Honiggurami
HTierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Trichogaster chuna (Hamilton, 1822)
- Synonyme: Colisa chuna, Colisa sota; im Englischen: Honey Gourami
- Ordnung: Anabantiformes (Kletterfischartige)
- Familie: Osphronemidae (Riesengouramis)
- Unterfamilie: Trichogastrinae
- Gattung: Trichogaster
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer in Südasien
- Größe: 4–5 cm (Männchen), 4–5,5 cm (Weibchen)
- Gewicht: ca. 3–5 g
- Lebenserwartung: 3–5 Jahre (in Aquarienhaltung bis 8 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Der Honiggurami gehört zu den kleineren Vertretern der Labyrinthfische und zeigt einen seitlich abgeflachten, hochrückigen Körperbau. Im Ruhezustand tragen beide Geschlechter eine silbrig-beige bis honiggelbe Grundfärbung, die dem Fisch seinen deutschen Namen eingebracht hat. Ein dunkler Längsstreifen zieht sich von der Schnauze über das Auge bis zum Ansatz der Schwanzflosse, wobei dieser bei Zuchtformen oft weniger stark ausgeprägt ist.
Den auffälligsten Geschlechtsdimorphismus zeigen die Männchen während der Balz: Ihre Kehle und der Bauchbereich färben sich intensiv dunkelblau bis schwarz, während die Flanken ein kräftiges Honig- bis Orangegelb annehmen. Die Rückenflosse erhält dann einen leuchtend gelben Saum. Weibchen bleiben dagegen weitgehend blass und zeigen den dunklen Lateralstreifen deutlicher.
Wie alle Fadenfische besitzt der Honiggurami zu fadenförmigen Tastorganen umgebildete Bauchflossen. Diese sogenannten Ventralfäden dienen der Orientierung in trübem Wasser und der Kommunikation mit Artgenossen. Die Schuppen sind relativ klein und sitzen in gleichmäßigen Reihen am Körper. Die Rückenflosse ist kurz und abgerundet, die Afterflosse dagegen lang ausgezogen.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Honiggurami umfasst den Nordosten des indischen Subkontinents. Er kommt in den Flusseinzugsgebieten des Ganges und des Brahmaputra vor, insbesondere in den indischen Bundesstaaten Assam und Westbengalen sowie in Bangladesch. Einzelne Populationen wurden auch in Nepal nachgewiesen.
Sein bevorzugtes Habitat sind stark verkrautete, stehende oder nur langsam fließende Gewässer. Dazu zählen Überschwemmungsebenen, Reisfelder, flache Teiche, Gräben und die vegetationsreichen Uferzonen von Flüssen. Diese Biotope zeichnen sich durch weiches, leicht saures Wasser mit pH-Werten zwischen 6,0 und 7,5 und Temperaturen von 22 bis 28 °C aus. Die dichte Vegetation aus Schwimmpflanzen und submersen Gewächsen bietet Deckung und dient als Nahrungsquelle.
Durch sein Labyrinthorgan – ein zusätzliches Atemorgan oberhalb der Kiemen – kann der Honiggurami atmosphärische Luft veratmen. Diese Anpassung erlaubt ihm das Überleben in sauerstoffarmen Gewässern, wie sie in seinen tropischen Habitaten häufig vorkommen.
Ernährung
Der Honiggurami ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Kost. In der Natur ernährt er sich von Insektenlarven, Kleinkrebsen, Zooplankton und Algenaufwuchs. Mit seinem kleinen, leicht oberständigen Maul nimmt er Nahrung bevorzugt von der Wasseroberfläche oder aus der mittleren Wasserschicht auf.
In der Aquarienhaltung akzeptiert er handelsübliches Trocken- und Flockenfutter, sollte aber regelmäßig mit Lebend- oder Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops oder Mückenlarven versorgt werden. Diese Zufütterung fördert die Farbintensität und stärkt die Kondition, insbesondere vor der Laichzeit. Die Futtergabe sollte in kleinen Portionen erfolgen, da der Honiggurami ein zurückhaltender Fresser ist und sich gegenüber hektischen Mitbewohnern am Futterplatz oft nicht durchsetzen kann.
Verhalten & Lebensweise
Der Honiggurami ist ein überwiegend tagaktiver, ruhiger Fisch. Er hält sich bevorzugt in den oberen und mittleren Wasserschichten auf, meist in der Nähe von Pflanzenbeständen, die ihm als Rückzugsraum dienen. Gegenüber Artgenossen und anderen Fischen verhält er sich friedlich, was ihn zu einem geschätzten Bewohner von Gesellschaftsaquarien macht.
Männchen können untereinander ein moderates Revierverhalten zeigen, das sich in Imponiergehabe und gelegentlichem Drohen äußert, jedoch selten zu ernsthaften Auseinandersetzungen führt. Die fadenförmigen Bauchflossen werden dabei häufig als Kommunikationsmittel eingesetzt – die Tiere betasten einander oder berühren Gegenstände in ihrer Umgebung damit. In zu kleinen Becken oder bei fehlenden Strukturen kann Stress auftreten, der sich in Blässe und Apathie äußert.
Die Haltung in kleinen Gruppen von einem Männchen und zwei bis drei Weibchen hat sich bewährt. Als Mindestgröße für ein Artenbecken werden 54 Liter empfohlen, wobei größere Aquarien mit dichter Bepflanzung und Schwimmpflanzen dem natürlichen Verhalten deutlich entgegenkommen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Der Honiggurami ist ein Schaumnestbauer. Das Männchen errichtet an der Wasseroberfläche – häufig unter Schwimmpflanzenblättern – ein lockeres Nest aus Luftblasen, die mit Speichel stabilisiert werden. Der Nestbau kann sich über mehrere Stunden erstrecken und geht mit der intensiven Balzfärbung des Männchens einher.
Während der Balz nähert sich das Männchen dem Weibchen mit gespreizten Flossen und zeigt seine