im engeren Sinne ist nicht bekannt; Männchen vertreiben jedoch gelegentlich andere Falter aus ihrem Flugbereich. Bei Bewölkung oder Wind stellen die Tiere ihre Aktivität weitgehend ein und suchen Schutz in der bodennahen Vegetation.

Die Ausbreitungsfähigkeit der Art ist gering. Untersuchungen mittels Markierung und Wiederfang zeigen, dass die meisten Individuen während ihres gesamten Lebens innerhalb eines Radius von wenigen hundert Metern verbleiben. Dies erschwert die Wiederbesiedlung ehemaliger Standorte erheblich.

Fortpflanzung & Aufzucht

Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln an Blättern oder Stängeln der Moosbeere ab. Die Eier sind anfangs gelblich und verfärben sich vor dem Schlupf dunkel. Die Raupen schlüpfen nach etwa zwei Wochen und beginnen sofort mit der Nahrungsaufnahme. Sie sind dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt, mit hellen Dornenreihen und feinen Härchen besetzt, was eine gute Tarnung auf dem dunklen Torfmoos bi