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Jagdfasan

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Tierart – Vögel > Hühnervögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Phasianus colchicus
  • Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
  • Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
  • Gattung: Phasianus
  • Lebensraum: Offene bis halboffene Kulturlandschaften, Feldfluren, Waldränder, Heckenlandschaften
  • Größe: Hahn 70–90 cm (inkl. Schwanz), Henne 55–65 cm
  • Gewicht: Hahn 1.000–1.500 g, Henne 750–1.100 g
  • Lebenserwartung: 7–10 Jahre in freier Wildbahn, bis 15 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der Jagdfasan zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Der Hahn gehört zu den farbenprächtigsten Vögeln Mitteleuropas: Sein Kopf und Hals schimmern in tiefem Dunkelgrün mit metallischem Glanz, die unbefiederten Wangenpartien leuchten in kräftigem Rot. Der Körper trägt ein Gefieder aus kupferbraunen, goldgelben und schwarzen Tönen mit einer komplexen Schuppung und feinen weißen Punkten auf den Flanken. Der Schwanz – die namensgebende Stoßfeder – kann beim Hahn bis zu 45 cm lang werden und ist sandfarben mit dunkler Querbänderung. Viele in Europa vorkommende Populationen tragen einen weißen Halsring, der auf Einkreuzungen mit der Unterart P. c. torquatus zurückgeht.

Die Henne ist deutlich unscheinbarer gefärbt. Ihr Gefieder ist in verschiedenen Brauntönen gehalten und mit dunklen Flecken und Streifen versehen – eine Tarnfärbung, die sie während der Brut am Boden nahezu unsichtbar macht. Beide Geschlechter besitzen kräftige Beine mit Sporen, die beim Hahn stärker ausgeprägt sind. Der Schnabel ist kurz, leicht gebogen und zum Aufpicken von Nahrung am Boden angepasst.

Lebensraum & Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Jagdfasans erstreckt sich vom Kaukasus über Zentralasien bis nach Ostasien, einschließlich Chinas, Koreas und Teilen Japans. Bereits in der Antike wurde die Art durch die Griechen und Römer nach Europa eingeführt – der Name colchicus verweist auf die Landschaft Kolchis am Schwarzen Meer. Seit dem Mittelalter ist der Fasan in weiten Teilen Europas etabliert und wurde zusätzlich in Nordamerika, Australien und Neuseeland angesiedelt.

Als bevorzugtes Habitat dienen dem Jagdfasan offene bis halboffene Kulturlandschaften mit ausreichend Deckung. Feldränder, Hecken, Brachen, lichte Auenwälder, Schilfgürtel und die Randzonen landwirtschaftlicher Flächen bieten ideale Biotope. Der Fasan meidet geschlossene Wälder ebenso wie baumlose Steppen. Entscheidend für sein Vorkommen sind trockene Nistmöglichkeiten am Boden sowie ein Mosaik aus Nahrungsflächen und Deckungsstrukturen. In Mitteleuropa sind die Bestände stark von der Intensität der Landwirtschaft und dem Vorhandensein von Randstrukturen abhängig.

Ernährung

Der Jagdfasan ist ein Allesfresser mit saisonal wechselndem Nahrungsspektrum. Im Frühjahr und Sommer überwiegt tierische Kost: Insekten, Käfer, Ameisen, Schnecken, Spinnen und gelegentlich kleine Eidechsen oder Mäuse stehen auf dem Speiseplan. Küken sind in den ersten Lebenswochen fast ausschließlich auf proteinreiche Insektennahrung angewiesen.

Im Herbst und Winter verschiebt sich die Ernährung hin zu pflanzlicher Kost. Getreide, Samen, Beeren, Wildkräuter, Eicheln und Wurzeln bilden dann die Hauptnahrung. Auf abgeernteten Feldern suchen Fasane systematisch nach Ausfallgetreide. Die Nahrungsaufnahme erfolgt überwiegend am Boden, wobei der Fasan mit seinen kräftigen Beinen scharrt und Laub beiseite schiebt.

Verhalten & Lebensweise

Der Jagdfasan ist überwiegend tagaktiv, mit Aktivitätsspitzen in den frühen Morgen- und Abendstunden. Er bewegt sich bevorzugt am Boden fort und läuft mit schnellen Schritten durch die Vegetation. Bei Gefahr verharrt er zunächst reglos und verlässt sich auf seine Tarnung, bevor er mit einem explosionsartigen, steil nach oben gerichteten Abflug die Flucht ergreift – begleitet von lauten Flügelschlägen und charakteristischen Alarmrufen. Der Flug ist kurz und schnell, über längere Strecken aber wenig ausdauernd.

Außerhalb der Balzzeit leben Fasane in lockeren Gruppen. Im Winter bilden sich gelegentlich nach Geschlechtern getrennte Trupps. Der Hahn bezieht im Frühjahr ein Revier, das er mit seinem markanten, zweisilbigen Ruf („kock-kok") und anschließendem Flügeltrommeln gegenüber Rivalen verteidigt. Die Nacht verbringen Fasane häufig auf erhöhten Schlafplätzen in Bäumen oder dichtem Gebüsch, um Bodenprädatoren zu entgehen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balzzeit beginnt in Mitteleuropa im März und erstreckt sich bis Mai. Der Hahn lebt polygyn und versucht, einen Harem von bis zu fünf Hennen in seinem Revier zu halten. Die Balz umfasst das Präsentieren des Gefieders, das Aufrichten der Ohrbüschel, seitliches Drehen des Körpers zur Henne und ein intensives Flügeltrommeln. Rivalenkämpfe zwischen Hähnen können heftig verlaufen und umfassen Flügelschläge, Schnabelhiebe und den Einsatz der Beinsporen.

Die Henne legt zwischen 8 und 15 olivbraune Eier in eine flache Bodenmulde, die sie mit trockenem Pflanzenmaterial spärlich auspolstert. Das Nest befindet sich meist in dichter Bodenvegetation, unter Hecken oder am Rand von Getreidefeldern. Die Brutdauer beträgt 23 bis 25 Tage.