Hokko
HTierart – Vögel > Hühnervögel
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Crax rubra (Großer Hokko); Gattung Crax sowie weitere Gattungen der Familie
- Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
- Familie: Hokkohühner (Cracidae)
- Lebensraum: Tropische und subtropische Regenwälder Mittel- und Südamerikas
- Größe: 75–100 cm (je nach Art)
- Gewicht: 3–5 kg
- Lebenserwartung: 20–30 Jahre (in Gefangenschaft bis über 30 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Hokkos gehören zu den größten Vertretern der Hühnervögel in der Neuen Welt. Der Große Hokko (Crax rubra), die bekannteste Art der Gattung, erreicht eine Körperlänge von etwa 90 bis 100 Zentimetern und ein Gewicht von bis zu fünf Kilogramm. Das Gefieder der Männchen ist überwiegend glänzend schwarz mit einem weißen Unterbauch. Auf dem Kopf tragen sie eine auffällige, nach vorn gebogene Federhaube aus gekräuselten schwarzen Federn. Der kräftige Schnabel weist an der Basis einen leuchtend gelben Höcker auf, der bei geschlechtsreifen Männchen besonders ausgeprägt ist und als sekundäres Geschlechtsmerkmal dient.
Weibchen zeigen einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus: Ihr Gefieder variiert je nach Unterart und Individuum zwischen rotbraun, schwarz-weiß gebändert und kastanienbraun. Die Federhaube der Weibchen ist schwarz-weiß gestreift. Die Läufe sind kräftig und für einen Bodenvogel verhältnismäßig lang, was den Tieren ein schnelles Laufen im Unterholz ermöglicht. Der Schwanz ist lang und breit.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Hokkos erstreckt sich vom südlichen Mexiko über ganz Mittelamerika bis in das nördliche Südamerika. Verschiedene Arten der Familie Cracidae besiedeln Lebensräume von den tropischen Tieflandregenwäldern bis hin zu Bergnebelwäldern in Höhen von über 2.000 Metern. Der Große Hokko bevorzugt dichte, ungestörte Primärwälder mit geschlossenem Kronendach als Habitat. Besonders wichtig sind alte Waldbestände mit reichlich Unterwuchs und fruchttragende Bäume.
Neben Crax rubra umfasst die Gattung Crax weitere Arten, darunter den Tuberkelhokko (Crax globulosa), den Blaulappenokko (Crax alberti) und den Nacktgesichthokko (Crax fasciolata). Innerhalb der Familie Cracidae finden sich außerdem die Gattungen der Schakuhühner (Penelope) und der Guane (Pipile), die nahe verwandt, aber schlanker gebaut und stärker an ein Leben in den Baumkronen angepasst sind.
Ernährung
Hokkos sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus herabgefallenen Früchten, Samen, Beeren, Blättern und Knospen. Ergänzend nehmen sie Wirbellose wie Insekten, Spinnen, Schnecken und gelegentlich kleine Wirbeltiere auf. Die Nahrungssuche findet überwiegend am Waldboden statt, wo die Vögel mit ihren kräftigen Füßen im Laub scharren und Fallobst aufsammeln.
Als Samenverbreiter spielen Hokkos eine wichtige ökologische Rolle in ihrem Biotop. Sie verschlucken Früchte im Ganzen und scheiden die Samen an anderer Stelle wieder aus, wodurch sie zur Regeneration und genetischen Durchmischung der Waldvegetation beitragen. In Gebieten, in denen Hokkos durch Bejagung verschwunden sind, lässt sich ein messbarer Rückgang der Samenverbreitung bestimmter Baumarten nachweisen.
Verhalten & Lebensweise
Hokkos sind überwiegend tagaktiv. Sie verbringen den Großteil des Tages am Boden und ziehen sich nachts in die mittleren und oberen Etagen der Bäume zurück, um dort auf Ästen zu schlafen. Dieses Verhalten dient dem Schutz vor bodenlebenden Prädatoren wie Ozelots, Jaguaren und großen Schlangen.
Außerhalb der Brutzeit leben Hokkos paarweise oder in kleinen Familiengruppen von drei bis fünf Tieren. Größere Ansammlungen sind untypisch. Die Vögel sind standorttreu und bewegen sich innerhalb eines festen Reviers, das sie selten verlassen. Im Vergleich zu vielen anderen Hühnervögeln gelten Hokkos als scheue und zurückgezogene Tiere, die bei Störung eher flüchten als sich zu verstecken. Ihr schwerer Körperbau erlaubt nur kurze Flugstrecken; sie fliegen in der Regel nur auf, um Schlafbäume zu erreichen oder unmittelbarer Gefahr zu entkommen.
Das Stimmrepertoire umfasst tiefe, dumpfe Rufe der Männchen, die über weite Strecken im Wald hörbar sind. Diese Lautäußerungen dienen der Reviermarkierung und der Kommunikation mit dem Partner.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz der Hokkos beginnt in der Regel mit Einsetzen der Regenzeit. Männchen werben durch tiefe, brummende Rufe, durch Aufstellen der Federhaube und durch ritualisierte Bewegungen des Kopfes. Die Paarbindung ist stark; viele Hokkos leben vermutlich monogam über mehrere Brutsaisons hinweg.
Das Nest wird in niedrigen bis mittleren Baumhöhen aus Zweigen, Blättern und Pflanzenmaterial errichtet. Das Gelege besteht typischerweise aus zwei großen, weißen Eiern – eine für Hühnervögel auffallend geringe Gelegegröße. Die Brutdauer beträgt etwa 30 bis 34 Tage. Die Küken sind beim Schlüpfen bereits relativ weit entwickelt und dicht bedunt. Sie verlassen das Nest innerhalb weniger Tage und folgen den Eltern am Boden. Beide Elternteile beteiligen sich an der Führung und Bewachung der Jungen, die nach etwa drei