Kirschbarbe
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Puntius titteya (Deraniyagala, 1929)
- Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
- Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
- Gattung: Puntius
- Lebensraum: Schattige, langsam fließende Bäche und Flüsse im tropischen Tiefland Sri Lankas
- Größe: 4–5 cm (Gesamtlänge)
- Gewicht: ca. 1–2 g
- Lebenserwartung: 5–7 Jahre (in Aquarienhaltung)
Aussehen & Merkmale
Die Kirschbarbe ist ein kleinbleibender Süßwasserfisch mit langgestrecktem, seitlich leicht abgeflachtem Körper. Die Grundfärbung variiert je nach Geschlecht und Stimmung erheblich. Weibchen zeigen eine bräunlich-gelbliche bis blassrosa Färbung, während Männchen – insbesondere während der Laichzeit – eine intensive kirschrote bis dunkelrote Körperfarbe annehmen, der die Art ihren deutschen Trivialnamen verdankt.
Entlang der Flanken verläuft ein dunkler, leicht bräunlicher Längsstreifen vom Kopf bis zur Schwanzwurzel. Oberhalb dieses Streifens befinden sich oft einzelne dunkle Schuppenflecken, die eine punktierte Linie bilden. Die Schuppen sind relativ groß und deutlich sichtbar. Die Flossen sind bei Männchen rötlich, bei Weibchen eher blass und transparent. An der Oberlippe sitzt ein einzelnes Paar kurzer Barteln, das jedoch oft nur schwer erkennbar ist.
Im Handel existieren mehrere Zuchtformen, darunter die sogenannte „Super Red"-Variante, bei der beide Geschlechter eine verstärkte Rotfärbung zeigen, sowie eine albinotische Form. Diese Zuchtformen unterscheiden sich genetisch nicht von der Wildform, sondern sind Ergebnis gezielter Selektion.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Kirschbarbe beschränkt sich auf den südwestlichen Tieflandbereich Sri Lankas. Dort besiedelt sie die sogenannte Wet Zone, eine Region mit hohen Niederschlagsmengen und dichter tropischer Vegetation. Ihr Habitat besteht aus kleinen, schattig gelegenen Fließgewässern, Waldbächen und Überflutungszonen in Höhenlagen unterhalb von 300 Metern über dem Meeresspiegel.
Die Gewässer in ihrem natürlichen Biotop sind in der Regel weich, leicht sauer (pH 6,0–7,0) und durch Huminstoffe bräunlich gefärbt. Der Untergrund besteht aus feinem Sand, Schlamm und Falllaub. Überhängende Ufervegetation und Wurzelwerk bieten Deckung. Die Wassertemperatur in diesen Habitaten liegt ganzjährig zwischen 23 und 27 °C.
Durch die Einschränkung auf dieses relativ kleine Verbreitungsgebiet ist die Art endemisch für Sri Lanka. Verwilderte Populationen außerhalb Sri Lankas, etwa in Kolumbien und Mexiko, gehen auf ausgesetzte oder entwichene Aquarienexemplare zurück.
Ernährung
Kirschbarben sind Allesfresser (Omnivore) mit einer Tendenz zur tierischen Kost. Im Freiland ernähren sie sich von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven, Würmern, Algenaufwuchs und Detritus, den sie vom Bodengrund aufnehmen. Sie durchsuchen das Substrat systematisch nach Nahrungspartikeln und nutzen dabei auch ihre Barteln zur taktilen Orientierung.
Im Aquarium nehmen sie handelsübliches Trocken- und Flockenfutter bereitwillig an. Regelmäßige Gaben von Lebend- oder Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Daphnien, Mückenlarven und Tubifex fördern die Vitalität und Farbintensität. Pflanzliche Beikost in Form von Spirulina-Flocken oder blanchierten Gemüseblättern ergänzt den Speiseplan sinnvoll.
Verhalten & Lebensweise
Kirschbarben sind tagaktive Schwarmfische, die in Gruppen von zehn oder mehr Individuen gehalten werden sollten. In kleineren Gruppen zeigen die Tiere ein deutlich scheueres Verhalten und neigen dazu, sich dauerhaft zwischen Pflanzen oder Dekorationsgegenständen zu verstecken. In einem ausreichend großen Schwarm werden sie hingegen zutraulich und zeigen ihr natürliches Verhaltensrepertoire.
Männchen etablieren während der Balzzeit lose Kleinterritorien, die sie gegenüber Rivalen verteidigen. Diese Auseinandersetzungen sind ritualisiert und bestehen aus Imponierverhalten mit gespreizten Flossen und intensivierter Rotfärbung. Körperliche Verletzungen kommen dabei so gut wie nie vor. Außerhalb der Fortpflanzungsphase sind Kirschbarben ausgesprochen friedlich und eignen sich hervorragend als Bewohner eines Gesellschaftsaquariums mit anderen kleinbleibenden, ruhigen Fischarten.
Im Aquarium halten sich Kirschbarben bevorzugt in den mittleren und unteren Wasserschichten auf. Dichter Pflanzenwuchs, Schwimmpflanzen zur Lichtdämpfung und ein dunkler Bodengrund kommen ihrem natürlichen Lebensraum nahe und begünstigen die Farbentwicklung der Männchen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Kirschbarben sind Freilaicher ohne Brutpflege. Zur Balz intensivieren die Männchen ihre Rotfärbung und schwimmen in engen Schleifen um das Weibchen. Ist das Weibchen laichbereit, gibt es die Eier einzeln oder in kleinen Portionen zwischen feinfiedrigen Pflanzen oder über Javamoos ab. Das Männchen befruchtet die Eier unmittelbar nach dem Absetzen. Ein Weibchen produziert pro Laichvorgang zwischen 200 und 300 Eier.
Die leicht klebrigen Eier haften an Pflanzen und Substrat. Nach etwa 24 bis 48 Stunden bei einer Wassertemperatur von 25–27 °C schlüpfen die Larven. Diese zehren zunächst von ihrem Dottersack und beginnen nach weiteren ein bis zwei Tagen, frei zu schwimmen. Als Erstfutter eignen sich Infusorien und fein geriebenes Staubfutter, später Artemia-Nauplien.
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