Laufente
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Steckbrief
- Herkunft: Südostasien (Malaiischer Archipel), Weiterzucht in Europa ab dem 19. Jahrhundert
- Rassestandard: Anerkannt durch den Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG); europäischer Standard nach dem Europäischen Rassegeflügelverband (EE)
- Größe: ca. 50–76 cm Körperhöhe (aufrecht stehend)
- Gewicht: Erpel ca. 1,5–2,0 kg, Enten ca. 1,5–1,75 kg
- Lebenserwartung: 8–15 Jahre bei artgerechter Haltung
- Gefieder/Farbschläge: Forellenfarbig, wildfarbig, weiß, schwarz, blau, silberwildfarbig, erbsgelb, rehfarbig-weißgescheckt u. a.
Herkunft & Geschichte
Die Laufente, auch unter dem Namen Indische Laufente oder im Englischen als Indian Runner Duck bekannt, stammt ursprünglich aus dem südostasiatischen Raum. Auf den Inseln des Malaiischen Archipels – insbesondere auf Java, Bali und Lombok – wurden diese Enten seit Jahrhunderten als Nutztiere gehalten. Reisbauern trieben ihre Entenherden durch die abgeernteten Felder, wo die Tiere Insekten, Schnecken und Schädlinge vertilgten. Diese traditionelle Haltungsform erklärt die namensgebende aufrechte Körperhaltung und die enorme Lauffreudigkeit der Rasse.
Nach Europa gelangten die ersten Exemplare vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts über britische Handelsschiffe. In England begann eine systematische Zucht, die auf die charakteristische aufrechte Haltung und eine hohe Legeleistung abzielte. Der erste dokumentierte Rassestandard wurde 1901 in Großbritannien veröffentlicht. In Deutschland erkannte der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) die Rasse offiziell an, und seitdem werden zahlreiche Farbschläge im Standard geführt. Heute ist die Laufente weit über die Grenzen der Rassegeflügelzucht hinaus beliebt – vor allem als biologischer Schneckenvertilger in Gärten.
Aussehen & Rassemerkmale
Das auffälligste Merkmal der Laufente ist ihre nahezu senkrechte Körperhaltung. Im Gegensatz zu anderen Entenrassen, die sich watschelnd und horizontal fortbewegen, steht und läuft die Laufente beinahe aufrecht wie eine Flasche. Der Körper ist schlank, lang gestreckt und zylindrisch. Der Hals ist lang und gerade, der Kopf schmal mit einem keilförmigen Schnabel. Die Augen liegen relativ hoch am Schädel.
Die Beine sind vergleichsweise lang und weit hinten am Körper angesetzt, was die aufrechte Haltung begünstigt. Der Gang wirkt dadurch eilig und trippelnd – Laufenten können erstaunlich schnell laufen, ohne dabei die für andere Enten typische ausgeprägte Watschelbewegung zu zeigen. Die Flügel sind kurz und liegen eng am Körper an. Laufenten sind kaum flugfähig.
Die Farbvielfalt ist beachtlich: Vom klassischen wildfarbigen Farbschlag über reinweiße, schwarze, blaue, forellenfarbige und silberwildfarbige Varianten bis hin zu gescheckten Zeichnungen sind über ein Dutzend Farbschläge anerkannt. Der Schnabel variiert je nach Farbschlag von olivgrün über orange bis schieferblau. Erpel zeigen ab dem Herbst den typischen Geschlechtsdimorphismus mit leicht eingerollten Schwanzfedern und einer etwas kräftigeren Statur.
Charakter & Wesen
Laufenten sind ausgesprochen lebhafte, neugierige und gesellige Tiere. Sie haben einen starken Herdentrieb und sollten niemals einzeln gehalten werden – eine Gruppengröße von mindestens drei bis vier Tieren ist empfehlenswert. In der Gruppe fühlen sie sich sicher und zeigen ihr natürliches Verhaltensrepertoire.
Gegenüber Menschen sind Laufenten zunächst oft scheu und wachsam. Bei regelmäßigem, ruhigem Kontakt können sie jedoch recht zutraulich werden, ohne dabei ihre natürliche Vorsicht völlig abzulegen. Sie sind überaus aktiv und den ganzen Tag mit Futtersuche beschäftigt. Ihr Jagdinstinkt auf Schnecken, Würmer und Insekten ist legendär. Laufenten durchkämmen Beete, Wiesen und feuchte Stellen mit einer Akribie, die jedes Schneckenkorn überflüssig macht.
Enten kommunizieren lautstark durch Quaken, während Erpel ein deutlich leiseres, heiseres Räuspeln von sich geben. In der Dämmerung und bei Aufregung kann der Geräuschpegel beachtlich sein – ein Aspekt, den potenzielle Halter mit Blick auf die Nachbarschaft bedenken sollten.
Haltung & Pflege
Laufenten brauchen ausreichend Auslauf. Ein großer, sicher eingezäunter Garten mit mindestens 100–150 Quadratmetern pro Kleingruppe ist das Minimum. Der Zaun sollte mindestens 80 cm hoch sein, da Laufenten kaum fliegen können. Ein Schutz vor Raubfeinden wie Fuchs, Marder und Greifvögeln ist unverzichtbar – nachts gehören die Tiere in einen sicheren, gut belüfteten Stall mit trockener Einstreu.
Eine Bademöglichkeit ist für Laufenten essenziell. Ein kleiner Teich, ein Kinderplanschbecken oder eine flache Wanne genügen, sofern das Wasser regelmäßig gewechselt wird. Enten benötigen Wasser, um ihr Gefieder zu pflegen, die Nasenlöcher freizuspülen und ihr arttypisches Badeverhalten auszuleben. Ohne Badegelegenheit leidet die Gefiederpflege, und gesundheitliche Probleme drohen.
Der Stall muss trocken, zugfrei und frostgeschützt sein. Stroh oder Hobelspäne als Einstreu sollten regelmäßig erneuert werden, da Enten im Vergleich zu Hühnern relativ viel Feuchtigkeit produzieren. Eine zusätzliche Beschäftigung im Gehege – etwa das Verstecken von Futter oder das Bereitstellen von flachen Wasserstellen zum Gründeln – fördert das Wohlbefinden.
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