Koi
KTierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Cyprinus rubrofuscus (häufig auch als Cyprinus carpio var. koi geführt)
- Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
- Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
- Gattung: Cyprinus
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer, Gartenteiche, Aquarien (nur bei ausreichender Größe)
- Größe: 60–90 cm, in Ausnahmefällen über 100 cm
- Gewicht: 5–15 kg, Einzelexemplare bis über 20 kg
- Lebenserwartung: 25–35 Jahre, unter optimalen Bedingungen über 50 Jahre; dokumentierte Einzelfälle über 200 Jahre (umstritten)
Aussehen & Merkmale
Der Koi ist eine durch jahrhundertelange Zuchtauswahl entstandene Farbvariante des Karpfens. Sein Körper ist langgestreckt, seitlich leicht abgeflacht und kräftig bemuskelt. Die Grundform entspricht weitgehend dem Wildkarpfen, wobei die Zucht auf einen harmonisch proportionierten, torpedoförmigen Körperbau mit breitem Rücken und kräftigem Schwanzstiel abzielt.
Das auffälligste Merkmal sind die Schuppen und deren Färbung. Koi zeigen ein breites Spektrum an Farben: Weiß, Rot, Orange, Gelb, Schwarz, Blau und metallisch schimmernde Töne. Die Farbpigmente liegen in spezialisierten Hautzellen – Chromatophoren –, die in mehreren Schichten übereinanderliegen und durch ihre Kombination die große Farbvielfalt erzeugen. Je nach Zuchtform können die Schuppen großflächig ausgebildet (Wagoi), in Reihen reduziert (Doitsu) oder nahezu vollständig fehlend sein.
Am Maul befinden sich zwei Paar Barteln, die als Tastorgane dienen und typisch für die Gattung Cyprinus sind. Die Rückenflosse ist lang und durchgehend, die Schwanzflosse (Caudalflosse) tief gegabelt. Koi besitzen einen Schlundknochenapparat mit kräftigen Schlundzähnen, mit dem sie Nahrung zerkleinern – Kieferzähne fehlen, wie bei allen Karpfenfischen.
Lebensraum & Verbreitung
Der Ursprung der Koi-Zucht liegt in Japan, genauer in der Niigata-Präfektur auf der Insel Honshū, wo Reisbauern ab dem frühen 19. Jahrhundert farbige Mutationen des dort gehaltenen Karpfens selektiv weiterzüchteten. Die Stammform – der Karpfen – ist ursprünglich in Gewässern Ostasiens und des Schwarzmeerraums beheimatet und wurde bereits in der Antike in weiten Teilen Europas eingebürgert.
Heute werden Koi weltweit in Gartenteichen, Zuchtanlagen und großen Aquarien gehalten. Ihr bevorzugtes Habitat sind stehende bis langsam fließende Süßgewässer mit schlammigem oder sandigem Grund. Die Wassertemperatur sollte zwischen 4 und 28 °C liegen, wobei der optimale Bereich bei 18–24 °C liegt. Koi tolerieren vorübergehend niedrige Temperaturen und können in Teichen überwintern, sofern diese nicht bis zum Grund durchfrieren. Die Haltung im Aquarium ist grundsätzlich möglich, erfordert aber ein Beckenvolumen von mindestens 2.000 Litern pro Tier – in der Praxis wird die Teichhaltung daher deutlich bevorzugt.
In einigen Regionen sind aus der Haltung entwichene Koi zu einer invasiven Belastung für natürliche Biotope geworden, etwa in Australien und Teilen Nordamerikas, wo sie durch ihre Gründelaktivität Sediment aufwühlen und die Wasserqualität beeinträchtigen.
Ernährung
Koi sind Omnivoren mit einem breiten Nahrungsspektrum. In der Natur fressen sie Insektenlarven, Würmer, kleine Krebstiere, Schnecken, Pflanzensamen, Algen und weiches Pflanzenmaterial. Beim Gründeln am Gewässergrund nehmen sie Schlamm auf, filtern darin enthaltene Organismen heraus und stoßen das Substrat wieder aus.
In der Haltung wird handelsübliches Koi-Futter auf Pelletbasis verwendet, das je nach Wassertemperatur in seiner Zusammensetzung variiert: Im Sommer proteinreich (30–40 % Rohprotein) zur Förderung von Wachstum und Farbausprägung, im Herbst und Frühjahr leichter verdaulich mit höherem Weizenkeimanteil. Bei Wassertemperaturen unter 10 °C wird die Fütterung stark reduziert oder eingestellt, da der Stoffwechsel der Tiere bei Kälte deutlich absinkt. Ergänzend werden Obst, Salat, Garnelen und Seidenraupen angeboten, um das Farbpigment Astaxanthin zuzuführen, das die Rotfärbung intensiviert.
Verhalten & Lebensweise
Koi sind gesellige Schwarmfische, die in Gruppen von mindestens fünf Tieren gehalten werden sollten. Sie zeigen kein ausgeprägtes Revierverhalten, können jedoch bei beengten Platzverhältnissen Rangordnungskonflikte austragen, die sich in Flossenschäden und Stressreaktionen äußern.
Die Aktivität der Tiere ist überwiegend tagaktiv und stark temperaturabhängig. Bei warmem Wasser durchstreifen sie den gesamten Teich, gründeln am Boden und nehmen Futter an der Oberfläche auf. In der kalten Jahreszeit ziehen sie sich in tiefere Wasserschichten zurück und verfallen in eine Art Winterruhe mit stark verlangsamtem Stoffwechsel.
Koi gelten als lernfähig und können ihre Halter individuell erkennen. Sie lassen sich an Handfütterung gewöhnen und reagieren auf akustische Reize, etwa das Klopfen am Teichrand. Dieses Verhalten beruht auf einer guten Konditionierungsfähigkeit und dem Zusammenspiel von Seitenliniensystem und Gehör.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Geschlechtsreife erreichen Koi mit zwei bis drei Jahren, wobei die Zucht erst ab einem Alter von etwa vier Jahren empfohlen wird, wenn die Tiere ausreichend entwickelt sind. Die Laichzeit fällt in die Monate Mai bis Juli