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Katzenseuche

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – Infektionskrankheiten

Definition & Überblick

Die Katzenseuche – in der tiermedizinischen Fachsprache als Feline Panleukopenie bezeichnet – ist eine hochansteckende, durch das Feline Panleukopenievirus (FPV) hervorgerufene Infektionskrankheit der Katze. Der Name Panleukopenie leitet sich aus dem griechischen ab und beschreibt das Leitsymptom der Erkrankung: einen dramatischen Abfall aller weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut. In älteren Quellen wird die Krankheit auch als Feline Parvovirose, Katzenstaupe oder infektiöse Enteritis der Katze geführt.

Das Feline Panleukopenievirus gehört zur Familie der Parvoviridae und ist eng verwandt mit dem Caninen Parvovirus des Hundes. Es handelt sich um ein unbehülltes DNA-Virus, was ihm eine außerordentliche Widerstandsfähigkeit in der Umwelt verleiht: Das Virus kann unter günstigen Bedingungen über ein Jahr in der Umgebung infektiös bleiben und ist gegenüber vielen gängigen Desinfektionsmitteln resistent. Diese Eigenschaft macht die Katzenseuche zu einer der gefürchtetsten Infektionskrankheiten in Katzenpopulationen, insbesondere in Tierheimen und Mehrkatzenhaushalten.

Ohne Behandlung verläuft die Erkrankung bei Jungtieren in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich. Selbst bei intensiver tierärztlicher Versorgung bleibt die Sterblichkeitsrate hoch. Die Katzenseuche zählt daher zu den sogenannten Core-Impfungen, die für jede Katze unabhängig von ihrer Haltungsform empfohlen werden.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Übertragung des Felinen Panleukopenievirus erfolgt auf verschiedenen Wegen:

  • Direkter Kontakt mit infizierten Katzen oder deren Ausscheidungen (Kot, Urin, Speichel, Nasenausfluss, Erbrochenes)
  • Indirekte Übertragung über kontaminierte Gegenstände wie Futternäpfe, Katzentoiletten, Kleidung oder Schuhe des Halters
  • Intrauterine Infektion von der Mutterkatze auf die ungeborenen Welpen über die Plazenta

Infizierte Katzen scheiden das Virus in enormen Mengen aus – bereits wenige Viruspartikel genügen für eine Ansteckung. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwei bis zehn Tage.

Besonders gefährdet sind:

  • Ungeimpfte Kitten im Alter zwischen sechs Wochen und fünf Monaten, nachdem der mütterliche Nestschutz (maternale Antikörper) nachlässt
  • Katzen mit geschwächtem Immunsystem, etwa durch Stress, Parasitenbefall oder chronische Erkrankungen wie FIV oder FeLV
  • Katzen in Tierheimen, Zuchten oder anderen Einrichtungen mit hoher Populationsdichte
  • Freigängerkatzen ohne ausreichenden Impfschutz

Symptome & Erkennung

Das klinische Bild der Katzenseuche variiert je nach Alter und Immunstatus des betroffenen Tieres erheblich. Bei manchen erwachsenen Katzen verläuft die Infektion subklinisch, also ohne erkennbare Symptome. Bei Jungtieren hingegen kann die Erkrankung einen perakuten Verlauf nehmen, bei dem das Tier innerhalb von 24 Stunden verstirbt, noch bevor deutliche Symptome auftreten.

Der typische akute Krankheitsverlauf zeigt folgende Anzeichen:

  • Hohes Fieber (bis über 41 °C), häufig mit einem charakteristischen biphasischen Fieberverlauf
  • Schwere Appetitlosigkeit (Anorexie) und ausgeprägte Mattigkeit
  • Heftiges Erbrechen, zunächst Mageninhalt, später schaumig-gallig
  • Wässriger bis blutiger Durchfall mit starkem, üblem Geruch
  • Schnelle Austrocknung (Dehydratation) mit eingefallenen Augen und stehenden Hautfalten
  • Bauchschmerzen – betroffene Katzen sitzen häufig zusammengekauert über dem Wassernapf, trinken aber nicht

Eine Besonderheit stellt die intrauterine Infektion dar: Werden Kitten im Mutterleib oder kurz nach der Geburt infiziert, kann es zu einer Kleinhirnhypoplasie (zerebellären Hypoplasie) kommen. Die betroffenen Welpen zeigen nach dem Laufenlernen ausgeprägte Koordinationsstörungen (Ataxie) mit Intentionstremor und breitbeinigem, taumelndem Gang.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose ergibt sich aus der klinischen Symptomatik in Kombination mit dem Signalement – insbesondere bei ungeimpften jungen Katzen mit akutem Erbrechen und Durchfall sollte immer an Panleukopenie gedacht werden.

Folgende diagnostische Verfahren stehen zur Verfügung:

  • Blutbild: Der charakteristische massive Abfall der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, häufig unter 2.000 Zellen/µl, normal: 5.500–19.500/µl) ist ein starker Hinweis. Auch eine Thrombozytopenie (Abfall der Blutplättchen) wird häufig beobachtet.
  • Antigen-Schnelltest (ELISA): Kommerziell verfügbare Schnelltests aus dem Kot weisen virale Antigene nach. Diese Tests, die ursprünglich für den caninen Parvovirus-Nachweis entwickelt wurden, funktionieren aufgrund der engen Verwandtschaft beider Viren auch bei der Katze. Falsch-negative Ergebnisse sind möglich, ein negatives Testergebnis schließt die Erkrankung daher nicht sicher aus.
  • PCR (Polymerase-Kettenreaktion): Die sensitivste Nachweismethode. Sie detektiert virale DNA im Kot oder Blut und kann auch bei geringer Viruslast zuverlässige