Igelfisch
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Diodon hystrix (Gemeiner Igelfisch)
- Ordnung: Kugelfischartige (Tetraodontiformes)
- Familie: Igelfische (Diodontidae)
- Gattung: Diodon
- Lebensraum: Tropische und subtropische Korallenriffe, Lagunen, Felsküsten
- Größe: 30–60 cm, einzelne Exemplare bis 90 cm
- Gewicht: 1–3 kg (je nach Art und Größe)
- Lebenserwartung: 10–15 Jahre in freier Wildbahn, in Aquarienhaltung bis zu 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Igelfische gehören zu den unverwechselbarsten Meerwasserfischen überhaupt. Ihr Körper ist gedrungen, rundlich und mit zahlreichen langen, beweglichen Stacheln besetzt, die sich über Kopf, Rücken, Flanken und Bauch verteilen. Diese Stacheln sind modifizierte Schuppen und liegen im Ruhezustand flach am Körper an. Erst wenn sich der Fisch bedroht fühlt und Wasser schluckt, um sich aufzublähen, richten sie sich auf und bilden eine nahezu kugelförmige Abwehrwaffe – ein Mechanismus, der dem Igelfisch seinen deutschen Namen eingebracht hat.
Die Grundfärbung von Diodon hystrix ist hell- bis olivgrau mit zahlreichen kleinen schwarzen Punkten, die unregelmäßig über den gesamten Körper verteilt sind. Die Bauchseite ist heller, oft weißlich. Die Augen sind auffällig groß und stehen seitlich am breiten Kopf, was dem Igelfisch ein leicht karikaturenhaftes Erscheinungsbild verleiht. Wie alle Vertreter der Familie Diodontidae besitzt er einen papageienartigen Schnabel, der aus zwei verschmolzenen Zahnplatten besteht – je eine im Ober- und Unterkiefer. Der Gattungsname Diodon (griechisch: „zwei Zähne") bezieht sich genau auf dieses Merkmal und unterscheidet die Igelfische von den nah verwandten Kugelfischen (Tetraodontidae), die vier Zahnplatten besitzen.
Die Flossen sind verhältnismäßig klein. Die Brustflossen dienen als Hauptantrieb bei langsamen Manövern, Rücken- und Afterflosse sitzen weit hinten am Körper. Eine Bauchflosse fehlt den Igelfischen vollständig.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Igelfische erstreckt sich über alle tropischen und subtropischen Meere. Diodon hystrix kommt circumtropisch vor – im Atlantik, Pazifik und Indischen Ozean. Er besiedelt Korallenriffe, felsige Küstenabschnitte, Seegraswiesen und Lagunen in Tiefen von 2 bis 50 Metern. Gelegentlich werden Exemplare auch in Brackwasserbereichen von Flussmündungen angetroffen.
Als bevorzugtes Habitat dienen Riffabschnitte mit ausreichend Höhlen, Spalten und Überhängen, in denen sich die Tiere tagsüber verstecken können. Neben Diodon hystrix umfasst die Familie Diodontidae rund 18 weitere Arten, darunter den Langstachel-Igelfisch (Diodon holacanthus) und den Gepunkteten Igelfisch (Diodon liturosus), die ähnliche Biotope bewohnen.
Ernährung
Igelfische sind Nahrungsspezialisten für hartschalige Beute. Mit ihrem kräftigen Schnabel knacken sie mühelos Seeigel, Muscheln, Schnecken, Einsiedlerkrebse und kleinere Krabben. Die verschmolzenen Zahnplatten wachsen zeitlebens nach und werden durch das Zerbeißen harter Schalen auf natürliche Weise abgenutzt – ein Umstand, der in der Aquarienhaltung besondere Beachtung verdient, da mangelnde Abnutzung zu Zahnüberwuchs führen kann.
In Aquarien sollte die Ernährung aus Muschelfleisch, Garnelen, Krill, Tintenfisch und gelegentlich ganzen Schnecken oder kleinen Krebstieren bestehen. Trockenfutter wird von den meisten Igelfischen nur widerwillig angenommen und deckt den Nährstoffbedarf nicht ausreichend ab.
Verhalten & Lebensweise
Igelfische sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Höhlen und Felsspalten, häufig kopfüber hängend oder in scheinbar unbequemen Positionen verkeilt. Nach Einbruch der Dämmerung begeben sie sich auf Nahrungssuche und durchstreifen dabei systematisch ihr Revier.
Die Tiere leben als Einzelgänger und zeigen gegenüber Artgenossen eine ausgeprägte Revierverteidigung, besonders in begrenzten Räumen. Gegenüber anderen Fischarten verhalten sich Igelfische meist friedlich, können aber kleinere Mitbewohner als Beute betrachten. In der Aquarienhaltung benötigen sie entsprechend große Becken – für einen ausgewachsenen Diodon hystrix werden mindestens 2.000 Liter empfohlen.
Das Aufblähen ist ein reiner Verteidigungsmechanismus und stellt für den Fisch erheblichen Stress dar. Der Igelfisch schluckt dabei große Mengen Wasser (oder Luft, wenn er an die Oberfläche gerät) und vergrößert sein Volumen auf das Zwei- bis Dreifache. In der Aquaristik sollte dieser Reflex nicht bewusst ausgelöst werden, da wiederholtes Aufblähen die Gesundheit der Tiere beeinträchtigt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Über das Fortpflanzungsverhalten der Igelfische in freier Wildbahn ist vergleichsweise wenig bekannt. Die Tiere sind Freilaicher: Das Weibchen gibt die Eier ins offene Wasser ab, wo sie vom Männchen befruchtet werden. Eine Balz im engeren Sinne wurde bei einigen Arten beobachtet, wobei das Männchen das Weibchen über längere Strecken begleitet und sanft anstupst, bevor es zum gemeinsamen Aufstieg in höhere Wasserschichten und zur Eiabgabe kommt.
Die pelagischen Eier treiben frei im Plankton