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Indische-laufente

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Rassen > Sonstiges Geflügel & Nutztierrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Südostasien (Malaysia, Indonesien), Weiterentwicklung in Großbritannien und Europa
  • Rassestandard: Anerkannt durch den Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG); europäischer Rassestandard nach dem Europäischen Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht (EE)
  • Größe: ca. 50–76 cm aufrechte Körperhöhe (je nach Schlag)
  • Gewicht: Erpel 1,5–2,5 kg, Ente 1,5–2,0 kg
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Gefieder/Farben: Forellenfarbig, wildfarbig, weiß, schwarz, blaugelb, silberwildfarbig, erbsgelb, rehfarbig-weißgescheckt und zahlreiche weitere anerkannte Farbschläge

Herkunft & Geschichte

Die Indische Laufente hat ihren Ursprung trotz des Namens nicht in Indien, sondern in den Reisanbaugebieten Südostasiens, vornehmlich auf dem malaiischen Archipel, in Indonesien und auf den Inseln Java und Bali. Dort wurden Enten dieser Bauart seit Jahrhunderten als biologische Schädlingsbekämpfer in Reisfeldern eingesetzt. Große Herden von Laufenten wurden von Hirten durch die Felder getrieben, wo sie Schnecken, Insektenlarven und andere Schädlinge vertilgten – eine Praxis, die in Teilen Asiens bis heute existiert.

Im 19. Jahrhundert gelangten die ersten Exemplare über britische Handelsrouten nach Europa. Der irreführende Name „Indische Laufente" entstand, weil die Tiere über den Seeweg aus dem damaligen Britisch-Indien importiert wurden. In England begann die gezielte Zucht, die den aufrechten Gang und die charakteristische Flaschenform weiter verstärkte. Um 1850 wurden die ersten Laufenten auf europäischen Geflügelschauen präsentiert und erregten durch ihre ungewöhnliche Erscheinung großes Aufsehen. Deutsche Züchter übernahmen die Rasse gegen Ende des 19. Jahrhunderts, und der Rassestandard wurde durch den BDRG festgelegt. Heute ist die Indische Laufente eine der beliebtesten Hausenten überhaupt und wird sowohl als Nutztier als auch als Ziervogel im Garten geschätzt.

Aussehen & Rassemerkmale

Das auffälligste Merkmal der Indischen Laufente ist ihre nahezu aufrechte Körperhaltung, die sie deutlich von allen anderen Hausentenrassen unterscheidet. Der Körper ist schlank, zylindrisch und wird in einem Winkel von 50 bis 80 Grad zur Waagerechten getragen – bei sehr guten Zuchtexemplaren fast senkrecht. Dieser aufrechte Stand verleiht der Ente den typischen „Flaschensilhouette-Look", der bei Ausstellungen besonders bewertet wird.

Der Hals ist lang und schlank, der Kopf schmal mit einem keilförmigen Schnabel. Die Augen sitzen hoch am Kopf. Die Läufe sind relativ lang und setzen weit hinten am Körper an, was den charakteristischen aufrechten, fast hastigen Gang erzeugt. Im Gegensatz zu vielen anderen Entenrassen watscheln Laufenten nicht, sondern bewegen sich erstaunlich flink und wendig – sie laufen tatsächlich, was ihnen den Namen eingebracht hat.

Das Gefieder liegt glatt und fest an. Die Farbschlagvielfalt ist beachtlich: Der BDRG erkennt über ein Dutzend Farbschläge an, darunter forellenfarbig, wildfarbig, weiß, schwarz, blau, silberwildfarbig und erbsgelb. Bei den wildfarbigen Erpeln zeigt sich im Prachtkleid der typisch grünschimmernde Kopf mit weißem Halsring, während die Enten ein dezenteres, braun gezeichnetes Gefieder tragen.

Charakter & Wesen

Indische Laufenten gelten als ausgesprochen lebhaft, neugierig und gesellig. Sie sind aktive Tiere, die ständig in Bewegung sind und ihre Umgebung systematisch nach Futter absuchen. Im Vergleich zu anderen Entenrassen sind sie vergleichsweise wachsam und reagieren sensibel auf Veränderungen in ihrer Umgebung, ohne dabei übermäßig schreckhaft zu sein.

Bei regelmäßigem, ruhigem Umgang werden Laufenten erstaunlich zutraulich und folgen ihren Haltern bereitwillig durch den Garten. Ihr Sozialverhalten ist stark ausgeprägt – Einzelhaltung verbietet sich, da die Tiere in der Gruppe aufblühen. Eine Haltung von mindestens drei bis vier Tieren ist empfehlenswert. Laufenten sind im Vergleich zu Stockenten-Abkömmlingen relativ leise, wobei die Enten allerdings durchaus lautstark quaken können, während die Erpel eher ein heiseres Räuspeln von sich geben.

Bemerkenswert ist ihr ausgeprägter Jagdtrieb auf Schnecken und Insekten. Diese Eigenschaft macht sie zu geschätzten Helfern in der biologischen Gartenarbeit. Dabei gehen sie erstaunlich systematisch vor und durchkämmen Beete, Wiesen und Uferzonen mit großer Ausdauer.

Haltung & Pflege

Die Haltung Indischer Laufenten erfordert ausreichend Auslauf auf einer Grünfläche. Als Richtwert gelten mindestens 100 bis 150 Quadratmeter pro Tier, idealerweise mehr. Der Auslauf sollte abwechslungsreich gestaltet sein – mit Wiese, Büschen und Schattenbereichen. Ein sicherer Stall als Nachtquartier schützt vor Raubwild wie Fuchs, Marder und Habicht. Der Stall muss trocken, zugfrei und gut eingestreut sein.

Eine Bademöglichkeit ist für Laufenten unverzichtbar. Ein kleiner Teich, ein Planschbecken oder eine flache Wanne reichen als Mindestausstattung, wobei ein Gartenteich mit Ein- und Ausstiegsmöglichkeit die ideale Lösung darstellt. Das Wasser ermöglicht die notwendige Gefiederpflege, bei der die Enten ihr Federkleid einfetten und reinigen.

Laufenten sind relativ pflegeleicht, allerdings muss der Stall regelmäßig ausgemistet und die Bademöglichkeit sauber gehalten werden. Eine Einzäunung des Auslaufs genügt mit einem etwa 80 cm hohen Zaun