Kampffisch
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Betta splendens
- Ordnung: Anabantiformes (Kletterfischartige)
- Familie: Osphronemidae (Guramis)
- Gattung: Betta
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer Südostasiens
- Größe: 5–7 cm (Wildform), Zuchtformen bis 10 cm inklusive Flossenfahnen
- Gewicht: 2–5 g
- Lebenserwartung: 2–4 Jahre, in guter Haltung bis 5 Jahre
Aussehen & Merkmale
Die Wildform von Betta splendens wirkt im Vergleich zu den populären Zuchtformen eher unscheinbar. Der Körper ist gedrungen und seitlich leicht abgeflacht, die Grundfärbung variiert zwischen bräunlichen, grünlichen und rötlichen Tönen mit metallischem Schimmer. Männchen zeigen bereits in der Natur eine intensivere Färbung als Weibchen, besonders in der Balz.
Durch jahrhundertelange Zucht – zunächst für Fischkämpfe, später für die Aquaristik – sind zahlreiche Farbschläge und Flossenformen entstanden. Heutige Zuchtformen zeigen stark verlängerte Flossen, insbesondere bei Schwanz-, Rücken- und Afterflosse. Gängige Zuchtlinien tragen Bezeichnungen wie Halfmoon, Crowntail, Plakat oder Veiltail, die sich primär durch die Flossenform unterscheiden. Das Farbspektrum reicht von Reinweiß über Rot, Blau und Violett bis hin zu mehrfarbigen oder marmorierten Varianten.
Ein wesentliches anatomisches Merkmal ist das Labyrinthorgan, ein zusätzliches Atmungsorgan im Bereich der Kiemenhöhle. Es besteht aus stark durchbluteten, lamellenartigen Knochenauswüchsen und ermöglicht dem Fisch, atmosphärische Luft zu atmen. Die Schuppen sind ctenoid (kammförmig) und sitzen in regelmäßigen Reihen. Die Bauchflossen sind fadenförmig verlängert und dienen als Tastorgane.
Lebensraum & Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Betta splendens liegt in Südostasien, vor allem in Thailand, Kambodscha, Laos und Vietnam. Die Art besiedelt dort stehende und langsam fließende Gewässer wie Reisfelder, flache Teiche, Gräben, Sümpfe und überschwemmte Wiesen. Diese Habitate zeichnen sich durch geringe Wassertiefe, dichte Vegetation und häufig niedrigen Sauerstoffgehalt aus.
Das Wasser in den natürlichen Biotopen ist typischerweise warm (24–30 °C), weich bis mittelhart und leicht sauer bis neutral (pH 6,0–7,5). Die dichte Pflanzenschicht aus Schwimm- und Unterwasserpflanzen bietet Deckung und strukturiert das Revier der einzelnen Tiere.
Durch gezielte Aussetzung und unbeabsichtigte Verschleppung hat sich Betta splendens inzwischen auch außerhalb seines natürlichen Areals etabliert, unter anderem in Teilen Indonesiens, Brasiliens, Kolumbiens und im Süden der USA. In einigen Regionen gilt die Art als potenziell invasiv, da sie einheimische Fischarten verdrängen kann.
Ernährung
Kampffische sind in der Natur carnivor mit einer Tendenz zum Allesfresser. Ihre Hauptnahrung besteht aus Insektenlarven, Mückenlarven, kleinen Krebstieren wie Daphnien und Copepoden sowie gelegentlich Zooplankton. Die Tiere jagen aktiv an der Wasseroberfläche und im Freiwasser, nehmen aber auch vom Substrat Nahrung auf.
Im Aquarium sollte die Ernährung abwechslungsreich gestaltet werden. Hochwertiges Trocken- oder Granulatfutter für Labyrinthfische bildet die Basis. Regelmäßige Gaben von Lebend- oder Frostfutter – etwa Artemia, Mückenlarven oder Daphnien – sind empfehlenswert, um den Nährstoffbedarf vollständig zu decken und das natürliche Jagdverhalten zu fördern. Überfütterung sollte vermieden werden, da Betta splendens zu Verdauungsproblemen und Verfettung neigt.
Verhalten & Lebensweise
Das namengebende Verhalten der Art ist die ausgeprägte intraspezifische Aggression der Männchen. Treffen zwei Männchen aufeinander, zeigen sie zunächst Imponierverhalten: Die Kiemendeckel werden abgespreizt, die Flossen maximal aufgestellt und der Körper seitlich präsentiert, um möglichst groß zu wirken. Lässt keiner der Kontrahenten ab, kommt es zu teils heftigen Kämpfen mit Bissen und Flossenrissen. In der Natur weicht der Unterlegene aus – in kleinen Aquarien ohne Rückzugsmöglichkeit können solche Auseinandersetzungen tödlich enden. Die Haltung mehrerer Männchen in einem Becken ist daher nur in sehr großen, stark strukturierten Aquarien ab 200 Litern Volumen vertretbar.
Kampffische sind vorwiegend tagaktiv, zeigen aber auch in der Dämmerung Aktivität. Sie halten sich bevorzugt in der oberen Wasserschicht auf und schwimmen regelmäßig zur Oberfläche, um über das Labyrinthorgan Luft zu schnappen. Dieses Verhalten ist obligat – wird der Zugang zur Oberfläche dauerhaft blockiert, erstickt der Fisch trotz funktionsfähiger Kiemen.
Weibchen können in Gruppen ab fünf Tieren gehalten werden, sofern das Becken ausreichend Verstecke und Sichtbarrieren bietet. Auch unter Weibchen besteht eine Rangordnung, die durch kurze Auseinandersetzungen etabliert wird.
Fortpflanzung & Aufzucht
Betta splendens ist ein Schaumnestbauer. Das Männchen errichtet an der Wasseroberfläche ein Nest aus Luftblasen, die mit Speichel umhüllt werden. Schwimmpflanzen oder andere Oberflächenstrukturen dienen als Verankerung. Der Nestbau signalisiert Paarungsbereitschaft.
Die Balz ist ritualisiert: Das Männchen schwimmt mit gespreizten Flossen um das Weibchen und versucht, es zum Nest zu führen. Ist das Weibchen