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Insekten

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Biologie & Ökologie > Systematik & Taxonomie

Definition und Überblick

Insekten (Insecta) bilden die artenreichste Klasse im gesamten Tierreich. Sie gehören zum Stamm der Gliederfüßer (Arthropoda) und umfassen nach aktuellen Schätzungen rund eine Million beschriebener Arten – die tatsächliche Zahl dürfte jedoch bei fünf bis zehn Millionen liegen. Damit stellen Insekten etwa 80 Prozent aller bekannten Tierarten. Sie besiedeln nahezu jeden terrestrischen und limnischen Lebensraum der Erde, von tropischen Regenwäldern über Wüsten bis hin zu polaren Regionen. Lediglich die offenen Ozeane bleiben weitgehend insektenfrei.

Der wissenschaftliche Name Insecta leitet sich vom lateinischen Wort insectum ab, was „eingeschnitten" bedeutet und auf die deutlich voneinander abgesetzten Körperabschnitte verweist. Innerhalb der Arthropoda werden die Insekten zusammen mit den Tausendfüßern (Myriapoda) und Krebstieren (Crustacea) in die Übergruppe der Mandibulata eingeordnet. Molekulargenetische Studien haben gezeigt, dass Insekten phylogenetisch sogar innerhalb der Krebstiere als Schwestergruppe der Remipedia stehen – eine Erkenntnis, die das Taxon Pancrustacea (oder Tetraconata) begründet.

Körperbau und Anatomie

Der Körper aller Insekten gliedert sich in drei Tagmata: Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen). Diese Dreiteilung ist das zentrale Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Gliederfüßern wie Spinnentieren oder Krebsen.

  • Kopf: Trägt ein Paar Antennen (Fühler), die Mundwerkzeuge sowie die Komplexaugen (Facettenaugen) und häufig zusätzliche Punktaugen (Ocellen). Die Mundwerkzeuge sind je nach Lebensweise als kauend-beißende, saugend-leckende oder stechend-saugende Apparate ausgebildet.
  • Thorax: Besteht aus drei Segmenten (Prothorax, Mesothorax, Metathorax), an denen jeweils ein Beinpaar ansetzt – daher der Name Hexapoda (Sechsfüßer). Bei den meisten geflügelten Insekten (Pterygota) entspringen am Meso- und Metathorax je ein Flügelpaar.
  • Abdomen: Umfasst typischerweise elf Segmente und enthält die inneren Organe der Verdauung, Fortpflanzung und Exkretion. Äußere Extremitäten fehlen hier weitgehend, abgesehen von Cerci oder Legebohrern bei manchen Arten.

Das Außenskelett (Exoskelett) besteht aus Chitin und Proteinen. Es schützt den Körper, dient als Ansatzstelle für die Muskulatur und begrenzt zugleich das Wachstum – weshalb Insekten sich regelmäßig häuten müssen. Die Atmung erfolgt über ein Tracheensystem, ein Netzwerk feiner Luftröhren, die Sauerstoff direkt zu den Geweben transportieren. Der offene Blutkreislauf mit einem dorsalen Herzschlauch befördert die Hämolymphe, die jedoch nicht primär dem Gastransport dient.

Systematik und Diversität

Die Klasse Insecta wird in zwei Unterklassen gegliedert: die primär flügellosen Apterygota (z. B. Silberfischchen, Felsenspringer) und die Pterygota, also die geflügelten Insekten und deren sekundär flügellos gewordenen Nachkommen. Die Pterygota teilen sich weiter in die Altflügler (Palaeoptera) mit Libellen und Eintagsfliegen sowie die Neuflügler (Neoptera), zu denen die überwiegende Mehrheit aller Insektenordnungen zählt.

Zu den artenreichsten Ordnungen gehören:

  • Käfer (Coleoptera): Mit über 400.000 beschriebenen Arten die größte Ordnung im gesamten Tierreich.
  • Schmetterlinge (Lepidoptera): Rund 180.000 Arten, darunter Tag- und Nachtfalter.
  • Hautflügler (Hymenoptera): Etwa 155.000 Arten, darunter Ameisen, Bienen, Wespen und Schlupfwespen.
  • Zweiflügler (Diptera): Über 150.000 Arten, darunter Fliegen und Mücken.
  • Wanzen (Hemiptera): Rund 80.000 Arten mit stechend-saugenden Mundwerkzeugen.

Innerhalb der Neoptera unterscheidet man zudem zwischen Insekten mit unvollständiger Verwandlung (Hemimetabolie) und solchen mit vollständiger Verwandlung (Holometabolie). Hemimetabole Insekten wie Heuschrecken oder Wanzen durchlaufen Larvenstadien, die dem adulten Tier ähneln. Holometabole Insekten – darunter Käfer, Schmetterlinge, Fliegen und Hautflügler – durchlaufen dagegen ein Puppenstadium, in dem ein radikaler Körperumbau (Metamorphose) stattfindet.

Ökologische Bedeutung

Insekten erfüllen in nahezu allen Landökosystemen Schlüsselfunktionen. Als Bestäuber sichern Bienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und zahlreiche andere Gruppen die Reproduktion von rund 80 Prozent aller Blütenpflanzen – darunter viele Nutzpflanzen. Die wirtschaftliche Bestäubungsleistung wird weltweit auf mehrere hundert Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Im Stoffkreislauf spielen Insekten als Zersetzer eine zentrale Rolle. Mistkäfer, Termiten und verschiedene Fliegenlarven bauen organisches Material ab und fördern die Nährstoffrückführung in den Boden. Gleichzeitig dienen Insekten als unverzichtbare Nahrungsgrundlage für Vögel, Fledermäuse, Amphibien, Reptilien und Fische. Ein Rückgang der Insektenpopulationen wirkt sich daher direkt auf die gesamte Nahrungskette aus.

Als biologische Schädlingsbekämpfer regulieren räuberische und parasitische Insekten die Populationen anderer