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Kurzschwänziger Bläuling

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Cupido argiades (Pallas, 1771)
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Bläulinge (Lycaenidae)
  • Unterfamilie: Polyommatinae
  • Gattung: Cupido
  • Lebensraum: Magerwiesen, Waldränder, Ruderalflächen, Brachland
  • Flügelspannweite: 20–28 mm
  • Gewicht: Unter 0,1 g
  • Lebenserwartung: Wenige Wochen als Imago; gesamter Lebenszyklus etwa ein Jahr

Aussehen & Merkmale

Der Kurzschwänzige Bläuling ist ein kleiner, zierlicher Tagfalter, der seinen deutschen Namen einem auffälligen Merkmal verdankt: An den Hinterflügeln trägt er je einen kurzen, fadenförmigen Schwanzfortsatz – ein Merkmal, das ihn innerhalb der mitteleuropäischen Bläulinge unverwechselbar macht. Nur wenige andere Arten der Familie Lycaenidae in Europa besitzen solche Hinterflügelfortsätze.

Die Flügeloberseiten zeigen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Beim Männchen sind sie leuchtend violettblau gefärbt, mit einem schmalen dunklen Rand. Die Weibchen sind oberseits überwiegend dunkelbraun, wobei lediglich der basale Bereich der Flügel einen bläulichen Anflug zeigt. Die Flügelunterseiten beider Geschlechter sind hellgrau bis bläulichweiß mit einer Reihe schwarzer, weiß umrandeter Punktflecken. Am Hinterflügel fällt neben dem Schwanzfortsatz ein orangefarbener Fleck im Analwinkel auf, der als Augenfleck-Mimikry interpretiert wird. Dieser soll Fressfeinde ablenken und von den lebenswichtigen Körperteilen wegleiten.

Die Fühler sind schwarz-weiß geringelt und enden in einer deutlichen Kolbe. Die Schuppen der Flügeloberfläche erzeugen die charakteristische Blaufärbung durch Strukturfarben, nicht durch Pigmente.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Cupido argiades erstreckt sich von Westeuropa über Mittel- und Osteuropa bis nach Ostasien, einschließlich Japans. In Mitteleuropa war die Art lange Zeit selten und galt in Deutschland zeitweise als verschollen. Seit den 2000er-Jahren breitet sich der Kurzschwänzige Bläuling jedoch wieder deutlich nach Norden und Westen aus – ein Phänomen, das mit der Klimaerwärmung in Zusammenhang gebracht wird.

Als Habitat bevorzugt die Art warme, offene bis halboffene Biotope. Typische Fundorte sind blütenreiche Magerwiesen, Wegränder, Dämme, Waldlichtungen und extensiv genutztes Grünland. Auch Ruderalflächen, Bahndämme und Brachland werden besiedelt, sofern geeignete Raupenfutterpflanzen vorhanden sind. Die Art kommt von der Ebene bis in Höhenlagen von etwa 1.500 Metern vor, zeigt aber eine Bevorzugung wärmebegünstigter Lagen.

Ernährung

Die Imagines saugen Nektar an verschiedenen Blütenpflanzen, bevorzugt an Schmetterlingsblütlern (Fabaceae) wie Rot-Klee, Weiß-Klee und Luzerne, aber auch an Doldenblütlern und anderen niedrigwüchsigen Wiesenblumen.

Die Raupen ernähren sich ausschließlich von Schmetterlingsblütlern. Zu den wichtigsten Raupenfutterpflanzen zählen Rotklee (Trifolium pratense), Weißklee (Trifolium repens), Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus) sowie verschiedene Platterbsen-Arten (Lathyrus). Die Raupen fressen vorwiegend an Blüten und jungen Früchten, seltener an Blättern.

Verhalten & Lebensweise

Der Kurzschwänzige Bläuling ist ein tagaktiver Schmetterling, der bei Sonnenschein Blütenbestände aufsucht. Sein Flug ist niedrig und flatternd, typisch für viele kleine Bläulingsarten. Die Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten und patrouillieren an sonnigen Stellen entlang von Wegrändern oder an Gebüschsäumen. Bei Begegnung mit Rivalen kommt es zu kurzen, spiralförmigen Verfolgungsflügen.

Wie bei vielen Lycaenidae-Arten besteht eine enge Beziehung zwischen den Raupen und Ameisen (Myrmekophilie). Die Raupen besitzen am siebten Hinterleibssegment eine sogenannte Dorsaldrüse (Newcomer-Drüse), die ein zuckerhaltiges Sekret absondert. Ameisen, insbesondere Lasius-Arten, nehmen dieses Sekret auf und bieten den Raupen im Gegenzug einen gewissen Schutz vor Parasitoiden und Fressfeinden. Diese Beziehung ist fakultativ – die Raupen können auch ohne Ameisenpflege überleben.

Fortpflanzung & Aufzucht

In Mitteleuropa bildet Cupido argiades je nach klimatischen Bedingungen zwei bis drei Generationen pro Jahr aus. Die erste Generation fliegt von Mai bis Juni, die zweite von Juli bis September. In besonders warmen Jahren kann eine dritte Generation bis in den Oktober hinein auftreten.

Nach der Balz, bei der Männchen die Weibchen in kurzen Flugmanövern umwerben, legen die Weibchen einzelne Eier an die Blütenknospen und jungen Hülsen der Futterpflanzen. Die Eier sind linsenförmig, weißlich und fein skulpturiert. Die Raupenentwicklung dauert je nach Temperatur drei bis vier Wochen und durchläuft vier Larvenstadien.

Die Überwinterung erfolgt als ausgewachsene Raupe (L4-Larve), die sich am Boden im Streu oder in der obersten Erdschicht verbirgt. Im Frühjahr verpuppt sie sich bodennah. Die Puppe ist gedrungen, grünlich bis bräunlich und wird als Gürtelpuppe an Pflanzenteilen befestigt. Die Puppenruhe dauert etwa zwei Wochen.

Bedrohung & Schutzstatus

Global wird Cupido argiades von der IUCN als „Least