Koala
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Phascolarctos cinereus
- Ordnung: Diprotodontia (Beuteltiere)
- Familie: Phascolarctidae (Koalas)
- Gattung: Phascolarctos
- Lebensraum: Eukalyptuswälder im östlichen und südöstlichen Australien
- Größe: 60–85 cm (Kopf-Rumpf-Länge)
- Gewicht: 4–15 kg (Männchen deutlich schwerer als Weibchen)
- Lebenserwartung: 10–15 Jahre in freier Wildbahn, bis 20 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Der Koala besitzt einen gedrungenen, schwanzlosen Körperbau mit einem auffällig großen, runden Kopf. Die Nase ist breit, knorpelig und unbehaart – sie zählt zu den markantesten Erkennungsmerkmalen der Art. Die großen, runden Ohren sind dicht mit Fell besetzt und verleihen dem Tier ein charakteristisches Erscheinungsbild.
Das Fell ist dicht, wollig und variiert je nach Verbreitungsgebiet in seiner Färbung: Tiere aus den kühleren südlichen Regionen tragen ein dickeres, dunkleres Fell in Graubraun, während die Populationen im wärmeren Norden Australiens ein kürzeres, helleres Fell in Silbergrau aufweisen. Die Bauchseite ist stets heller, oft weißlich. Dieser Unterschied in der Felldichte steht in direktem Zusammenhang mit der Thermoregulation.
Koalas verfügen über kräftige Extremitäten mit scharfen, gebogenen Krallen. An den Vorderpfoten stehen zwei Daumen den übrigen drei Fingern gegenüber – eine Anpassung, die ein sicheres Greifen an Ästen und Baumstämmen ermöglicht. Die Hinterpfoten besitzen einen daumenähnlichen, krallenlosen ersten Zeh sowie einen verwachsenen zweiten und dritten Zeh, der als sogenannte Putzkralle der Fellpflege dient. Männchen sind im Durchschnitt etwa 50 Prozent schwerer als Weibchen und besitzen zusätzlich eine Duftdrüse auf der Brust, die als braune, haarlose Stelle sichtbar ist.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Koalas erstreckt sich entlang der Ost- und Südostküste Australiens, von Queensland über New South Wales und Victoria bis in den Südosten von South Australia. Vereinzelte Populationen existieren zudem auf vorgelagerten Inseln wie Kangaroo Island und Magnetic Island.
Als Habitat bevorzugt der Koala offene Eukalyptuswälder und Woodland-Biotope des gemäßigten bis subtropischen Gürtels. Die Art ist eng an das Vorkommen bestimmter Eukalyptusarten gebunden. Von den über 700 bekannten Eukalyptusarten nutzt der Koala regelmäßig nur etwa 30 bis 50, wobei in jeder Region meist nur eine Handvoll Arten tatsächlich als Nahrungsbäume dient. Diese hohe Spezialisierung macht ihn besonders anfällig gegenüber Lebensraumveränderungen.
Ernährung
Koalas sind strenge Blattfresser (Folivore) und ernähren sich nahezu ausschließlich von Eukalyptusblättern. Diese Nahrungsquelle ist nährstoffarm, schwer verdaulich, reich an Ballaststoffen und enthält toxische Verbindungen wie Phenole und Terpene. Um diese Giftstoffe zu neutralisieren, verfügt der Koala über eine stark vergrößerte Leber mit spezialisierten Enzymsystemen zur Entgiftung.
Sein Blinddarm (Caecum) ist mit einer Länge von bis zu zwei Metern der proportional längste aller Säugetiere. In diesem Gärungsorgan bauen Mikroorganismen die schwer verdaulichen Zellulosefasern auf und machen sie energetisch verwertbar. Trotz dieser Anpassungen gewinnt der Koala nur wenig Energie aus seiner Nahrung, was seinen extrem niedrigen Stoffwechsel und seine geringe Aktivität erklärt. Ein erwachsener Koala frisst täglich etwa 200 bis 500 Gramm Blätter. Die Auswahl der Blätter erfolgt hauptsächlich über den Geruchssinn – der Koala riecht intensiv an einzelnen Blättern, bevor er sie frisst oder verwirft.
Wasser nimmt der Koala überwiegend über seine Nahrung auf. Der Name „Koala" leitet sich wahrscheinlich von einem Wort der Dharug-Sprache ab, das „trinkt nicht" bedeutet. Tatsächlich trinken Koalas in Trockenperioden und bei extremer Hitze jedoch durchaus freies Wasser.
Verhalten & Lebensweise
Koalas sind überwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Bis zu 20 Stunden pro Tag verbringen sie schlafend oder ruhend in Astgabeln – eine direkte Folge der energiearmen Ernährung. Die restlichen Stunden werden hauptsächlich für die Nahrungsaufnahme genutzt.
Die Art ist einzelgängerisch. Jedes Tier besetzt ein individuelles Revier, dessen Größe stark von der Qualität des Habitats abhängt: In nahrungsreichen Gebieten umfasst ein Revier etwa einen bis drei Hektar, in trockenen, fragmentierten Landschaften kann es deutlich größer sein. Die Reviere überlappen sich teilweise, wobei Männchen größere Gebiete beanspruchen, die mehrere Weibchenreviere einschließen können.
Männchen markieren ihr Revier durch Sekret der Brustdrüse, das sie an Baumstämmen reiben. Zur Paarungszeit geben sie tiefe, grunzende Rufe von sich, die über mehrere hundert Meter hörbar sind. Der Kehlkopf des Koala-Männchens besitzt ein zusätzliches Paar Stimmlippen außerhalb des Kehlkopfes, die diese ungewöhnlich tiefen Laute erzeugen – Frequenzen, die normalerweise nur Tiere von der Größe eines Elefanten produzieren.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit (Balzzeit) erstreckt sich auf der Südhalbkugel von September bis Februar. In dieser Phase kommt es zwischen rivalisierenden Männchen häufig zu aggressiven Auseinandersetzungen mit Bissen und Kratzwunden. Nach einer Tragzeit von nur etwa 34 bis 36 Tagen bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes Jun