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Kardinalfisch

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Tanichthys albonubes Lin, 1932
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
  • Gattung: Tanichthys
  • Lebensraum: Klare, kühle Bergbäche und Zuflüsse in Südchina und Nordvietnam
  • Größe: 3–4 cm
  • Gewicht: ca. 1–2 g
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre (in Aquarienhaltung bis 7 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Der Kardinalfisch – im deutschsprachigen Raum auch als Kardinalfisch, Kardinälchen oder Kanton-Minnow bezeichnet – ist ein kleinwüchsiger Süßwasserfisch mit schlankem, leicht seitlich abgeflachtem Körperbau. Die Grundfärbung der Flanken variiert zwischen olivbraun und goldbraun. Entlang der Körpermitte verläuft ein auffälliges, irisierendes Längsband, das bei Jungtieren leuchtend blaugrün schimmert und sich bei adulten Exemplaren zunehmend golden verfärbt. Die Rücken- und Afterflosse zeigen rote und gelbliche Farbanteile, wobei die Spitzen der Flossen häufig weiß gesäumt sind. Die Schwanzflosse ist gegabelt und trägt an der Basis einen deutlichen roten Fleck.

Die Schuppen sind klein, zykloid und sitzen eng am Körper an. Das Maul ist leicht oberständig, was auf die bevorzugte Nahrungsaufnahme an der Wasseroberfläche hindeutet. Männchen lassen sich von Weibchen durch ihre schlankere Körperform und intensivere Farbgebung unterscheiden. Weibchen wirken insbesondere zur Laichzeit fülliger im Bauchbereich. Eine Seitenlinie ist nur unvollständig ausgebildet oder fehlt ganz – ein Merkmal, das Tanichthys mit einigen anderen Kleinfischgattungen der Cyprinidae teilt.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Kardinalfischs beschränkt sich auf ein kleines Areal in der südchinesischen Provinz Guangdong, genauer auf Bergbäche in der Umgebung des Baiyun-Gebirges (White Cloud Mountain) nördlich von Guangzhou (Kanton). Darüber hinaus wurden Populationen in der Provinz Quảng Ninh im Norden Vietnams nachgewiesen, die teilweise als eigene Art (Tanichthys micagemmae) beschrieben werden.

Das typische Habitat sind flache, kühle, sauerstoffreiche Fließgewässer mit klarem Wasser und moderater Strömung. Die Wassertemperaturen in diesen Bergbächen liegen häufig zwischen 14 und 22 °C, was den Kardinalfisch zu einem ausgesprochen anpassungsfähigen Kaltwasserfisch macht. Der Bodengrund besteht in der Regel aus Sand und feinem Kies, die Ufervegetation bietet Deckung durch überhängende Gräser und Wasserpflanzen. Dieses Biotop ist durch zunehmende Urbanisierung und Wasserverschmutzung stark gefährdet.

In der Aquaristik wird der Kardinalfisch weltweit gehalten und gehört zu den bekanntesten Zierfischen überhaupt. Nahezu alle im Handel angebotenen Tiere stammen aus Nachzuchten, nicht aus Wildfängen.

Ernährung

Tanichthys albonubes ist ein Allesfresser (Omnivore) mit Schwerpunkt auf tierischer Kleinstnahrung. Im natürlichen Lebensraum ernährt sich der Kardinalfisch vorwiegend von Insektenlarven, kleinen Krebstieren (Zooplankton), Würmern und Algenaufwuchs. Die oberständige Maulstellung ermöglicht das effiziente Aufnehmen von Anflugnahrung und an der Wasseroberfläche treibenden Partikeln.

In der Aquarienhaltung nimmt der Kardinalfisch handelsübliches Flockenfutter, Granulatfutter und Frostfutter ohne Probleme an. Lebend- und Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops und Mikrowürmer fördern die Farbintensität und das allgemeine Wohlbefinden. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit pflanzlichen und tierischen Komponenten entspricht dem natürlichen Nahrungsspektrum und unterstützt die Fortpflanzungsbereitschaft.

Verhalten & Lebensweise

Der Kardinalfisch ist ein ausgeprägter Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens acht bis zehn Tieren gehalten werden sollte. In zu kleinen Gruppen zeigen die Tiere Stressverhalten, werden scheu und verlieren an Farbintensität. Innerhalb des Schwarms lässt sich eine lockere Rangordnung beobachten, in der Männchen gelegentlich durch Imponierschwimmen und Flossenspreizen um die Gunst der Weibchen konkurrieren.

Die Art ist überwiegend tagaktiv und hält sich bevorzugt in den mittleren und oberen Wasserschichten auf. Kardinalfische sind friedlich und verträglich gegenüber anderen Fischarten ähnlicher Größe. Aggressive Verhaltensweisen treten praktisch nicht auf, weshalb sich die Art hervorragend für Gesellschaftsaquarien eignet. Geeignete Mitbewohner sind andere kleine, friedliche Arten wie Perlhuhnbärblinge, Zwergkorallen-Platys oder kleinere Welsarten.

Die bevorzugte Wassertemperatur im Aquarium liegt zwischen 16 und 22 °C, wobei kurzfristig auch niedrigere oder etwas höhere Temperaturen toleriert werden. Dauerhaft tropische Temperaturen über 25 °C verkürzen die Lebenserwartung deutlich. Der ideale pH-Wert liegt zwischen 6,0 und 8,0, die Gesamthärte sollte zwischen 5 und 20 °dGH liegen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Vermehrung des Kardinalfischs gelingt in der Aquarienhaltung vergleichsweise einfach. Er gehört zu den Freilaichern: Während der Balz schwimmen Männchen und Weibchen eng beieinander, wobei das Männchen das Weibchen durch seitliches Zittern und intensives Farbspiel zur Eiabgabe stimuliert. Die Eier werden portionsweise über feinfiedrige Pflanzen wie Javamoos oder Perlkraut abgegeben und sofort vom Männchen befruchtet.

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