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Kofferfisch

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Tierart – Fische > Meerwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ostracion cubicus (Gelbbrauner Kofferfisch), zahlreiche weitere Arten in der Familie
  • Ordnung: Kugelfischverwandte (Tetraodontiformes)
  • Familie: Kofferfische (Ostraciidae)
  • Gattungen (Auswahl): Ostracion, Lactoria, Lactophrys, Acanthostracion
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Korallenriffe, Lagunen, Seegraswiesen
  • Größe: Je nach Art 15–45 cm
  • Gewicht: Bis etwa 2,5 kg bei großen Arten
  • Lebenserwartung: 8–15 Jahre in freier Wildbahn, in Aquarienhaltung teils kürzer

Aussehen & Merkmale

Kofferfische gehören zu den unverwechselbarsten Meerwasserfischen. Ihr Körper ist von einem starren Knochenpanzer umgeben, der aus miteinander verwachsenen, sechseckigen Knochenplatten besteht. Dieser Panzer, das sogenannte Carapax, verleiht dem Körper eine kastenförmige oder trapezförmige Silhouette – daher der deutsche Name „Kofferfisch". Im Englischen werden sie entsprechend als „Boxfish" oder „Trunkfish" bezeichnet.

Die Haut über dem Panzer ist glatt und trägt keine typischen Schuppen, wie man sie von anderen Knochenfischen kennt. Die Färbung variiert stark zwischen den Arten und Altersstadien. Juvenile Exemplare des Gelbbraunen Kofferfischs (Ostracion cubicus) sind leuchtend gelb mit schwarzen Punkten, während adulte Tiere eine bräunlich-olivfarbene Grundfärbung entwickeln. Hornkofferfische der Gattung Lactoria tragen zwei auffällige hornähnliche Fortsätze über den Augen, was ihnen auch den Namen „Hornkofferfisch" oder „Kuhfisch" eingebracht hat.

Die Flossen sind klein und sitzen an Öffnungen des Panzers. Da Brust-, Rücken- und Afterflosse die einzigen Antriebsflächen sind – eine Schwanzflosse ist zwar vorhanden, dient aber hauptsächlich als Steuerruder –, bewegen sich Kofferfische durch schnelles Schlagen dieser Flossen fort. Diese Art der Fortbewegung wird als Ostraciform-Schwimmen bezeichnet und ist unter Hydrodynamikern als Forschungsgegenstand von Interesse.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Kofferfische erstreckt sich über die tropischen und subtropischen Meere des Indopazifiks, des Atlantiks und des östlichen Pazifiks. Arten der Gattung Ostracion und Lactoria kommen vorwiegend im Indopazifik vor – vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis zu den Gewässern Australiens, Japans und Hawaiis. Atlantische Vertreter wie Lactophrys und Acanthostracion besiedeln die Karibik und die Küsten Westafrikas.

Ihr bevorzugtes Habitat sind flache Korallenriffe in Tiefen von 1 bis 50 Metern. Auch Lagunen, Seegraswiesen und Geröllfelder am Riffrand werden besiedelt. Juvenile Tiere halten sich häufig in geschützten Bereichen wie Mangrovenrändern oder zwischen Korallenstöcken auf, wo sie vor Fressfeinden besser geschützt sind.

Ernährung

Kofferfische sind Allesfresser mit einer Vorliebe für benthische Wirbellose. Ihr Nahrungsspektrum umfasst Schwämme, Tunikaten, Polychaeten, kleine Krebstiere, Weichtiere und Algen. Sie nehmen ihre Nahrung auf, indem sie einen gezielten Wasserstrahl aus dem Maul auf das Substrat richten und so Beutetiere aus dem Sand oder von Oberflächen lösen. Dieses Verhalten lässt sich regelmäßig im natürlichen Biotop beobachten.

In der Aquarienhaltung werden Kofferfische mit Frostfutter wie Mysis, Artemia und Muschelfleisch sowie mit Nori-Algenblättern und hochwertigem Flockenfutter ernährt. Eine abwechslungsreiche Diät ist für die Gesundheit der Tiere entscheidend, da sie bei einseitiger Fütterung zu Mangelerscheinungen neigen.

Verhalten & Lebensweise

Kofferfische sind überwiegend tagaktive Einzelgänger. Sie durchstreifen ihr Revier in gemächlichem Tempo und suchen dabei systematisch Riffspalten und Sandflächen nach Nahrung ab. Gegenüber Artgenossen zeigen vor allem Männchen territoriales Verhalten: Sie verteidigen ihr Revier gegen andere Männchen, dulden aber in der Regel mehrere Weibchen in ihrem Territorium.

Ihre langsame Fortbewegung macht Kofferfische anfällig für Fressfeinde. Als Kompensation hat die Evolution einen besonderen Abwehrmechanismus hervorgebracht: Bei Stress oder Bedrohung sondern viele Arten das Toxin Pahutoxin (auch Ostracitoxin genannt) über die Haut ab. Dieses Gift kann im umgebenden Wasser andere Fische töten. In der Aquarienhaltung stellt diese Eigenschaft ein erhebliches Risiko dar: Stirbt ein Kofferfisch im Becken oder wird er stark gestresst, kann die Giftabgabe den gesamten Fischbestand im Aquarium vernichten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Kofferfische sind getrenntgeschlechtlich. Bei mehreren Arten ist ein haremartiges Sozialsystem dokumentiert, bei dem ein dominantes Männchen ein Territorium mit mehreren Weibchen bewohnt. Die Balz findet in der Dämmerung statt: Das Männchen schwimmt neben dem Weibchen her, zeigt intensivierte Färbung und stößt rhythmische Schwimmbewegungen aus. Beim Laichakt steigen beide Tiere gemeinsam in die Wassersäule auf und geben Eier und Spermien ins freie Wasser ab.

Die befruchteten Eier sind pelagisch und treiben mit der Strömung. Nach etwa zwei bis vier Tagen schlüpfen die Larven, die zunächst planktisch leben. Die Jungfische durchlaufen eine Metamorphose, bei der sich der charakteristische Knochenpanzer schrittweise ausbildet. Eine gezielte Nachzucht in Aquarien ist bislang nur in wenigen spezialisierten