Königsfasan
KTierart – Vögel > Hühnervögel
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Syrmaticus reevesii
- Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
- Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
- Gattung: Syrmaticus
- Lebensraum: Laub- und Mischwälder in hügeligem bis bergigem Gelände Zentralchinas
- Größe: Hahn 150–210 cm (davon bis zu 160 cm Schwanzfedern), Henne 65–80 cm
- Gewicht: Hahn 1,3–1,8 kg, Henne 0,8–1,2 kg
- Lebenserwartung: Ca. 10–15 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Königsfasan zählt zu den eindrucksvollsten Vertretern der Fasanenartigen. Das auffälligste Merkmal des Hahns sind die extrem verlängerten Schwanzfedern, die eine Länge von über 150 Zentimetern erreichen können und damit zu den längsten Federn im gesamten Vogelreich gehören. Diese Steuerfedern sind silberweiß bis goldbraun gefärbt und tragen ein regelmäßiges, dunkelbraunes Querbandmuster.
Das Gefieder des männlichen Königsfasans zeigt eine kontrastreiche Zeichnung. Der Kopf ist weiß mit einem schwarzen Augenband, das sich von der Schnabelbasis bis zum Hinterkopf erstreckt. Die Brust und der Bauch sind dunkelbraun bis schwarz, die Flanken golden bis kastanienbraun mit schwarzer Schuppung. Der Rücken ist goldgelb mit dunklen Federsäumen, was ein schuppenartiges Muster ergibt. Um die Augen liegt ein schmaler, unbefederter roter Hautring, der zur Balzzeit anschwillt und intensiver gefärbt ist.
Die Henne ist deutlich unauffälliger gefärbt. Ihr Gefieder ist überwiegend braun mit dunkleren Flecken und Streifen, was eine hervorragende Tarnung im Unterholz bietet. Ihr Schwanz ist mit etwa 30 bis 45 Zentimetern wesentlich kürzer als der des Hahns. Beide Geschlechter besitzen kräftige, für Hühnervögel typische Beine mit Hornschuppen und Sporen beim Männchen.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Königsfasans beschränkt sich auf Zentralchina. Die Art kommt in den Provinzen Hubei, Sichuan, Guizhou, Henan, Shaanxi und Anhui vor. Ihr bevorzugtes Habitat sind Laub- und Mischwälder in Höhenlagen zwischen 300 und 1.800 Metern. Besonders häufig besiedelt der Königsfasan Waldgebiete mit dichtem Unterwuchs an Berghängen und in Schluchten. Auch Sekundärwälder und lichte Eichenwälder mit Bambusunterwuchs werden genutzt.
Der Königsfasan wurde bereits im 19. Jahrhundert nach Europa gebracht und ist in einigen Regionen als Neozoon etabliert. In Teilen Frankreichs, auf Hawaii und in der Tschechischen Republik existieren verwilderte Populationen, die auf ausgesetzte Volierenvögel zurückgehen. In China hat sich das Verbreitungsgebiet durch Lebensraumverlust deutlich verkleinert und ist heute stark fragmentiert.
Ernährung
Der Königsfasan ist ein Allesfresser mit einem Nahrungsspektrum, das je nach Jahreszeit variiert. Im Frühjahr und Sommer stehen tierische Bestandteile wie Insekten, Käfer, Larven, Spinnen und gelegentlich kleine Wirbeltiere auf dem Speiseplan. Im Herbst und Winter ernährt sich die Art überwiegend pflanzlich: Samen, Beeren, Eicheln, Bucheckern, Knospen und Wurzeln bilden dann die Hauptnahrung. Auch junge Triebe und Blätter werden aufgenommen.
Die Nahrungssuche findet vorwiegend am Boden statt. Der Königsfasan scharrt mit seinen kräftigen Füßen im Laub und in der Erde, um Samen und Wirbellose freizulegen – ein typisches Verhalten der Hühnervögel. Zur Unterstützung der Verdauung werden regelmäßig kleine Steinchen (Gastrolithen) aufgenommen, die im Muskelmagen die Zerkleinerung harter Nahrungsbestandteile unterstützen.
Verhalten & Lebensweise
Königsfasane sind tagaktive Vögel, die die Morgen- und Abendstunden bevorzugt zur Nahrungssuche nutzen. In der Mittagszeit ziehen sie sich in dichte Vegetation zurück. Die Nacht verbringen sie als Baumschläfer auf erhöhten Ästen, wo sie vor bodenlebenden Räubern besser geschützt sind.
Außerhalb der Brutzeit leben Königsfasane in kleinen Gruppen von bis zu zehn Tieren, die sich aus Hennen und Jungtieren zusammensetzen. Hähne sind in der Regel einzelgängerisch oder schließen sich in losen Trupps zusammen. Während der Brutzeit beanspruchen die Hähne Reviere, die sie durch laute Rufe und gelegentlich durch körperliche Auseinandersetzungen gegen Rivalen verteidigen. Die Fluchtdistanz gegenüber Menschen ist relativ gering; bei Störung fliehen Königsfasane bevorzugt laufend durch das Unterholz, ehe sie sich zu einem kurzen, kräftigen Auffliegen entschließen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz des Königsfasans findet zwischen März und Mai statt. Der Hahn präsentiert seinen langen Schwanz dabei in aufgefächerter Position und führt ritualisierte Seitwärtsschritte vor der Henne aus. Der Schwanz wird schräg aufgestellt und leicht vibrierend gezeigt. Gleichzeitig stößt der Hahn kurze, raue Rufe aus. Die Art lebt in polygamer Paarbindung – ein Hahn verpaart sich mit mehreren Hennen.
Das Nest wird von der Henne allein angelegt. Es handelt sich um eine einfache Bodenmulde, die mit Laub, trockenen Gräsern und Federn ausgepolstert wird, meist unter dichtem Gebüsch oder am Fuß eines Baumes. Das Gelege umfasst in der Regel 7 bis 14 Eier, die eine blass olivbraune Farbe haben. Die Brutdauer beträgt 24 bis 25 Tage. Die Küken sind Nestflüchter: Sie verlassen