Honigraum
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Definition & Überblick
Der Honigraum bezeichnet in der Imkerei den oberen Teil einer Bienenbeute, der ausschließlich dazu dient, den von den Bienen produzierten Überschusshonig aufzunehmen. Er wird räumlich vom darunterliegenden Brutraum getrennt, in dem das Bienenvolk lebt, brütet und seine eigenen Vorräte anlegt. Diese Trennung ist entscheidend für eine saubere, artgerechte Honigernte und gehört zu den grundlegenden Prinzipien moderner Bienenhaltung.
Im Honigraum befinden sich leere Rähmchen mit Mittelwänden oder bereits ausgebauten Waben, die von den Bienen mit Nektar gefüllt und nach der Reifung mit einer Wachsschicht (Verdeckelung) verschlossen werden. Erst wenn die Waben vollständig verdeckelt sind, gilt der Honig als reif und kann geerntet werden. Der Honigraum ist somit das zentrale Element der Honiggewinnung und bestimmt maßgeblich Qualität und Menge des Ertrags.
Grundlagen & Voraussetzungen
Damit der Honigraum seinen Zweck erfüllt, müssen mehrere Voraussetzungen gegeben sein:
- Absperrgitter: Zwischen Brutraum und Honigraum wird ein sogenanntes Absperrgitter eingelegt. Dieses Gitter lässt Arbeitsbienen passieren, hält aber die größere Königin zurück. So wird verhindert, dass im Honigraum Brut angelegt wird – eine wesentliche Voraussetzung für reinen, brutfreien Honig.
- Ausreichende Volksstärke: Ein Bienenvolk muss stark genug sein, um den zusätzlichen Raum zu besetzen und zu bewirtschaften. Ein zu schwaches Volk kann den Honigraum nicht erwärmen und pflegen, was zu Feuchtigkeitsproblemen und Schimmel führen kann. In der Regel sollte das Volk mindestens sechs bis acht dicht besetzte Brutraumwaben aufweisen.
- Trachtsituation: Der Honigraum wird erst aufgesetzt, wenn eine ausreichende Nektarquelle – die sogenannte Tracht – zur Verfügung steht. Je nach Region und Klima ist das typischerweise zwischen Mitte April und Anfang Mai der Fall, wenn Obstbäume, Raps oder Löwenzahn blühen.
- Passende Beute: Das verwendete Beutensystem muss für die Aufnahme eines Honigraums ausgelegt sein. Gängige Systeme wie die Zander-Beute, die Dadant-Beute oder die Deutsch-Normal-Beute verfügen über standardisierte Zargen, die als Honigräume eingesetzt werden.
Praktische Umsetzung
Das Aufsetzen des Honigraums erfordert etwas Fingerspitzengefühl und eine gute Beobachtung des Bienenvolks. Der richtige Zeitpunkt lässt sich am Verhalten der Bienen und am Zustand der Brutraumwaben ablesen: Sind die äußeren Waben im Brutraum bereits mit frischem Nektar gefüllt und beginnen die Bienen, Wildbau an der Oberseite anzulegen, ist es höchste Zeit.
Beim Aufsetzen wird zunächst das Absperrgitter auf den Brutraum gelegt. Darauf kommt die Honigzarge mit eingehängten Rähmchen. Je nach Betriebsweise können Mittelwände aus Bienenwachs oder bereits ausgebaute Waben – sogenannte Leerwaben – verwendet werden. Ausgebaute Waben haben den Vorteil, dass die Bienen sie sofort befüllen können, während Mittelwände erst noch ausgebaut werden müssen, was Energie und Zeit kostet.
Während der Trachtzeit ist es wichtig, den Füllstand des Honigraums regelmäßig zu kontrollieren. Ist er nahezu vollständig gefüllt und großteils verdeckelt, kann ein zweiter Honigraum aufgesetzt werden – man spricht dann vom Erweitern. Dieses rechtzeitige Erweitern ist gleichzeitig eine wirksame Maßnahme zur Schwarmverhinderung, da Platzmangel ein wesentlicher Auslöser für den Schwarmtrieb ist.
Zur Honigernte werden die Honigräumchen mithilfe einer Bienenflucht, durch Abfegen oder durch vorsichtiges Abkehren von Bienen befreit. Die verdeckelten Waben werden anschließend entdeckelt und in einer Honigschleuder ausgeschleudert.
Häufige Fehler
- Zu frühes Aufsetzen: Wird der Honigraum aufgesetzt, bevor das Volk stark genug ist oder bevor eine nennenswerte Tracht einsetzt, kühlt der zusätzliche Raum das Volk aus. Die Bienen ziehen sich zusammen, die Brutentwicklung stagniert, und im schlimmsten Fall schimmeln die ungenutzten Waben.
- Zu spätes Aufsetzen: Umgekehrt führt ein verspätetes Aufsetzen dazu, dass das Volk den Brutraum mit Honig verstopft – es entsteht ein sogenanntes Honigschloss. Die Königin findet keinen Platz mehr zum Eierlegen, das Volk wird schwarmlustig, und der Ertrag sinkt erheblich.
- Verzicht auf das Absperrgitter: Manche Imker verzichten bewusst auf das Absperrgitter, um den Bienen den Durchgang zu erleichtern. Das Risiko besteht jedoch darin, dass die Königin in den Honigraum aufsteigt und dort Brut anlegt. Brutwaben dürfen nicht geschleudert werden, was den nutzbaren Ertrag verringert und die Honigqualität mindert.
- Ernte unreifen Honigs: Honig, der noch nicht verdeckelt ist, enthält zu viel Wasser. Sein Wassergehalt liegt dann oft über den zulässigen 20 Prozent, was zur Gärung führt. Nur reifer, verdeckelter Honig sollte geerntet werden.
- Verwendung von belastetem Wachs: Mittelwände aus verunreinigtem Wachs können Rückstände an den Honig abgeben. Nur rückstandsfreies, geprüftes Wachs gehört in den Honigraum.
Tipps für Anfänger
- Beobachten Sie Ihr Volk regelmäßig und lernen Sie, die Trachtbereitschaft einzuschätzen. Ein Blick auf die Stockwaage – ob digital oder