Königin
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Definition & Überblick
Als Königin (auch Weisel oder Stockmutter genannt) wird das einzige voll fruchtbare Weibchen in einem Bienenvolk bezeichnet. Sie ist das Herzstück jedes Bienenstaates und für die Fortpflanzung sowie den Zusammenhalt des gesamten Volkes verantwortlich. In der Imkerei kommt der Königin eine zentrale Bedeutung zu, da ihre Qualität über Leistungsfähigkeit, Gesundheit, Sanftmut und Schwarmverhalten des gesamten Volkes entscheidet. Eine gute Königin kann in der Hochsaison bis zu 2.000 Eier pro Tag legen und sorgt damit für den kontinuierlichen Fortbestand des Bienenstaates.
Die Königin unterscheidet sich äußerlich deutlich von Arbeiterinnen und Drohnen: Sie besitzt einen verlängerten Hinterleib, ist größer als die Arbeiterinnen und bewegt sich mit einer charakteristischen, ruhigen Gangart über die Waben. Ihre Lebensdauer beträgt im Gegensatz zu Arbeiterinnen (wenige Wochen bis Monate) etwa drei bis fünf Jahre, wobei die höchste Legeleistung in den ersten beiden Lebensjahren erzielt wird.
Grundlagen & Voraussetzungen
Die Entwicklung einer Königin beginnt mit einem befruchteten Ei, aus dem sich unter bestimmten Bedingungen statt einer Arbeiterin eine Königin entwickelt. Entscheidend ist die Fütterung der Larve: Während Arbeiterinnenlarven nur in den ersten Tagen Gelée Royale erhalten, wird eine Königinnenlarve während ihrer gesamten Entwicklung ausschließlich mit diesem proteinreichen Futtersaft versorgt. Die Aufzucht erfolgt in speziellen, senkrecht nach unten hängenden Weiselzellen, die deutlich größer als normale Brutzellen sind.
Für eine artgerechte Imkerei müssen Halter folgende Grundlagen zur Königin kennen:
- Begattungsflug: Eine junge Königin unternimmt wenige Tage nach dem Schlupf einen oder mehrere Begattungsflüge, bei denen sie sich mit bis zu 20 Drohnen paart. Der dabei aufgenommene Samenvorrat reicht für ihr gesamtes Leben.
- Pheromone: Die Königin produziert die sogenannte Königinnensubstanz (Queen Mandibular Pheromone), die den Zusammenhalt des Volkes reguliert, die Eierstockentwicklung der Arbeiterinnen hemmt und Schwarmstimmung unterdrückt.
- Zeichnung: In der Imkerei werden Königinnen häufig mit einem farbigen Punkt auf dem Thorax markiert. Die Farbe wechselt jährlich nach einem internationalen System und erleichtert das Auffinden und die Altersbestimmung im Bienenvolk.
Praktische Umsetzung
In der praktischen Imkerei ist der Umgang mit der Königin ein zentrales Element der Völkerführung. Erfahrene Imker überprüfen regelmäßig die Weiselrichtigkeit ihrer Völker – also ob eine leistungsfähige Königin vorhanden ist. Anzeichen für Weisellosigkeit sind unruhiges Verhalten, fehlende frische Brut und ein erhöhter Geräuschpegel des Volkes.
Die wichtigsten Arbeitsbereiche rund um die Königin umfassen:
- Nachschaffung: Geht eine Königin verloren, kann das Volk aus jungen Arbeiterinnenlarven Nachschaffungszellen anlegen und sich selbst eine neue Königin heranziehen.
- Umweiselung: Lässt die Legeleistung nach oder zeigt das Volk unerwünschte Eigenschaften wie Aggressivität, tauscht der Imker die alte Königin gegen eine junge, leistungsfähige aus. Dies geschieht in der Regel durch Zusetzen einer begatteten Königin in einem Zusetzkäfig.
- Königinnenzucht: Ambitionierte Imker betreiben gezielte Zucht, um bestimmte Eigenschaften wie Sanftmut, Schwarmträgheit, Honigertrag und Krankheitsresistenz zu fördern. Verbreitete Methoden sind das Umlarven (Übertragen junger Larven in künstliche Weiselbecher) und der Einsatz von Zuchtrahmen.
- Schwarmverhinderung: Das Schwärmen ist das natürliche Vermehrungsverhalten der Bienenvölker. Der Imker kann durch regelmäßige Kontrolle der Weiselzellen, ausreichend Raum im Gehege (Beute) und gezielte Ablegerbildung den Schwarmtrieb lenken.
Häufige Fehler
Im Umgang mit der Königin unterlaufen besonders Anfängern typische Fehler, die gravierende Folgen für das gesamte Volk haben können:
- Königin versehentlich verletzen oder töten: Beim Ziehen der Waben oder unvorsichtigen Arbeiten an der Beute wird die Königin leicht erdrückt. Ruhiges, bedachtes Arbeiten ist Pflicht.
- Zu spätes Umweiseln: Wird eine altersschwache Königin nicht rechtzeitig ersetzt, sinkt die Volksstärke drastisch. Eine jährliche oder zweijährliche Erneuerung gehört zur guten imkerlichen Praxis.
- Falsches Zusetzen: Eine neue Königin darf niemals sofort direkt ins Volk gegeben werden. Die Arbeiterinnen würden sie als fremd erkennen und töten (Abstechen). Der Zusetzkäfig ermöglicht ein langsames Gewöhnen über mehrere Tage.
- Doppelte Weiselrichtigkeit übersehen: Gelegentlich existieren kurzzeitig zwei Königinnen in einem Volk. Wer dies bei der Durchsicht übersieht, riskiert unkontrolliertes Schwärmen.
- Mangelnde Dokumentation: Ohne Aufzeichnungen über Alter, Herkunft und Leistung der Königin ist eine gezielte Zuchtauswahl und Völkerführung kaum möglich.
Tipps für Anfänger
Wer mit der Imkerei beginnt, sollte den Umgang mit der Königin schrittweise erlernen. Folgende Empfehlungen helfen beim Einstieg:
- Schließen Sie sich einem Imkerverein an. Erfah