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Influenza

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – Infektionskrankheiten

Definition & Überblick

Influenza bezeichnet eine akute, hochansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die durch Influenzaviren aus der Familie der Orthomyxoviridae verursacht wird. In der Tiermedizin spielt die Erkrankung vor allem bei Pferden (equine Influenza), Vögeln (aviäre Influenza, umgangssprachlich „Vogelgrippe"), Schweinen (porzine Influenza), Hunden (canine Influenza) und Katzen eine bedeutende Rolle. Die Viren werden in die Typen A, B und C eingeteilt, wobei Influenza-A-Viren die weitaus größte veterinärmedizinische Bedeutung besitzen. Sie werden anhand ihrer Oberflächenproteine – Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) – in zahlreiche Subtypen unterteilt (beispielsweise H5N1, H3N8, H1N1).

Eine Besonderheit der Influenzaviren ist ihre ausgeprägte genetische Variabilität. Durch Antigendrift (punktuelle Mutationen) und Antigenshift (Austausch ganzer Genomsegmente zwischen verschiedenen Virusstämmen) entstehen regelmäßig neue Varianten. Dieser Mechanismus erklärt, warum Influenzaausbrüche weltweit immer wieder auftreten und warum eine einmalige Immunität keinen dauerhaften Schutz bietet. Bestimmte Subtypen besitzen zudem zoonotisches Potenzial, können also vom Tier auf den Menschen übertragen werden – ein Umstand, der die Influenza zu einem wichtigen Thema der öffentlichen Gesundheit macht.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Tröpfcheninfektion: Beim Husten, Niesen oder Schnauben werden virushaltige Aerosole freigesetzt und von empfänglichen Tieren eingeatmet. Daneben spielt die Schmierinfektion über kontaminierte Gegenstände wie Futtertröge, Tränken, Transportfahrzeuge oder Kleidung eine Rolle. Bei der aviären Influenza ist zusätzlich der fäkal-orale Übertragungsweg von großer Bedeutung, da infizierte Vögel hohe Virusmengen mit dem Kot ausscheiden.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören:

  • Haltung in großen Beständen – Ställe, Geflügelfarmen, Rennbahnen und Tierheime begünstigen die rasche Ausbreitung.
  • Transport und Veranstaltungen – Pferdeturniere, Geflügelmärkte und Tiertransporte bringen Tiere unterschiedlicher Herkunft zusammen.
  • Fehlender oder unvollständiger Impfschutz – gerade bei Pferden und Geflügel ein häufiges Problem.
  • Immunsuppression – Stress, Begleiterkrankungen, hohes Alter oder sehr junges Lebensalter schwächen die Abwehr.
  • Kontakt mit Wildvögeln – Wildvögel, insbesondere Wasservögel, gelten als natürliches Reservoir für aviäre Influenzaviren.

Symptome & Erkennung

Das klinische Bild variiert je nach Tierart, Virussubtyp und Immunstatus erheblich. Bei Pferden zeigt sich die equine Influenza typischerweise durch plötzlich einsetzendes hohes Fieber (bis 41 °C), trockenen, harten Husten, serösen bis mukopurulenten Nasenausfluss, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und geschwollene Lymphknoten im Kehlgangsbereich. Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Tage, und die Erkrankung breitet sich in ungeimpften Beständen explosionsartig aus.

Bei Geflügel unterscheidet man niedrigpathogene (LPAI) und hochpathogene (HPAI) Formen. Während niedrigpathogene Stämme milde Atemwegssymptome und Rückgang der Legeleistung verursachen, führen hochpathogene Varianten wie H5N1 zu schweren systemischen Erkrankungen mit Zyanose (Blaufärbung) von Kamm und Kehllappen, Ödemen, hämorrhagischer Diathese, neurologischen Ausfällen und einer Mortalitätsrate von bis zu 100 Prozent innerhalb weniger Tage.

Bei Hunden äußert sich die canine Influenza durch Husten, Nasenausfluss, Fieber und Lethargie – klinisch kaum von anderen Erregern des Zwingerhustenkomplexes zu unterscheiden. In seltenen Fällen entwickelt sich eine schwere hämorrhagische Pneumonie. Katzen können sich ebenfalls infizieren und zeigen ähnliche respiratorische Symptome.

Diagnose

Eine rein klinische Diagnose ist bei Influenza nicht zuverlässig möglich, da die Symptome denen anderer Atemwegsinfektionen gleichen. Die sichere Diagnosestellung erfordert labordiagnostische Verfahren:

  • RT-PCR (Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion) – Goldstandard zum direkten Virusnachweis aus Nasen- oder Rachentupfern. Hochsensitiv und spezifisch, ermöglicht die Subtypisierung.
  • Virusanzucht – Kultivierung des Erregers in embryonierten Hühnereiern oder Zellkulturen; zeitaufwendig, aber für die Stammcharakterisierung wichtig.
  • Antigen-Schnelltests – liefern innerhalb von Minuten ein Ergebnis, besitzen jedoch eine geringere Sensitivität als die PCR.
  • Serologie – Nachweis spezifischer Antikörper mittels Hämagglutinationshemmtest (HHT) oder ELISA. Sinnvoll ist ein Antikörperanstieg in gepaarten Serumproben (Abstand zwei bis drei Wochen), um eine aktive Infektion von einer früheren Immunisierung abzugrenzen.

Bei Verdacht auf hochpathogene aviäre Influenza besteht in Deutschland Anzeigepflicht gemäß Tiergesundheitsgesetz. Das zuständige Veterinäramt und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als nat