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Junikäfer

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Tierart – Insekten > Käfer

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Amphimallon solstitiale
  • Ordnung: Käfer (Coleoptera)
  • Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)
  • Unterfamilie: Melolonthinae
  • Gattung: Amphimallon
  • Lebensraum: Offene Landschaften, Gärten, Wiesen, Waldränder
  • Größe: 14–18 mm Körperlänge
  • Gewicht: ca. 0,5–1 g
  • Lebenserwartung: Imagines wenige Wochen; gesamter Lebenszyklus (mit Larvalstadium) 2–3 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Junikäfer ist ein mittelgroßer Vertreter der Blatthornkäfer mit einer Körperlänge von 14 bis 18 Millimetern. Die Deckflügel (Elytren) sind gelbbraun bis rotbraun gefärbt und weisen eine feine, leicht behaarte Oberfläche auf. Halsschild und Kopf erscheinen meist etwas dunkler als die Flügeldecken und tragen eine deutliche, filzige Behaarung aus kurzen, gelblichen Härchen. Die Unterseite des Körpers ist ebenfalls dicht behaart.

Charakteristisch für die Familie der Blatthornkäfer sind die fächerförmig aufklappbaren Fühlerlamellen an den Antennenenden. Beim Junikäfer bestehen diese Fühler aus drei Lamellen, die bei den Männchen etwas größer ausgebildet sind als bei den Weibchen – ein Merkmal, das der Orientierung im Flug und der Wahrnehmung von Sexualpheromonen dient. Die Beine sind kräftig und mit kleinen Dornen besetzt, die dem Tier das Graben im Erdreich erleichtern.

Auf den ersten Blick lässt sich der Junikäfer mit dem deutlich größeren Maikäfer (Melolontha melolontha) verwechseln, der derselben Unterfamilie angehört. Der Junikäfer ist jedoch kleiner, einheitlicher gefärbt und besitzt keine schwarz-weiße Zickzackzeichnung an den Flanken des Hinterleibs.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Junikäfers erstreckt sich über weite Teile Europas und reicht von der Iberischen Halbinsel bis nach Zentralasien. In Mitteleuropa gehört er zu den häufigen Käferarten. Sein bevorzugtes Habitat umfasst offene und halboffene Landschaften mit lockerem, sandigem oder lehmigem Boden. Gärten, Parks, extensiv bewirtschaftete Wiesen, Rasenflächen, Wegränder und lichte Waldränder bieten ihm geeignete Biotope.

Entscheidend für das Vorkommen ist die Bodenbeschaffenheit, da die Larven mehrere Jahre unterirdisch leben. Stark verdichtete oder staunasse Böden werden gemieden. In städtischen Gebieten treten Junikäfer regelmäßig an beleuchteten Straßen, Sportplätzen und Hausfassaden auf, da sie von künstlichen Lichtquellen angezogen werden.

Ernährung

Die adulten Junikäfer nehmen während ihrer kurzen Lebensphase als Imago nur wenig Nahrung zu sich. Gelegentlich fressen sie an Blättern von Laubbäumen und Sträuchern, doch die Fraßschäden an der Vegetation sind in der Regel gering und wirtschaftlich unbedeutend.

Anders verhält es sich mit den Larven, den sogenannten Engerlingen. Diese leben im Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln, Humus und abgestorbenem organischem Material. Besonders Graswurzeln stehen auf ihrem Speiseplan. Bei hoher Populationsdichte können die Engerlinge erhebliche Schäden an Rasenflächen, Weiden und Zierrasen verursachen. Die befallenen Flächen verfärben sich braun und lassen sich mitunter wie ein Teppich vom Untergrund abheben, weil die Wurzeln großflächig abgefressen wurden.

Verhalten & Lebensweise

Der Junikäfer ist ausgesprochen nachtaktiv. Sein namensgebender Schwärmflug setzt in der Regel ab Mitte Juni ein und dauert bis in den Juli. Die Tiere verlassen in der Abenddämmerung den Boden und beginnen ihren Flug, der oft in größeren Schwärmen stattfindet. Dabei wirken die Käfer unbeholfen, kollidieren häufig mit Gegenständen, Personen oder Gebäuden und erzeugen ein deutlich hörbares Brummen.

Die starke Anziehung durch künstliche Lichtquellen führt dazu, dass sich an Sommerabenden gelegentlich hunderte Exemplare um Straßenlaternen oder beleuchtete Fenster sammeln. Tagsüber verbergen sich die Tiere im Boden oder in der Vegetation. Der Schwärmflug dient primär der Partnerfindung; die Männchen orientieren sich dabei an den Pheromonen der Weibchen.

Im Gegensatz zu manchen anderen Käferarten zeigt der Junikäfer kein Territorialverhalten. Die Tiere sind weder revierbildend noch aggressiv gegenüber Artgenossen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet während der Schwärmphase im Juni und Juli statt. Nach der Kopulation gräbt sich das Weibchen einige Zentimeter tief in lockeren Boden ein und legt dort zwischen 20 und 40 Eier in kleinen Gelegen ab. Die Eiablage erfolgt bevorzugt in kurzrasigen Flächen mit direktem Bodenkontakt.

Nach etwa drei bis vier Wochen schlüpfen die Larven, die als Engerlinge bezeichnet werden. Diese weißlich-gelblichen, C-förmig gekrümmten Larven mit brauner Kopfkapsel durchlaufen drei Larvenstadien (L1 bis L3). Der gesamte Entwicklungszyklus vom Ei bis zum fertigen Käfer erstreckt sich über zwei bis drei Jahre, wobei die Engerlinge den Großteil dieser Zeit unterirdisch verbringen. Im letzten Herbst vor dem Schlupf verpuppen sich die Larven in einer Erdhöhle. Die Metamorphose zum adulten Käfer erfolgt noch im selben Herbst, doch das fertige Insekt verbleibt bis zum nächsten Frühsommer in seiner Puppenwiege im Boden.

Eine Brutpflege findet nicht statt. Das Weibchen stirbt kurz nach der Eiabl