Killifisch
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Überbegriff für Vertreter der Ordnung Cyprinodontiformes (zahnkarpfenartige Fische), insbesondere Familien Aplocheilidae, Nothobranchiidae und Rivulidae
- Ordnung: Cyprinodontiformes (Zahnkarpfenartige)
- Familien: u. a. Aplocheilidae, Nothobranchiidae, Rivulidae, Fundulidae
- Lebensraum: Temporäre und permanente Süßgewässer in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Süd- und Mittelamerikas sowie Südostasiens
- Größe: 2,5–15 cm, je nach Art
- Gewicht: Wenige Gramm (artabhängig, bei den meisten Arten unter 10 g)
- Lebenserwartung: Saisonale Arten (Annuelle): wenige Monate bis ca. 1 Jahr; nicht-saisonale Arten: 2–5 Jahre
Aussehen & Merkmale
Killifische sind in der Regel kleine, seitlich leicht abgeflachte Fische mit einem oberständigen bis endständigen Maul. Ihr Körperbau ist langgestreckt und torpedoförmig bis leicht hochrückig, je nach Gattung. Die Schuppen sind rundlich (cycloid) und sitzen in gleichmäßigen Reihen am Körper. Ein gemeinsames anatomisches Merkmal aller Zahnkarpfenartigen sind kleine Zähne im Ober- und Unterkiefer, die sie von den echten Karpfenfischen (Cypriniformes) unterscheiden.
Das auffälligste Merkmal vieler Killifischarten ist die intensive Färbung der Männchen. Gattungen wie Nothobranchius, Aphyosemion oder Simpsonichthys zählen zu den farbenprächtigsten Süßwasserfischen überhaupt. Die Männchen zeigen je nach Art leuchtend rote, blaue, grüne, gelbe oder türkisfarbene Muster auf Körper und Flossen. Die Weibchen sind dagegen meist unauffällig bräunlich oder grau gefärbt – ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus, der bei der Artbestimmung und Zucht eine wichtige Rolle spielt.
Die Flossen variieren stark: Bei einigen Arten sind Rücken-, After- und Schwanzflosse der Männchen verlängert und tragen kontrastreiche Muster oder Randstreifen, während andere Arten eher schlichte, abgerundete Flossen aufweisen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Killifische erstreckt sich über weite Teile der Tropen und Subtropen. In Afrika – dem Kontinent mit der höchsten Artendichte – besiedeln sie Gewässer von Westafrika über das Kongobecken bis nach Ostafrika und Mosambik. In Südamerika kommen sie von Argentinien bis nach Venezuela vor. Einzelne Gattungen wie Aplocheilus sind in Süd- und Südostasien heimisch, wenige Vertreter der Familie Fundulidae leben in Nordamerika.
Ihr Habitat umfasst ein breites Spektrum an Süßwasserbiotopen: kleine Bäche, Waldtümpel, Sumpfgebiete, Reisfelder, Überschwemmungsflächen und saisonale Gewässer. Gerade die temporären Tümpel und Pfützen, die während der Trockenzeit vollständig austrocknen, sind das typische Biotop der saisonalen (annuellen) Arten. Permanente Gewässer wie langsam fließende Bäche und Stillgewässer im Regenwald werden von den nicht-saisonalen Arten bewohnt. Die Wasserchemie variiert je nach Herkunft: Viele Arten bevorzugen weiches, leicht saures Wasser, während andere auch in neutralem bis leicht alkalischem Wasser gedeihen.
Ernährung
Killifische sind überwiegend karnivor. In der Natur ernähren sie sich von Insektenlarven, Mückenlarven, Kleinkrebsen, Wasserflöhen, Würmern und anderem Zooplankton. Größere Arten nehmen gelegentlich auch kleine Fische oder Amphibienlarven zu sich. Pflanzliche Kost spielt eine untergeordnete Rolle, wird aber bei einigen Arten gelegentlich aufgenommen.
In der Aquarienhaltung eignen sich Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Daphnia, Tubifex, Mückenlarven (schwarz und weiß) sowie Cyclops als Hauptnahrung. Hochwertiges Flockenfutter oder Granulat wird von vielen Arten ebenfalls angenommen, sollte aber nicht als alleinige Nahrungsquelle dienen.
Verhalten & Lebensweise
Die meisten Killifische sind tagaktiv und halten sich bevorzugt in den mittleren und oberen Wasserschichten auf. Sie sind keine ausgeprägten Schwarmfische, leben aber häufig in lockeren Gruppen. Männchen zeigen ein deutliches Revierverhalten, besonders gegenüber Artgenossen gleichen Geschlechts. Bei der Balz präsentieren sie ihre Farbpracht durch gespreiztes Flossenwerk und seitliches Imponieren vor dem Weibchen.
Das Aggressionsverhalten zwischen Männchen bleibt in der Regel auf Droh- und Imponiergebärden beschränkt, kann aber in zu kleinen Aquarien zu Flossenbeißen und Stress führen. In geräumigen, gut strukturierten Becken mit Versteckmöglichkeiten durch Pflanzen, Wurzeln und Laub lässt sich eine Gruppe meist problemlos zusammenhalten.
Annuelle Arten zeigen einen besonders intensiven Lebenszyklus: Sie wachsen schnell heran, pflanzen sich früh fort und sterben mit dem Austrocknen ihres Gewässers – häufig nach nur wenigen Monaten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzungsstrategien der Killifische werden in zwei Hauptgruppen unterteilt, die auch bei der Aquarienzucht eine zentrale Rolle spielen:
Bodenlaicher (annuelle Arten): Gattungen wie Nothobranchius oder Austrolebias laichen in das Substrat ab. Die Eier besitzen eine feste Schale und durchlaufen eine Diapause – eine Ruhephase, in der die Embryonalentwicklung stillsteht. In der Natur überdauern die Eier so die Trockenzeit im trockenen Schlamm und schlüpfen erst, wenn die Regenzeit das Gewässer erneut füllt. In