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Honigschleuder

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Fachbegriffe (Aquaristik/Terraristik/Vogelhaltung) > Vogelhaltung & Imkerei

Definition & Überblick

Die Honigschleuder – fachlich auch als Honigextractor bezeichnet – ist ein mechanisches oder elektrisches Gerät zur Gewinnung von Honig aus den Waben eines Bienenvolkes. Sie zählt zu den wichtigsten Werkzeugen in der Imkerei und ermöglicht es, den reifen Honig schonend und effizient aus den zuvor entdeckelten Waben zu lösen, ohne die empfindliche Wabenstruktur dabei zu zerstören. Die leeren Waben können anschließend dem Bienenvolk zurückgegeben werden, was den Bienen erheblichen Energie- und Zeitaufwand beim Neubau erspart.

Das Funktionsprinzip beruht auf der Zentrifugalkraft: Die Wabenrahmen werden in einen zylindrischen Behälter aus Edelstahl oder lebensmittelechtem Kunststoff eingesetzt und in Rotation versetzt. Durch die dabei entstehende Fliehkraft wird der Honig aus den Zellen geschleudert, fließt an der Innenwand des Behälters herab und sammelt sich am Boden, von wo er über einen Quetschhahn abgelassen wird.

Historisch wurden Honigwaben vor der Erfindung der Schleuder durch den österreichischen Imker Franz Edler von Hruschka im Jahr 1865 ausgepresst oder ausgeschmolzen – Methoden, die sowohl das Wachs als auch den Honig qualitativ beeinträchtigten und die Waben unwiederbringlich zerstörten.

Grundlagen & Voraussetzungen

Bevor eine Honigschleuder zum Einsatz kommt, müssen mehrere Grundvoraussetzungen erfüllt sein:

  • Reifer Honig: Die Waben sollten zu mindestens zwei Dritteln verdeckelt sein. Verdeckelte Zellen signalisieren, dass die Bienen den Wassergehalt des Honigs auf unter 20 % gesenkt haben. Honig mit zu hohem Wassergehalt gärt und ist nicht lagerfähig.
  • Entdeckelung: Vor dem Schleudern muss die dünne Wachsschicht, mit der die Bienen die gefüllten Zellen verschließen, entfernt werden. Dazu dienen Entdeckelungsgabeln, Entdeckelungsmesser (kalt oder beheizt) oder bei größeren Betrieben automatische Entdeckelungsmaschinen.
  • Hygienekonformer Schleuderraum: Die Honiggewinnung unterliegt der Lebensmittelhygieneverordnung. Der Raum muss sauber, fliegensicher und gut belüftbar sein. Alle Oberflächen, die mit Honig in Kontakt kommen, müssen aus lebensmittelechtem Material bestehen.
  • Passende Schleuderart: Die Schleuder muss zum verwendeten Wabenmaß (z. B. Deutsch Normal, Zander, Dadant) passen. Es gibt Tangential- und Radialschleudern – ihre Unterschiede werden im folgenden Abschnitt erläutert.

Praktische Umsetzung

In der Praxis unterscheidet man zwei Haupttypen von Honigschleudern:

  • Tangentialschleuder: Die Wabenrahmen stehen mit einer Breitseite zur Behälterwand. Es wird zuerst eine Seite geschleudert, dann werden die Rahmen gewendet. Dieser Typ ist günstiger in der Anschaffung, erfordert aber mehr Arbeitsaufwand und eignet sich besonders für Hobbyimker mit wenigen Völkern.
  • Radialschleuder: Die Rahmen stehen wie Speichen eines Rades im Korb. Beide Wabenseiten werden gleichzeitig geschleudert, ein Wenden entfällt. Radialschleudern fassen mehr Waben und arbeiten effizienter, sind aber deutlich teurer.

Der Schleudervorgang selbst erfolgt in mehreren Schritten:

  • Entdeckelte Waben gleichmäßig in den Schleuderkorb einsetzen – auf ausgewogene Gewichtsverteilung achten, um Unwucht zu vermeiden.
  • Langsam anschleudern, um ein Brechen frischer Waben zu verhindern. Erst nach und nach die Drehzahl steigern.
  • Bei Tangentialschleudern: erste Seite nur leicht anschleudern, wenden, zweite Seite vollständig schleudern, dann erneut wenden und die erste Seite fertig schleudern.
  • Den gewonnenen Honig über ein Doppelsieb (Grob- und Feinsieb) in einen Abfüllkübel laufen lassen, um Wachsreste, Pollenklümpchen und andere Verunreinigungen zu entfernen.
  • Honig anschließend im verschlossenen Behälter mehrere Tage ruhen lassen, damit Luftblasen aufsteigen können (Klären).

Bezüglich Tierschutz und artgerechter Bienenhaltung ist darauf zu achten, dass dem Volk ausreichend Honigvorräte für die Überwinterung verbleiben. Verantwortungsvolle Imker entnehmen nur den Überschuss und füttern bei Bedarf im Herbst mit Zuckerlösung zu, wobei diese die natürlichen Nährstoffe des Honigs nicht vollständig ersetzen kann. Die wesensgemäße Bienenhaltung setzt hier besonders strenge Maßstäbe.

Häufige Fehler

  • Zu hohe Drehzahl zu Beginn: Frisch gebaute Naturwaben oder dünne Mittelwände brechen leicht, wenn sofort mit voller Geschwindigkeit geschleudert wird. Der Wabenbruch bedeutet Verlust für das Volk und Verschmutzung des Honigs.
  • Schleudern unreifer Waben: Honig mit einem Wassergehalt über 18–20 % neigt zur Gärung. Ein Refraktometer hilft, den Wassergehalt vor dem Schleudern zuverlässig zu bestimmen.
  • Ungleichmäßige Beladung: Werden Waben unterschiedlichen Gewichts unausgewogen eingesetzt, entsteht eine starke Unwucht, die das Gerät beschädigen und im Extremfall umwerfen kann.
  • Mangelhafte Reinigung: Honigreste in der Schleuder ziehen Feuchtigkeit an und können zu Gärung oder Schimmelbildung führen. Nach jedem Gebrauch muss die Schleuder gründlich mit warmem Wasser gereinigt und getrocknet werden. Reinigungsmittel sollten lebensmittelkon