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Knurrhahn

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Tierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Chelidonichthys lucerna (Roter Knurrhahn), Eutrigla gurnardus (Grauer Knurrhahn)
  • Ordnung: Barschartige (Perciformes) bzw. nach neuerer Systematik Scorpaeniformes (Drachenkopfartige)
  • Familie: Knurrhähne (Triglidae)
  • Lebensraum: Küstennahe Meeresböden, Sand- und Schlickgrund, Kontinentalschelf
  • Größe: 30–60 cm, selten bis 75 cm (Roter Knurrhahn)
  • Gewicht: 0,5–3 kg, Maximalgewichte um 5 kg
  • Lebenserwartung: 8–15 Jahre

Aussehen & Merkmale

Knurrhähne gehören zu den äußerlich auffälligsten Fischen europäischer Gewässer. Ihr Körper ist langgestreckt, im vorderen Bereich kräftig und zum Schwanz hin deutlich verjüngt. Der große, gepanzerte Kopf ist mit Knochenplatten bedeckt und trägt teils dornige Fortsätze. Die Schnauze wirkt stumpf und leicht nach unten gerichtet.

Das hervorstechendste Merkmal sind die drei freien, fingerartigen Strahlen an den Brustflossen. Diese beweglichen Fortsätze dienen als Tastorgane und ermöglichen dem Fisch, über den Meeresboden zu „laufen". Die Brustflossen selbst sind beim Roten Knurrhahn (Chelidonichthys lucerna) auffällig groß und leuchtend blaugrün bis violett gefärbt, was beim Aufspreizen einen starken optischen Effekt erzeugt. Der Graue Knurrhahn (Eutrigla gurnardus) zeigt dagegen eine eher unscheinbare, graubraune Grundfärbung mit dunkler geflecktem Rücken.

Die Schuppen sind klein und fest sitzend. Entlang der Seitenlinie befinden sich bei einigen Arten vergrößerte, bestachelte Schuppen (Schilder). Die beiden Rückenflossen stehen hintereinander; die erste ist mit stacheligen Hartstrahlen versehen, die zweite mit weichen Gliederstrahlen. Die Schwanzflosse ist leicht eingebuchtet.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Knurrhähne erstreckt sich über den Nordostatlantik, von Norwegen und der Nordsee südwärts bis zu den Küsten Westafrikas. Auch im gesamten Mittelmeer und im westlichen Schwarzen Meer kommen sie vor. In der Ostsee treten sie nur gelegentlich in den westlichen Bereichen auf.

Ihr bevorzugtes Habitat sind sandige, schlickige oder kiesige Meeresböden in Tiefen zwischen 20 und 200 Metern, wobei manche Arten bis auf 300 Meter Tiefe vordringen. Der Rote Knurrhahn hält sich häufig küstennäher auf als der Graue Knurrhahn, der auch über dem offenen Kontinentalschelf anzutreffen ist. Jungfische leben oft in flacheren Küstenzonen und Flussmündungen. Saisonale Wanderungen sind dokumentiert: Im Sommer ziehen viele Bestände in flachere Gewässer, im Winter weichen sie in tiefere Bereiche aus.

Ernährung

Knurrhähne sind carnivor und ernähren sich vorwiegend von bodenlebenden Wirbellosen und kleinen Fischen. Zu ihrem Nahrungsspektrum gehören Garnelen, Krabben, Einsiedlerkrebse, Würmer, Muscheln und Sandaale. Die fingerartigen Brustflossenstrahlen spielen bei der Nahrungssuche eine zentrale Rolle: Der Fisch tastet damit den Untergrund ab und spürt so im Sediment verborgene Beutetiere auf. Zusätzlich nimmt er über diese Strahlen chemische Reize wahr, ähnlich einem Geschmackssinn. Gefressen wird überwiegend in der Dämmerung und nachts, was den Knurrhahn als vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiven Räuber kennzeichnet.

Verhalten & Lebensweise

Knurrhähne leben bodennah und sind Einzelgänger oder bilden lockere Gruppen. Sie sind keine ausgeprägten Schwarmfische, können aber in nahrungsreichen Gebieten in größerer Zahl auftreten. Ihre Fortbewegung am Meeresboden wirkt ungewöhnlich: Sie „schreiten" auf ihren drei freien Brustflossenstrahlen über den Grund, unterbrochen von kurzen Schwimmphasen.

Namensgebend ist die Fähigkeit, deutlich hörbare Laute zu erzeugen – ein tiefes Knurren oder Grunzen. Dieses Geräusch entsteht durch rhythmische Kontraktionen spezieller Muskeln an der Schwimmblase, die als Resonanzkörper dient. Die Lauterzeugung spielt bei der innerartlichen Kommunikation eine Rolle, vermutlich bei der Revierverteidigung und während der Fortpflanzungszeit. Bei Gefahr spreizen Knurrhähne ihre großen, bunt gefärbten Brustflossen ruckartig ab, um potenzielle Fressfeinde durch den plötzlichen Farbeffekt abzuschrecken.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit erstreckt sich je nach Region und Art von Mai bis August. Der Rote Knurrhahn laicht hauptsächlich zwischen Juni und August in Küstennähe. Die Weibchen geben mehrere Hunderttausend kleine, pelagische Eier ins freie Wasser ab, die an der Oberfläche treiben. Eine Brutpflege findet nicht statt. Die Larven sind zunächst planktisch und ernähren sich von Kleinstorganismen. Nach einigen Wochen gehen die Jungfische zum bodennahen Leben über und besiedeln flache Küstenbereiche als Aufwuchsgebiet. Die Geschlechtsreife tritt beim Roten Knurrhahn mit etwa drei bis vier Jahren ein, beim Grauen Knurrhahn bereits mit zwei bis drei Jahren.

Bedrohung & Schutzstatus

Die meisten europäischen Knurrhahnarten gelten derzeit als nicht gefährdet. Die IUCN führt den Roten Knurrhahn (Chelidonichthys lucerna) als „Least Concern" (nicht gefährdet). Der Graue Knurrhahn wird von der IUCN ebenfalls als ungefährdet eingestuft. Knurrhähne werden in der kommerziellen Fischerei als Beifang und zunehmend auch gezielt gefangen, da sie als Speisefisch an Wert gewon