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Kohlweißling

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge – Tagfalter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pieris brassicae (Großer Kohlweißling) / Pieris rapae (Kleiner Kohlweißling)
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Weißlinge (Pieridae)
  • Gattung: Pieris
  • Lebensraum: Offenland, Gärten, Kulturlandschaften, Brachflächen, Wiesen
  • Flügelspannweite: Großer Kohlweißling 50–65 mm; Kleiner Kohlweißling 40–50 mm
  • Gewicht: ca. 0,1–0,3 g (Imago)
  • Lebenserwartung: 2–4 Wochen als Falter; Gesamtentwicklung (Ei bis Imago) ca. 5–8 Wochen

Aussehen & Merkmale

Der Begriff „Kohlweißling" bezeichnet im deutschen Sprachraum vor allem zwei eng verwandte Tagfalter-Arten der Gattung Pieris: den Großen Kohlweißling (Pieris brassicae) und den Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae). Beide Arten gehören zur Familie der Weißlinge (Pieridae) und ähneln sich in der Grundfärbung, unterscheiden sich jedoch in Größe und Zeichnung deutlich.

Die Flügeloberseite beider Arten ist überwiegend weiß bis gelblich-weiß. Beim Großen Kohlweißling sind die Vorderflügelspitzen auffällig schwarz gefärbt, wobei sich die dunkle Zeichnung sichelförmig bis zum Flügelvorderrand erstreckt. Die Weibchen tragen zusätzlich zwei schwarze Flecken auf der Vorderflügel-Oberseite, während die Männchen diese Flecken nur auf der Unterseite zeigen. Beim Kleinen Kohlweißling ist die schwarze Zeichnung an den Flügelspitzen deutlich reduziert und verwaschener. Auch er besitzt dunkle Flecken auf den Vorderflügeln – beim Männchen einen, beim Weibchen zwei.

Die Flügelunterseite ist bei beiden Arten gelblich-grün bestäubt, was der Tarnung dient, wenn die Falter mit zusammengeklappten Flügeln ruhen. Die Schuppen, die die Flügelmembran bedecken, enthalten bei Weißlingen vorwiegend Pterin-Pigmente – stickstoffhaltige Verbindungen, die für die weiße bis gelbliche Grundfärbung verantwortlich sind. Der Körper ist dunkel behaart, die Fühler keulenförmig – ein typisches Merkmal der Tagfalter (Rhopalocera).

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet beider Kohlweißling-Arten umfasst nahezu die gesamte Paläarktis. Sie kommen von Nordafrika über ganz Europa bis nach Zentralasien vor. Der Kleine Kohlweißling wurde im 19. und 20. Jahrhundert darüber hinaus nach Nordamerika, Australien und Neuseeland verschleppt, wo er sich als invasive Art etabliert hat.

Als Habitat bevorzugen Kohlweißlinge offene, strukturreiche Landschaften. Typische Biotope sind Gemüsegärten, landwirtschaftliche Flächen, Ruderalflächen, Wiesen und Wegränder. Die Arten gelten als ausgesprochene Kulturfolger und sind in menschlichen Siedlungsbereichen häufiger als in naturnahen Lebensräumen. In Gebirgsregionen steigen sie bis auf etwa 2.000 Meter Höhe auf.

Ernährung

Die adulten Falter ernähren sich ausschließlich von Nektar. Sie besuchen ein breites Spektrum an Blütenpflanzen, darunter Klee, Disteln, Lavendel, Sommerflieder und verschiedene Kreuzblütler. Ihre Mundwerkzeuge bestehen aus einem aufrollbaren Saugrüssel (Proboscis), mit dem sie den Nektar aus tiefen Blütenkelchen aufnehmen.

Die Raupen hingegen sind auf Kreuzblütler (Brassicaceae) spezialisiert – daher der Name Kohlweißling. Sie fressen bevorzugt an Kohl, Raps, Senf, Meerrettich und verwandten Kultur- und Wildpflanzen. Die Raupen des Großen Kohlweißlings verursachen dabei gesellig fressend oft erhebliche Fraßschäden und gelten deshalb in der Landwirtschaft und im Gartenbau als bedeutende Schädlinge. Raupen des Kleinen Kohlweißlings fressen einzeln und bohren sich häufig in die Kohlköpfe ein, was sie im Gartenbau besonders unbeliebt macht.

Verhalten & Lebensweise

Kohlweißlinge sind tagaktiv und bei warmem, sonnigem Wetter in raschem, geradlinigem Flug unterwegs. Sie gehören zu den ersten Schmetterlingen, die im Frühjahr erscheinen, und sind bis in den Herbst hinein zu beobachten. In Mitteleuropa bilden sie je nach Witterung zwei bis drei Generationen pro Jahr aus. Die Falter der Frühjahrsgeneration erscheinen ab April, die der Sommergeneration von Juli bis September.

Der Große Kohlweißling zeigt ein ausgeprägtes Wanderverhalten. In manchen Jahren ziehen große Schwärme über Hunderte Kilometer hinweg nach Norden, wo sie neue Lebensräume besiedeln. Der Kleine Kohlweißling ist ebenfalls mobil, zeigt aber keine vergleichbaren Massenwanderungen. Beide Arten überwintern als Puppe – die Gürtelpuppe ist grünlich oder bräunlich gefärbt und an Mauern, Zaunpfählen oder Pflanzenstängeln befestigt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz der Kohlweißlinge verläuft nach einem artspezifischen Muster. Das Männchen nähert sich dem Weibchen im Flug, wobei visuelle Reize und Pheromone eine Rolle spielen. Begattungsbereite Weibchen setzen sich, paarungsunwillige Weibchen signalisieren Ablehnung durch Spreizen der Flügel und Hochrecken des Hinterleibs.

Das Weibchen des Großen Kohlweißlings legt seine gelben, kegelförmigen Eier in Gruppen von 20 bis 100 Stück auf der Blattunterseite von Wirtspflanzen ab. Der Kleine Kohlweißling legt seine Eier dagegen einzeln ab. Nach etwa ein bis zwei Wochen schlüpfen die Raupen. Die Raupen des Großen Kohlweißlings sind a